Kritik: Hautnah - Closer
OT: 'Closer'
Kinostart: 13. Januar 2005
Genre: Drama - ab 12
Regie: Mike Nichols
Cast: Julia Roberts, Jude Law, Natalie Portman, Clive Owen

Kritik: Chris Jigsaw - Bewertung:
8 / 10







 
 


Etwas näher

Closer kam zunächst durch einen Skandal in die Presse, denn Natalie Portman hatte in der ersten Fassung eine Szene im Film, in der sie vollkommen nackt zu sehen war. Kein Problem, ist sie doch schon lange erwachsen - für die sonst so seriöse Star Wars Prinzessin jedoch ein Eklat. Kurz vor Release war sie sich dann unsicher und liess betreffende Szene heraus schneiden, so das die Zuschauer auf ihre Performance und nicht auf ihren Körper achteten. Eine gute Wahl, denn wichtig konnte diese Szene nicht gewesen sein - wahrscheinlich hätte sie nur unnötig von ihrer erstklassigen, fast Oscar-trächtigen Leistung ablenken können.

Inhalt
Anna (Julia Roberts) weiß nicht so recht, was sie denn will. Obwohl sie vor kurzem geheiratet hat, kann sie nicht aufhören sich mit Dan zu treffen, einem verhängnisvoll verführerischen, aber leicht neurotischen Schriftsteller. Dan selbst ist frustriert, weil er keinen besseren Job bekommt, und obgleich er es sich erst nicht eingestehen will, so ist er auch unzufrieden mit der Beziehung zu Anna. Als er Alice kennen lernt, eine junge Stripperin aus Amerika, verdreht sie ihm den Kopf und das Spiel nimmt seinen Lauf..

Kritik
Schon im Trailer kann man sehen, das Haupt- und Angelpunkt des Films die Beziehung zwischen den vier Personen ist.. denn früher oder später hat hier eindeutig jeder mal was mit jedem. Closer ist ein bewegendes Drama rund um die Frage, was Sex, Liebe, Leidenschaft und Ungeduld mit einzelnen Personen und deren Partnern anrichten kann, und wo es uns hinführen mag.

Dabei ist der Film mehr als nur eine typische Lovestory. Regisseur Mike Nichols schafft es, den Zuschauer nicht nur mit tollen Bildern, sondern auch mit sehr gefühlvollen, sehr menschlichen Dialogen zu bewegen. Die Gespräche sind allesamt sehr harmonisch, sehr gut abgestimmt und beinhalten viel wahres. Auffällig sind die vielen Schimpfwörter, die hier ausgetauscht werden, wobei ich mir sicher bin das in der O-Ton Fassung die fucks gar nicht mehr zu überbieten sind. Doch sie stören nicht, denn sie drücken die innere Wut der Personen aus, die Wut auf die Unentschlossenheit und Angst, sich endlich jemanden auszusuchen.

Besonders Julia Roberts, die wir ja eher aus netteren Figuren gewohnt sind, überrascht hier sehr und kann mit der ungewohnten Perfomance (die ein wenig an den Anfang aus "An deiner Seite" erinnert) viel Eindruck schinden. Auch die anderen sind klasse, insbesondere Star Wars Königin Natalie Portman, die hier mal ihre sehr erotische Seite zeigt. Spätestens jetzt ist die kleine Profikillerin aus Leon erwachsen geworden.

Ohne die vier Topschauspieler wäre aus dem Film nichts geworden, und man sieht jedem der viere an, das sie selbst das Herz des Filmes sind. Jeder der Figuren ist zudem zum einen sehr sympathisch, doch auch jeder hat seine schlechte Seite an sich. So ist Alice in sexueller Hinsicht sehr gierig, während Dan sich einige Male als intrigierender Mistkerl herausstellt.

Mike Nichol's Film erinnert stark an ein Theaterstück, denn obwohl der Film in London spielt, spielt es ehrlich gesagt keine Rolle. Es gibt keine Nebenfiguren, die relevant wären, und auch die Location an sich ist völlig ungebunden. Einzig die Hauptdarsteller und das was sie einander zu sagen haben stechen heraus.

Fazit - Come on closer
Ein sehr ruhiger, sehr bewegender Film mit einigen harten Wahrheiten über den Weg der Liebe.
 

Arcor
 

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