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The Grudge
-Der Fluch
Die Filmkritik

genre: mystery 2004
regie: takashi shimizu
fsk: ab 16
cast:

-sarah michelle gellar, bill pullmann


filmkritik: chris

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Inhalt
Karen (Gellar) ist eine junge Austauschstudentin in Japan, die dort zeitweise als Altenpflegerin für den sympathischen Leiter Alex (Ted Raimi) arbeitet. Als eine japanische Kollegin auf einmal verschollen scheint, wird sie gebeten ihr Haus zu übernehmen und sich um die dort lebende, völlig entgeisterte alte Frau zu kümmern.

Schon bald merkt sie, dass etwas im Haus nicht stimmen muss - denn ein bösartiger Geist geht um, der gnadenlos jeden umbringen wird der es wagt, das Haus zu betreten. Nachdem sie die erste Begegnung noch knapp überlebt hat, versucht sie näheres über die Herkunft des Geistes heraus zu finden, um den Fluch zu brechen - und zu überleben.

Kritik
Viele vermuten hinter "The Grudge" sicher einen starken Abklatsch von "The Ring", doch das passt hier ganz und gar nicht. Die einzige Gemeinsamkeit die es hier gibt, sind die amerikanischen Frauen als Hauptfiguren, sowie den bösartigen Geist als Antagonistin - der Rest ist vollkommen anders.

Grudge spielt hauptsächlich in dem besagten vefluchtem Haus und ist im Gegensatz zu vielen anderen Filmen nicht linear, sondern episodisch aufgebaut. Das heißt, das die Geschichte nicht von Anfang bis Ende durchweg hinter einander abläuft, sondern viele Einschnitte hat, in denen wir Szenen aus der Vergangenheit sehen. In denen sehen wir, was mit den vorherigen Bewohnern des Hauses passiert ist, und vor allem gibt es uns Stück für Stück neue Hinweise darauf, was eigentlich Beginn und Auslöser des Fluches war.

Auch in Sachen Atmosphäre ist The Grudge völlig anders. Während The Ring hauptsächlich auf abwechslungsreiche, gruselige Sets, eine melancholische Grundstimmung und einem phänomenalen Ende setzt, geht The Grudge auch technisch einen anderen Weg. Die Atmosphäre des Films ist durchweg eher warmherzig und hell, womit die vielen Orange- und Weisstöne im starken Kontrast zu dem ewigen Grau- und Blautönen des Konkurrenten stehen. Das heißt aber nicht, dass der Film weniger spannend ist - von wegen, da die Angriffe alle an alltäglichen Orten stattfinden, wirken sie umso besser.

Die Schockeffekte sind nämlich wirklich atemberaubend und drücken einen gnadenlos tief in den Kinosessel. Schon lange hat mich kein Film mehr so gefesselt, und das obwohl ich mit nur geringen Erwartungen rein gegangen bin. Ring-Abklatsch mit Buffy, das habe ich erwartet, aber Pustekuchen. Das Geistermädchen aus diesem Film, Kayako, ist eine der grausigsten Filmfiguren der letzten Jahre. Die Art wie sie sich bewegt, wie sie auftaucht, was für Gänsehaut treibende Töne sie von sich gibt.. mit der ist ganz sicher nicht zu spaßen. Interessant ist auch die Tatsache, dass Shimizu seine Kreatur von Anfang an nicht versteckt. In den meisten Horrorfilmen sieht man das Monster ja immer nur sporadisch, oder es wird bis zum Ende gewartet - aber hier sehen wir Kayako schon nach wenigen Minuten. Und obwohl wir von da an wissen, wie sie aussieht, mindert das auf keinen Fall die Furcht die sie ausstrahlt.

Das Manko des Films ist allerdings seine Hintergrundstory, denn während bei Ring viel Mystery dabei ist und auch zum Ende hin viele Fragen offen lässt, ist die Aufklärung des Fluches schon von Anfang an sehr vorhersehbar - und zum Schluss hin wird dann auch alles erklärt, ohne das weitere Fragen ausbleiben.

Sarah Michelle Gellar, den meisten nur als alberne Vampirjägerin aus Buffy bekannt, gibt sich erstaunlich zurück haltend und fungiert eher als Betrachterin, die uns zu den Szenen führt. Sie ist keine so mutige Frau wie Rachel Keller und macht eher Platz für Kayako, die wirkliche Hauptfigur des Films. Bill Pullmann hat auch eine kleine Szene als amerikanischer Lehrer, in den er sehr sympathisch erscheint und dem Film durch seine Rolle noch etwas mehr Bedeutung gibt, auch Sam Raimi's Bruder Ted ist kurz als Betreuer zu sehen.

Die einzige Szene, die in dem Film etwas gestellt wirkte, war die in der ein japanischer Polizist von dem Fluch erzählt. Er spricht darüber, dass es ein typischer japanischer Fluch sei, doch so wie er es erzählt fragt man sich schnell zwei Sachen -
- wenn so eine simple Ursache der Auslöser ist, müssten solche Geister ja in jedem fünften Haus existieren, und
- wenn bereits so viele Leute (inklusive Polizisten) in dem Haus gestorben sind, wieso dürfen dann weiterhin Leute da einziehen und wieso laufen die Ermittlungen nur auf Sparflamme?

Fazit
The Grudge - Der Fluch will jedoch ein Horrorfilm sein, und als solcher funktioniert er fantastisch. Das Japan Setting ist sehr interessant gewählt, die Schockszenen sind einfach atemberaubend und was ihm an Story fehlt, macht er durch eine der furchteinflössendsten Filmkreaturen der letzten Jahre wieder wett.

Im Horrorbereich eins der großen Highlights des Jahres - Pflichtfilm.

 

                                  Wertung:    7 / 10