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Creep
Die Filmkritik

genre: horror
regie:  christopher smith
fsk: ab 16
cast:
  -  franka potente


filmkritik: chris

Im Dunkeln gut munkeln ?
Den Zug verpassen und in der U-Bahn eingesperrt sein, ist sicher für viele ein Albtraum - kein Wunder, das das mal verfilmt werden musste.

Inhalt
Franka Potente ist Kate, eine erfolgreiche junge Geschäftsfrau aus Deutschland, die für eine frische Modelagentur in London arbeitet. Als sie eines Abends auf einer Eventparty von einer Freundin auf eine andere eingeladen wird, erfährt sie, das dort der Hollywoodstar George Clooney anzutreffen sein soll. Vor lauter Aufregung verliert sie den Anschluss und beschließt kurzerhand, das relativ kurze Stück mit der
U-Bahn zu fahren.

Nach einigen Minuten kommt sie unten am Bahnsteig an, muss allerdings zunächst mit dem Karten-automaten kämpfen, der ihren Pfundschein einfach nicht annehmen will. Doch sie hat Glück - eine Bettlerin hat noch eine, nimmt ihr dafür jedoch den ganzen 20 Pfundschein ab. Tierisch teuer, aber wenigstens eine Karte, sagt sie sich. Um ihre Aufregung nun etwas zu dämpfen, trinkt sie sich auf einer Bank einen Schnaps, was zur Folge hat, das sie dort gegen ihren Willen einnickt.

Als sie wieder aufwacht, muss sie mit Schrecken feststellen, das sie viel zu lange geschlafen hat und der Zug schon lange wieder fort ist. Es wird noch schlimmer - der Bahnsteig ist abgeschlossen und die Rolltreppen stillgelegt; sie ist gefangen.

Da fährt plötzlich ein komplett dunkler Zug ein, der gar nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Kate steigt ein und trifft auf Guy, einen Bekannten von ihr, der ihr auf der Party eben noch an die Wäsche wollte. Er kommt allerdings nicht dazu es noch einmal zu versuchen, denn urplötzlich wird er von jemanden aus der Dunkelheit gepackt...


Kritik
Creep ist nicht der erste Horrorfilm für Franka Potente, flüchtete sie in "Anatomie" doch schon vor wild gewordenen Medizinstudenten, die ihr Fach etwas zu ernst nahmen. In der britischen Produktion geht es nun nicht so locker und albern her, und man merkt - ebenso wie Franka ist auch ihr neuer Film wesentlich erwachsener. Hier gibt es keine Witze über nackte Hintern oder Sexspiele, stattdessen versucht Smith eindrucksvoll, einen stimmigen und auch sehr realistischen Horrorthriller zu schaffen.

Smith fängt das Ambiente der verlassenen U-Bahn mit tollen Bildern ein, die in ihrer Düsterkeit oft an die erste Hälfte von 28 Tage später erinnern. Auch die Farbwahl ist sehr eigensinnig, aber interessant, und es wird ein schönes Schreckensszenario geschaffen, welches in letzter Zeit so kaum zu sehen war. Die sehr ruhige Musikuntermalung gibt ihren guten Rest dazu.

Was Creep zu einem richtigen Monsterfilm macht, ist sein kurioser Antagonist, ein ziemlich entstelltes, schief gegangenes Experiment, das im Untergrund Jagd auf seine Opfer macht. Der gute Kerl ist zudem leidenschaftlicher Hobbyarzt und besetzt das Wort "Doktorspiele" im Zusammenhang mit seinen Opfern ganz neu.
Dabei geht er sogar um einiges happiger (sprich - blutiger) zur Sache und lässt bei Creep raten, wie es der Film zu seinem ab 16 geschafft hat. In letzter Zeit gab es wohl kaum einen so blutigen 16er zu sehen, wobei es nicht überrascht, dass sein großes Vorbild Wrong Turn auch ab 16 in die Kinos kam.

Richtig, Vorbild, denn Creep ist nichts anderes als Wrong Turn in der U-Bahn. Der entstellte Killer könnte eben so gut ein Bruder der verrückten Kannibalen sein, der seinen Außensitz in London hat. Statt der US Teenies gibt es hier dann allerdings ältere, und mehrere Opfer.

In Sachen Story kann der Film allerdings nicht viel reißen: nachdem Kate das erste Mal auf den Killer getroffen ist, flüchtet sie kopflos durch die Dunkelheit, trifft auf neue Gesprächspartner, die sich alsbald allesamt als Frischfleisch für den Killer herausstellen, rennt und rennt wie Lola auf das unvermeidliche Ende des Filmes zu. Es gibt einige Logikfehler, die man bei all der Spannung und den verdammt gut gesetzten Schockmomenten allerdings leicht mal übersehen darf.

Ein weiterer Minuspunkt - die anderen Figuren. Abgesehen von Kate hat keiner Persönlichkeit, alle sind eindimensional und als abwechslungsreiche Opferwahl nur Brotkrumen auf den Weg zu dem Finale. Keiner davon wird in Erinnerung bleiben, denn der Film gehört ganz allein dem Creep und Kate. Und das ist auch gut so.

Also - Creep ist ein tierisch spannender Horrorthriller, den man sich gut anschauen kann.

Wertung: 5 / 10
 


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