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Fantastic Four
Die Filmkritik

genre: comic verfilmung
regie:  tim story
fsk: ab 6
cast:
 jessica alba
 julian mcmahon
 chris evans
 michael chiklis

filmkritik: fred king

Zusammenfassung
Ganz im Stile von Spider-Man 1 und 2 ist Fantastic Four ein kunterbunter Comicfilm mit erstklassigen Effekten, viel Action und Comedy und einer liebenswerten Schauspielertruppe.


Inhalt
Sue, Reed, Ben und Johnny gehen zusammen mit dem Milliardär Victor von Doom auf eine waghalsige Mission ins All, bei der sie plötzlich von einer Wolke kosmischer Strahlung erwischt werden. Wieder zurück auf der Erde müssen sie bald feststellen, das die Strahlung jeden von ihnen auf eine besondere Art verwandelt hat; Sue kann Kraftfelder erzeugen und sich unsichtbar machen, ihr Bruder Johnny kann sich in Feuer verwandeln und fliegen, Reed kann sich übermenschlich weit dehnen und der grimmige Ben verwandelt sich in ein nahezu unzerstörbares Wesen aus Stein. Während drei von ihnen darüber zunächst beunruhigt sind, wird Ben mit seinem Schicksal nicht fertig und flieht - wobei die Welt das erste Mal die Kräfte der Fantastic Four zu Gesicht bekommt. Mit neuer Verantwortung über ihre Kräfte nehmen sie ihren Posten ein und verteidigen von nun an die Bewohner der Stadt.

Den fünften im Bunde, Doom, hat es dabei ganz anders getroffen. Seine Haut verwandelt sich immer weiter in Metall, und er bekommt die Macht Blitze zu schleudern. Getrieben vom Hass auf Reed, der ihm scheinbar seine Freundin Sue ausspannt, sinnt er auf grausige Rache...


Kritik - Die guten Sachen
Mit Batman Begins und Elektra hatten wir dieses Jahr schon zwei verschiedene Comic Verfilmungen; Elektra war ein lausig zusammen gefädelter Film mit schlechten Effekten, halbherzigen Kampfszenen und einer verzweifelten Jennifer Garner, die sich durch das schwache Drehbuch stolperte. Batman Begins dagegen ist ohne Frage eine der besten Comic Verfilmungen überhaupt geworden - geniale Darsteller, viel Storytiefe, beeindruckendes Setdesign und atemberaubende Actionszenen ließen den Film zu einem absoluten Highlight werden.

Fantastic Four dagegen kann sich locker von Elektra absetzen, auch wenn er nicht ganz an die Stärke von Batman heran kommt. Fangen wir mal mit den Hauptfiguren an.

Chris Evans (Johnny, Die Fackel) spielt seine Figur arrogant, hitzköpfig und ziemlich unreif, denn das ist Johnny in den Comics immer gewesen. Er ist der Rebell, der Regelbrecher, der seine Superkräfte als Geschenk Gottes sieht, um noch cooler zu sein. Sehr gute Besetzung, denn Chris Evans bringt diese Rolle hervorragend herüber.

Michael Chiklis (Ben, Das Ding) dagegen ist ohne Zweifel ideal besetzt. Er versteht es genau, dem Ding die nötige Zynik und Grimmigkeit zu verleihen, ebenso die unterbewusste Traurigkeit über seine Entstellung. Man fühlt mit ihm und freut sich, wenn er sich endlich mit Doom anlegen darf.

Apropos Doom, Nip / Tuck Star Julian McMahon glänzt in der Rolle des maskierten Bösewichts ebenso wie seine schimmernde Rüstung. Das Kostüm sieht genial aus und er passt ideal darein; ob als versnobbter arroganter Milliardär, als eifersüchtiger Mistkerl oder als größenwahnsinniger Freak, Mahon verkörpert Doom genau so, wie man es sich hätte wünschen können. Einzig Willem Dafoe hätte es wohl noch besser gemacht.

