Sin City
Die Filmkritik
genre:
action
regie:
robert rodriguez
fsk:
ab 16
cast:
bruce
willis
jessica alba
filmkritik:
fred king |
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Real Comic Book
Nach all den Comicverfilmungen ala
Spider-Man, Batman, X-Men, Hulk usw. kommt
jetzt die erste, die wirklich naturgetreu an
ihr Original angelehnt wurde. Sin City ist
ein hier in den USA sehr beliebter Comic von
Frank Miller, der hauptsächlich in Schwarz/Weiss
gehalten wurde. Das besondere ist - fast
jede Szene, jede Sequenz wirkt fast exakt
genau so wie eine Seite aus dem Comic.
Inhalt
Es gibt drei grundlegende Episoden:
I) Hartigan (Bruce Willis) ist ein Cop, der
kurz vor der Pension steht. Ein Fall liegt
ihm allerdings noch auf dem Herzen: er will
den Entführer und Kinderschänder (Nick Stahl
aus Terminator 3) schnappen, der überall nur
als "Yellow Bastard" bekannt ist. Hartigan
weiß, das er wieder eine 11jährige in seinen
Fingern hat, und auch, das ihm die Zeit
davon rennt...
II) Marv (Mickey Rourke) ist ein grober,
vernarbter Riese, der ein wenig Erlösung in
den Armen von Goldie (Jamie King aus Pearl
Harbor) gefunden hat.. doch sie währt nicht
lang. Am nächsten Morgen ist Goldie tot, und
ihre Zwillingsschwester Wendy macht ihn
dafür schuldig... von dem Kannibalen mal
abgesehen...
III) Dwight (King Arthur's Clive Owen) ist
ein gesuchter Mann, der sich um
Prostituierte kümmert. Als diese aus
Versehen einen Cop (Benicio del Toro)
umbringen, gerät er selbst in Bedrängnis,
denn Gangster entführen seine Frau Gail (Rosario
Dawson) und zwingen ihn, den Cop
auszuliefern...
Dazu gibt es noch ein paar Nebengeschichten
(u.a. mit Josh Hartnett), aber die
wichtigsten Stories sind die drei genannten.
Kritik
Schon gemerkt? In Sin City spielen verflucht
viele Stars mit, von denen ich sogar einige
noch gar nicht genannt habe; Elijah Wood
(aus Herr der Ringe, spielt hier einen
Kannibalen), Michael Clarke Duncan (aus The
Green Mile), Brittanny Murphey (aus 8mile),
Jessica Alba oder Rutger Hauer - nur um ein
paar zu nennen. Es hat auch einen Grund,
wieso sich so viele Darsteller für dieses
Projekt interessiert haben - es ist ziemlich
außergewöhnlich.
Wie ein Film Noir ist Sin City fast komplett
in schwarz/weiss gehalten und besitzt nur
einige Farbtöne, etwa eine komplett gelbe
Figur, rotes Blut oder etwa blaue Augen. Das
ganze ist eine Schritt-für-Schritt Adaption
des Frank Miller Romans, der ebenfalls
Co-Director bei dem Film war. Dieser
besondere Stil ist wohl einzigartig, und
ebenso stilecht sind auch die Figuren
selbst.
Keiner von ihnen wirkt realistisch, es sind
alles wahr gewordene Comicfiguren, die bis
in die letzte Nebenfigur beeindruckend
besetzt sind - nach typischen Noir Style. Am
meisten fällt dabei wohl Bruce Willis auf,
der als grimmiger Cop mit stets traurigem
Gesicht auf der Suche nach der verdammten
Wahrheit ist.
Sieht man von dem grandiosen Style
allerdings mal ab, bleibt leider nicht viel
gutes über. Die Dialoge, und vor allem die
gesprochenen Sachen des Erzählers sind
teilweise so kitschig, das man es nach
einiger Weile nicht mehr zu hören vermag.
Auch die Figuren, die auf den ersten Blick
allesamt interessant sind, wirken auf den
zweiten Blick eintönig und albern. Fast alle
Männer rauchen, sie sehen aus als hätten sie
sich seit Wochen nur von Whiskey und
Salzstangen ernährt, während alle Frauen
entweder nackt sind, verführerische Kleidung
tragen oder beim tanzen angeregt die Hüften
schwingen.
Brutalität spielt auch eine große Rolle in
City, und so wird geschossen, geschlagen und
geschlitzt wo es nur geht - denn dank dem
Farbschema kommt man damit ja gut durch die
Zensur. Um es also noch einmal kurz zu
fassen: rein technisch ist der Film genial,
ein bahnbrechendes Experiment das im
Visuellen wesentlich mehr gelungen ist als
Sky Captain and the World of Tomorrow... als
Unterhaltungsfilm hat Sin City jedoch starke
Mängel, was ihn sicher nur für die
interessant machen wird, die in Pulp Fiction
gern weniger Gerede und dafür mehr Gewalt
gehabt hätten.
Robert Rodriguez will, das wir die Gewalt im
Film cool finden; sie erfüllt keinen Zweck,
und sie soll uns auch nichts erzählen. Im
Gegensatz zu Tarantino's Filmen will es aber
nicht funktionieren. In Quentin Tarantino's
Kill Bill gab es zwar auch viel Blut, dafür
aber auch eine Ironie-gefüllte Story,
geniale Dialoge und keine überzogenden
Figuren. Hier gibt es eigentlich Blutszene
nach Blutszene, und spätestens wenn eine
weitere Asiatin ein Samuraischwert nimmt und
damit Gangster niederschlägt, weiß man das
hier jemand stark von jemand anderem geklaut
hat.
Wenn der Film nach zwei Stunden herum ist,
war es eine aufregende Tour durch Sin City -
doch noch einmal zurück möchte man nicht.
Wertung:
6.2 / 10
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