Wake of Death
Die Filmkritik
genre:
action
regie:
phillipe martinez
fsk:
ab 18
cast:
- jean claude van damme
- simon yam
filmkritik:
christopher kane |
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Ein tödlicher Fehler
In seinem neuesten Actionstreifen Wake of
Death spielt Jean Claude Van Damme Ben
Archer, einen ehemaligen Rausschmeißer, der
aus Liebe zu seiner Familie das Berufsfeld
wechseln will. Als seine hübsche Frau
Cynthia ein kleines asiatisches Mädchen
namens Kim zu sich aufnimmt, ahnt sie jedoch
nicht, dass sie damit einen tödlichen Fehler
begangen hat.
Wake of Death ist einer dieser typischen Van
Damme / Steven Seagal Videostreifen, wie sie
schon zuhauf in den Videotheken stehen.
Ebenso wie Derailed, Replicant, The Order
oder auch In Hell sind es relativ billig
produzierte Actionreißer mit simpler Story
und den ewig gleichen Motiven.
Entweder, jemand stiehlt etwas oder jemanden
(meist überaus hübsche junge Frauen, die
zufällig Archäologin oder so etwas sind),
oder jemand schwaches wird a) schlecht
behandelt oder b) sogar umgebracht. Dahinter
steht immer irgendein fieser Bösewicht, der
interessanterweise fast immer Mafiaboss und
Drogendealer ist.
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Ebenso hier - Simon Yam spielt den finsteren
Sun Quan, der als gemeiner Mafiaboss die
Frau des falschen umbringen lässt; man muss
dem guten ja schließlich einen Grund zum
prügeln, verfolgen und ballern geben. Und
das gibt es hier jede Menge - actionreiche
Verfolgungsjagden, Schießereien am laufenden
Band und wohl choreographierte Kampfszenen
reihen sich bis zum großen Showdown auf,
welcher natürlich in einem alles-oder-nichts
Endfight gegen den Bösewicht münden muss.
Van Damme's The Punisher
Dennoch ist Wake of Death auffällig anders
als die anderen Van Damme Filme. Das erste
was einem auffallen wird, ist die Tatsache
das der Film sehr, sehr ruhig und
melancholisch ist. Hier gibt es keine
stumpfen Dialoge wie in Timecop oder Maximum
Risk, hier ist Van Damme's Charakter die
meiste Zeit über absolut ruhig und kühl.
Witzige Sprüche sind dieses Mal auch nicht
zu erwarten, stattdessen hält er seinen
Gegnern auch mal eine Shotgun direkt vor das
Gesicht und drückt gnadenlos ab - denn nach
dem Tod seiner Frau ist Archer kein netter
Kerl mehr.
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Es ist im Grunde Van Damme's Version von
Marvels "The Punisher", nur mit anderem
Namen. Ebenso durchdacht sind seine
Anschläge, ebenso schwarz ist seine Kleidung
und im Gegensatz zu Thomas Jane in der
Kinofassung ist er sogar noch um einiges
grausamer - und damit noch näher an der
Comicvorlage dran als der Film mit John
Travolta. Hier gibt es auch keine albernen
Nachbarn die die Lage auflockern sollen,
oder eine neue Frau zur Ablenkung. Dafür
gibt es eine stilechte und ziemlich blutige
Mafia Folterszene mit einer Bohrmaschine,
die ziemlich zur Sache geht - mehr als das
harmlose Nasenringentfernen.
In seinen traurigen Momenten ist der Film
schließlich überraschenderweise bewegend,
was auch an der guten Musikwahl des
Regisseurs liegt. Das gute Setdesign und die
vielen interessanten Kameraperspektiven
lassen den Film sogar teurer aussehen, als
er eigentlich war.
Natürlich darf die obligatorische Bodyszene
nicht fehlen, in dem Van Damme (wie in jedem
seiner Filme) seinen freien Oberkörper zur
Schau stellen darf. Das kann er auch ruhig,
denn auch mit seinen mittlerweile 45 Jahren
sieht der Belgier immer noch aus wie damals
in Bloodsport.
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Für Wake of Death muss man ihm gratulieren,
denn er zeigt dieses Mal tatsächlich das er
auch durchaus gut schauspielern kann, wenn
er das richtige Material hat. Gut genug, um
sich damit vielleicht sogar zurück auf die
große Leinwand zu spielen?
Möglich.
Er ist nicht mehr nur das stumpfe Abziehbild
des einsamen Kämpfers, hier porträtiert er
glaubwürdig eien verzweifelten Mann ala Max
Payne, der alles wichtige in seinem Leben
verloren hat.
Fazit
Unter dem Strich kann man also ruhig sagen,
das Wake of Death einer der besseren Van
Damme Filme ist, mit einem interessanten
Design und einer geballten Ladung
Ernsthaftigkeit. Wem The Punisher zu weich
war, der sollte sich den mal anschauen.
Wertung: 7
/
10
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