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Etwas näher
Closer kam zunächst durch einen
Skandal in die Presse, denn Natalie
Portman hatte in der ersten Fassung
eine Szene im Film, in der sie
vollkommen nackt zu sehen war. Kein
Problem, ist sie doch schon lange
erwachsen - für die sonst so seriöse
Star Wars Prinzessin jedoch ein
Eklat. Kurz vor Release war sie sich
dann unsicher und liess betreffende
Szene heraus schneiden, so das die
Zuschauer auf ihre Performance und
nicht auf ihren Körper achteten.
Eine gute Wahl, denn wichtig konnte
diese Szene nicht gewesen sein -
wahrscheinlich hätte sie nur unnötig
von ihrer erstklassigen, fast
Oscar-trächtigen Leistung ablenken
können.
Inhalt
Anna (Julia Roberts) weiß nicht so
recht, was sie denn will. Obwohl sie
vor kurzem geheiratet hat, kann sie
nicht aufhören sich mit Dan zu
treffen, einem verhängnisvoll
verführerischen, aber leicht
neurotischen Schriftsteller. Dan
selbst ist frustriert, weil er
keinen besseren Job bekommt, und
obgleich er es sich erst nicht
eingestehen will, so ist er auch
unzufrieden mit der Beziehung zu
Anna. Als er Alice kennen lernt,
eine junge Stripperin aus Amerika,
verdreht sie ihm den Kopf und das
Spiel nimmt seinen Lauf..
Kritik
Schon im Trailer kann man sehen,
das Haupt- und Angelpunkt des Films
die Beziehung zwischen den vier
Personen ist.. denn früher oder
später hat hier eindeutig jeder mal
was mit jedem. Closer ist ein
bewegendes Drama rund um die Frage,
was Sex, Liebe, Leidenschaft und
Ungeduld mit einzelnen Personen und
deren Partnern anrichten kann, und
wo es uns hinführen mag.
Dabei ist der Film mehr als nur eine
typische Lovestory. Regisseur Mike
Nichols schafft es, den Zuschauer
nicht nur mit tollen Bildern,
sondern auch mit sehr gefühlvollen,
sehr menschlichen Dialogen zu
bewegen. Die Gespräche sind allesamt
sehr harmonisch, sehr gut abgestimmt
und beinhalten viel wahres.
Auffällig sind die vielen
Schimpfwörter, die hier ausgetauscht
werden, wobei ich mir sicher bin das
in der O-Ton Fassung die fucks gar
nicht mehr zu überbieten sind. Doch
sie stören nicht, denn sie drücken
die innere Wut der Personen aus, die
Wut auf die Unentschlossenheit und
Angst, sich endlich jemanden
auszusuchen.
Besonders Julia Roberts, die wir ja
eher aus netteren Figuren gewohnt
sind, überrascht hier sehr und kann
mit der ungewohnten Perfomance (die
ein wenig an den Anfang aus "An
deiner Seite" erinnert) viel
Eindruck schinden. Auch die anderen
sind klasse, insbesondere Star Wars
Königin Natalie Portman, die hier
mal ihre sehr erotische Seite zeigt.
Spätestens jetzt ist die kleine
Profikillerin aus Leon erwachsen
geworden.
Ohne die vier Topschauspieler wäre
aus dem Film nichts geworden, und
man sieht jedem der viere an, das
sie selbst das Herz des Filmes sind.
Jeder der Figuren ist zudem zum
einen sehr sympathisch, doch auch
jeder hat seine schlechte Seite an
sich. So ist Alice in sexueller
Hinsicht sehr gierig, während Dan
sich einige Male als intrigierender
Mistkerl herausstellt.
Mike Nichol's Film erinnert stark an
ein Theaterstück, denn obwohl der
Film in London spielt, spielt es
ehrlich gesagt keine Rolle. Es gibt
keine Nebenfiguren, die relevant
wären, und auch die Location an sich
ist völlig ungebunden. Einzig die
Hauptdarsteller und das was sie
einander zu sagen haben stechen
heraus.
Fazit - Come on closer
Ein sehr ruhiger, sehr bewegender
Film mit einigen harten Wahrheiten
über den Weg der Liebe.
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