|
|
Am Rande des Wahnsinns
'Method acting' nennt man es, wenn
Darsteller sich in ihre Rollen
hineinsteigern und dafür Extremes
vollbringen. Tom Cruise absolvierte
ein enormes Stunt-Training für seine
Arbeit an Mission Impossible 2,
Kristanna Loken lernte die
israelische Kampfsportart Krav Maga
für Terminator 3 und Sylvester
Stallone fraß sich 15 kilo für Cop
Land an. Christian Bale, den wir
bisher aus Die Herrschaft des
Feuers, Shaft und American Psycho
kennen, hat für Der Maschinist
allerdings den Vogel abgeschossen.
Der Engländer meinte es ganz
besonders ernst mit seiner Rolle und
hungerte sich dafür von 180 auf 130
Pfund herunter, das entspricht einem
Gewichtsverlust von 25 kilo. Sein
tägliches Essen bestand dabei aus
einem Apfel und einer kleinen Dose
Thunfisch.
Insomniac
Trevor Reznik (Bale) ist ein überaus
gezeichneter Mann. Der magere
Maschinenarbeiter sieht aus wie eine
wandelnde Leiche, was unter anderem
daran liegt das er schon seit über
einem Jahr nicht mehr geschlafen
hat. Gequält von dem Verlust der
Erinnerung an die Zeit davor schlägt
er sich halbherzig durchs Leben und
hat dabei auch nur wenig Freunde.
Auf der Arbeit halten sie ihn für
einen Freak, und den einzigen Trost
findet er bei einer Hure und einer
Kellnerin eines Rund-um-die-Uhr
Cafés in einem Flughafen.
Als er eines Tages wegen eines
anderen Mannes kurz unaufachtsam
ist, kommt es zu einem
Betriebsunfall bei dem einer seiner
Kollegen seinen Arm verliert.
Niemand will ihm glauben, und die
anderen behaupten, dass es den von
ihm genannten Mann überhaupt gibt
und er sich das nur eingebildet hat.
Trevor weiss nicht mehr, wem er
trauen kann und ahnt eine
Verschwörung, die er nun aufzudecken
versucht...
Von einem der auszog, das
Schlafen zu vergessen
Der Maschinist ist ein sehr ruhiger,
leiser Film, den man im Grunde als
Charakterstudie bezeichnen könnte.
Alles dreht sich um Bale's Figur,
die allein schon durch sein Äußeres
so stark ins Auge fällt, das man ihm
gebannt zuschaut, egal wohin er
geht. Die Jagd nach der Lösung ist
sehr ruhig gehalten und mit wenig
Spannung gefüllt, ohne jedoch das
der Film jemals langatmig wird. Auf
die große Überraschung am Ende kann
man sicherlich kommen, da es bereits
in anderen Filmen in ähnlicher Form
vorgekommen ist, aber
Schwierig ist es nun jedoch,
einzuschätzen wem der Film gefallen
könnte. Auch wenn es einige kleinen
Schmunzelszenen und schöne Momente
gibt, so sind diese jedoch rar gesät
und lassen den Film als
deprimierendes, kleines
Tragödien-Theaterstück ein Genreloch
stopfen. Filme wie diesen gibt es
wenige, und auch wenn man mit
Bestimmtheit sagen kann - der Film
ist gut - so ist er schwer
anzusiedeln. Genau genommen fühlt
sich der Film wie die visuelle
Umsetzung des Nirvana Live Unplugged
Konzertes an - interessant,
bewegend, gut - und deprimierend.
|
|
|
|