Kritik: Anacondas - Die Jagd nach der Blut-Orchidee
OT: 'Anacondas - The Hunt for the Blood Orchid'
Kinostart: 9. Dezember 2004
Genre: Abenteuer / Horror - 16
Regie: Dwight H Little
Cast: Johnny Messner, Kadee Strickland, Karl Yune

Bewertung:
5 / 10







 
 


J.lo's Erbe

Vom Titel her sieht man es nicht, aber Anacondas ist tatsächlich bereits der zweite Teil seiner Art. Der erste Film, schlicht Anaconda betitelt, kam vor einigen Jahren ins Kino und war ein richtiger Überraschungserfolg. In den Hauptrollen? Ice Cube, Jon Voight, Eric Stoltz und pre-star Jennifer Lopez. Da ging es noch um ein Filmteam, dessen Regisseurin (J.lo) tief im Dschungel eine Doku über eine verschollene Kultur machen wollte und nach einigem Ärger dank Schlangenjäger Sarone (Voight) auf eine tödliche Riesen-Anaconda stiess.  Es ist wundernswert, aber jemand wichtiges mochte die Idee wohl und so kommt der zweite Teil sogar ins Kino und nicht direct-to-video, wie doch die meisten Tier-Horrorfilme ala Spiders, Python oder Komodo.

Inhalt
Im zweiten Teil geht es um eine Truppe Forscher, die tief ins Herz Borneos vorstösst um eine seltene Pflanze zu holen - die Blut-Orchidee. Mit ihren Inhaltsstoffen soll sie Unsterblichkeit vermitteln, also schickt man eine kostspielige Expeditionstruppe voller Experten los, ein paar Exemplare mitzunehmen bevor sie wieder für die nächsten Jahrzehnte verblüht. Da es in Borneo keine Anacondas gibt, fragen sich sicher viele - okay, wieso spielt es nicht woanders? Ganz einfach.

Dwight H Little geht einfach der Annahme, dass Anacondas sich ähnlich wie Lachse zur Paarungszeit zu einem weit entfernten Ort aufmachen, um sich dort in Bällen (!?) massenhaft zu paaren. So gibt es einen Grund, wieso es viele Anacondas in Borneo gibt - doch es wird noch besser. Die Schlangen fressen regelmässig von den Blut-Orchideen, und sind dadurch schon jahrhunderte alt und übernatürlich groß / stark und schnell. Als wenn eine Bande gefräßiger Anacondas noch nicht gefährlich genug wäre.

Kritik
Vorab ist eins mal klarzustellen - Anacondas ist kein Horrorfilm, wie es die Werbung vielleicht vermuten lassen würde. Stattdessen ist es ein Action-Adventure mit Monsterschlangen, die allerdings nicht ein einziges Mal Spannung aufkommen lassen. Die präsentierte Action an sich ist zwar ziemlich gut und weiss zu unterhalten, doch man hat das Gefühl, das hier vorhandenes Potenzial nicht genutzt wurde.

Im Gegensatz zum ersten Film gibt es einige grosse Abstriche zu machen. Die Figuren sind leider allesamt kleinkariert, es sticht niemand wirklich heraus, es gibt keinen besonderen Villain (Sarone aus ersten wird stark vermisst) und die Dialoge sind teilweise wirklich so dumm, das man selbst wenn man wirklich wenig erwartet, die Hände vor den Kopf schlägt und sich denkt: 'oh man'.

Dafür hingegen sind die Effekte richtig klasse gelungen. Die Schlangen sind beeindruckend gemacht und wer meint, der Wasserfall--angriff aus dem ersten wäre spektakulär gewesen, der wird sich hier erst richtig freuen. Die Anacondas sehen richtig gut aus und erfüllen sicherlich jeden B-Movie Fan's Herz. Denn mal einen vernünftigen Riesenschlangenpopcornactioner zu sehen, bei dem man nicht CGI! oder GUMMIPUPPE schreien kann und der auch noch im Kino läuft - das gibts selten.

Am Ende bleibt also ein mittelprächtiger Abenteuerfilm, der mit besseren Charakteren wirklich gut hätte sein können.

Fazit - es häutet sich

Anacondas ist ein stumpfer Popcornblockbuster, für den man schon etwas für das Genre übrig haben muss. Wer nichts mit unrealistischen Szenen, Aktionen und ein-dimensionalen Charakteren anfangen kann, der sollte besser zu hause bleiben - allerdings zeigt der Trailer schon ganz gut, worum es hier geht. Viele Schlangen, viele Opfer und wenig Story. Genau das ist zu erwarten und genau das kriegt man - gut gemacht, kein Stück langatmig und nicht zu lang.
 
Arcor
 

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