Zu den Effekten - Sahen die in den ersten Trailern noch ziemlich mau aus, so wurden sie bis zum Endprodukt noch einmal gewaltig verbessert. Der Unfall auf der Brücke, der erste Kampf gegen Doom, die Skijagd mit der Fackel, der Endkampf und auch die eingesetzten Kräfte der fünf sehen erstklassig aus. Nicht bahnbrechend neu, aber auf tollem Hochglanz Niveau.

Die Sprüche im Film sind alle gut, und die besten sind dabei noch in keinem Trailer zu hören gewesen. Besonders Johnny und Ben haben sich ständig in den Köpfen und ärgern einander, was hier in LA stets mit Gelächter begrüßt wurde. Wirklich gut gelungen.

Am Ende gabs sogar Applaus, und als Regisseur Tim Story mit den Stars auf die Bühne kam, dauerte es ewig bis die Leute aufhörten zu klatschen. Auch meine Reporterkollegen fanden den Film gut, denn die nicht ganz so hohen Erwartungen hat er klasse erfüllt. Es muss einem halt klar sein, das Fantastic Four kein so tiefschichtiger Film wie Batman Begins ist, sondern nur gut gemachten Popcornspaß für den Sommer.


Kritik - Die schlechten Sachen
Jessica Alba (Sue, Die Unsichtbare) hat schon viel Kritik einstecken müssen, denn eigentlich ist ihre Figur in den Comics knapp doppelt so alt und eher mütterlich, als heiß und sexy. Ganz klar eine Marketing-entscheidung der Produzenten, da kann sie ja nichts dafür. In der Hinsicht geht es auch auf, denn der Dress steht ihr klasse und - wie gewohnt - ist Jessica optisch eine Augenweide. Darstellerisch gibt sie in ihrer Rolle alles was geht, auch wenn das wirklich nicht viel ist - ihre Szenen und Dialoge sind nämlich leider sehr simpel gestrickt. Dem Betrachter fällt schnell auf, das sie nur im Film steckt, um a) weibliche Reize drin zu haben und b) um für das weibliche Publikum Lovestory zu haben. Schade.

Ioan Gruffod (Reed, Mr Fantastic) sieht zwar exakt so aus wie Mr Fantastic, aber es gibt einen großen Punkt, der auf Dauer bedeutend auffällt: in den Comics ist Reed eigentlich der patriarchalische Anführer der Vier, eine Art Vaterfigur für die anderen. Er befiehlt wo es lang geht, doch Schauspieler Gruffod kann man in der Rolle nicht allzu ernst nehmen.. denn er wirkt viel zu nett und schüchtern. Auch kann man Sue überhaupt nicht verstehen, die sich Hals über Kopf in ihn verlieben soll - die Lovestory zwischen den beiden ist unglaubwürdig und zu weit hergeholt.

Die Schwachpunkte des Films sind halt vor allem die beiden Fehlbesetzungen, sowie zum anderen auch die Musik. Nicht immer gut gewählt ist sie nie so heroisch abenteuerlich wie zb in den Spider-Man Filmen. Hier hätte man mehr können, ebenso mit der Regie. Tim Story liefert einen gut gemachten Film ab, aber es findet sich nicht ein einziger atemberaubender Shot im Film, der einem ewig im Kopf bleiben würde. Es ist halt Standard - zwar guter Standard, aber halt kein Raimi. Der Film ist außerdem ziemlich vorhersehbar und an keiner Stelle sonderlich spannend - was ihm allerdings keinen Abbruch tut.

Wieso der Film dennoch eine so hohe Wertung bekommt? Nun, es ist die ungezwungene Freude, die der Film vermittelt. Man mag alle Figuren von Anfang an, liebt ihre Effekte und das ganze kommt einem vor wie ein lebendig gewordener Comic, den man als Kind gerne gelesen hat. Klasse umgesetzt und mit viel Liebe gemacht.

Fantastic Four ist also ein hervorragender Sommerblockbuster, besser noch als X-Men 2, der trotz kleinerer Schwächen für die gesamte Familie passt und viel Spaß verspricht - auf das der zweite schnell kommen mag!

Fantastic Four
Wertung: 8.4 / 10
 


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