Kritik: Der Maschinist
OT: 'The Machinist'
Kinostart: 11. November 2004
Genre: Drama / FSK - 12
Regie: Brad Anderson
Cast: Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Michael Ironside

Bewertung:
7 / 10







 
 


Am Rande des Wahnsinns

'Method acting' nennt man es, wenn Darsteller sich in ihre Rollen hineinsteigern und dafür Extremes vollbringen. Tom Cruise absolvierte ein enormes Stunt-Training für seine Arbeit an Mission Impossible 2, Kristanna Loken lernte die israelische Kampfsportart Krav Maga für Terminator 3 und Sylvester Stallone fraß sich 15 kilo für Cop Land an. Christian Bale, den wir bisher aus Die Herrschaft des Feuers, Shaft und American Psycho kennen, hat für Der Maschinist allerdings den Vogel abgeschossen. Der Engländer meinte es ganz besonders ernst mit seiner Rolle und hungerte sich dafür von 180 auf 130 Pfund herunter, das entspricht einem Gewichtsverlust von 25 kilo. Sein tägliches Essen bestand dabei aus einem Apfel und einer kleinen Dose Thunfisch.

Insomniac
Trevor Reznik (Bale) ist ein überaus gezeichneter Mann. Der magere Maschinenarbeiter sieht aus wie eine wandelnde Leiche, was unter anderem daran liegt das er schon seit über einem Jahr nicht mehr geschlafen hat. Gequält von dem Verlust der Erinnerung an die Zeit davor schlägt er sich halbherzig durchs Leben und hat dabei auch nur wenig Freunde. Auf der Arbeit halten sie ihn für einen Freak, und den einzigen Trost findet er bei einer Hure und einer Kellnerin eines Rund-um-die-Uhr Cafés in einem Flughafen.
Als er eines Tages wegen eines anderen Mannes kurz unaufachtsam ist, kommt es zu einem Betriebsunfall bei dem einer seiner Kollegen seinen Arm verliert. Niemand will ihm glauben, und die anderen behaupten, dass es den von ihm genannten Mann überhaupt gibt und er sich das nur eingebildet hat. Trevor weiss nicht mehr, wem er trauen kann und ahnt eine Verschwörung, die er nun aufzudecken versucht...

Von einem der auszog, das Schlafen zu vergessen
Der Maschinist ist ein sehr ruhiger, leiser Film, den man im Grunde als Charakterstudie bezeichnen könnte. Alles dreht sich um Bale's Figur, die allein schon durch sein Äußeres so stark ins Auge fällt, das man ihm gebannt zuschaut, egal wohin er geht. Die Jagd nach der Lösung ist sehr ruhig gehalten und mit wenig Spannung gefüllt, ohne jedoch das der Film jemals langatmig wird. Auf die große Überraschung am Ende kann man sicherlich kommen, da es bereits in anderen Filmen in ähnlicher Form vorgekommen ist, aber

Schwierig ist es nun jedoch, einzuschätzen wem der Film gefallen könnte. Auch wenn es einige kleinen Schmunzelszenen und schöne Momente gibt, so sind diese jedoch rar gesät und lassen den Film als deprimierendes, kleines Tragödien-Theaterstück ein Genreloch stopfen. Filme wie diesen gibt es wenige, und auch wenn man mit Bestimmtheit sagen kann - der Film ist gut - so ist er schwer anzusiedeln. Genau genommen fühlt sich der Film wie die visuelle Umsetzung des Nirvana Live Unplugged Konzertes an - interessant, bewegend, gut - und deprimierend.
 

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