Kritik: Mindhunters
OT: 'Mindhunters'
Kinostart: 04. November 2004
Genre: Thriller / FSK - 16
Regie: Renny Harlin
Cast: Val Kilmer, LL Cool J, Jonny Lee Miller

Bewertung:
7 / 10







 
 


Vom Feuer in die Finsternis

Bevor Actionveteran Renny Harlin völligst in das Genre Horror eintauchen würde (Exorzist - Der Anfang), packte er sich dieses hochinteressante Drehbuch und schuf mit Mindhunters einen erstklassigen Serienkillerthriller, der es in sich hat.

Gilligan's Island
Die FBI Abteilung der Profiler ist eine ganz besondere, denn hier arbeiten die besten Agenten an den grausamsten Fällen: sie jagen Serienkiller. Es gehört zu ihren Aufgaben, die verstrickten Gedankengänge eines Wahnsinnigen zu verstehen und die Hinweise an einem Tatort schnell genug zu erkennen. Bobby, Sarah, Jake, Rafe, Nicole, JD und Lucas sind die besten ihres Jahrganges und stehen kurz vor ihrer Abschlussprüfung.
In einem letzten Projekt sollen sie noch einmal beweisen, dass sie wirklich für den harten Alltag eines Profilers gerüstet sind. Auf einer verlassenen Insel vor der Küste liegt ein altes Militärzentrum, in dem es neben einem riesigen Gebäude auch einen kleinen, nachgebauten Stadtteil gibt. Hier sollen sie einen nachgestellten Mord lösen. Dabei wird ihnen der undurchsichtige Agent Gabe Jensen zur Seite gestellt, der die Rechtmässigkeit des gesamten Projektes untersuchen soll.
Doch kaum sind sie da, wird der erste von ihnen getötet - und das Spiel beginnt ernst zu werden. Nun müssen sich die jungen Ermittler vorsehen, denn überall auf der Insel sind gefährliche Fallen installiert. Sind sie allein auf der Insel ? Ist es einer von ihnen ?

Lasset die Spiele beginnen
Actionspezialist Renny Harlin liefert mit Mindhunters einen erstklassigen Suspense-Thriller ab. Die Optik des Films ist sehr modern, visuell sehr interessant umgesetzt und schafft durch die tiefen Blautöne schnell eine unbehagliche Atmosphäre. Jede Menge Action lockert das ganze auf, ohne jedoch die Spannung gänzlich zu verlieren.
Der abwechslungsreiche Score unterstreicht dies wunderbar, doch am Ende sind es die wirklich guten Darsteller, die das Herz des Filmes sind.

Megastar Val Kilmer spielt den merkwürdigen Ausbilder Harris, bei dem man nie wirklich weiss, ob man ihm trauen kann oder nicht. Wie gewohnt spielt er diese Rolle souverän, und man merkt seiner Darbietung ganz klar an, dass er in einer ganz anderen Liga spielt als alle anderen Schauspieler im Film.

Christian Slater (JD) ist der Anführer der Gruppe, und obwohl seine Rolle nicht sehr prägnant ist, ist es nett den ehemaligen 'Interview mit einem Vampir' Star mal wieder in einem Mainstream Film zu sehen. LL Cool J hat es mittlerweile wirklich geschafft, sich vom Rapper zum etablierten Schauspieler zu mausern. Mit seinen Auftritten in Filmen wie Deep Blue Sea, SWAT oder An jedem verdammten Sonntag zeigt er zwar keine Oscar-reifen Leistungen, aber er hebt sich dennoch ganz deutlich von all seinen Musikerkollegen ab, die ebenfalls versuchen im Filmgeschäft ein Bein auf den Boden zu kriegen. Um genau zu sein ist sein Charakter (Gabe) übrigens einer der interessantesten, da er zu der Gruppe der Profiler hinzukommt und ihm keiner wirklich trauen kann. Man weiss nie, ob er vielleicht der Killer ist, mit Harris zusammenarbeitet oder vielleicht mit einem der anderen.

Patricia Velasquez (Nicole) kennt man sicherlich noch aus den beiden "Die Mumie" Filmen, dort spielte sie die Frau des ägyptischen Priesters. In Mindhunters zeigt sie jedoch, dass sie mehr ist als nur hübsche Set-Deko und überzeugt als zweifelnde Ermittlerin. Die andere Frau im Film, Kathryn Morris, überzeugt nicht ganz. Von allen Darstellern zeigt sie ganz klar die langweiligste Perfomance, denn sie jammert und hmt sich mit wenig Gestik und Mimik durch eine starre Rolle, die schon fast besser von einer Schaufensterpuppe hätte gespielt werden können.

'Hackers' Kultstar Jonny Lee Miller ist Lucas Harper, ein Hitzkopf mit großem Interesse an seinen Kolleginnen. Obwohl er sehr einseitig agiert, passt es gut zu seiner Rolle. Ebenso ergeht es Waffennarr Clifton Collins (Vince), der im Rollstuhl sitzt und keinem seiner Kollegen trauen will.
Letztendlich gibt es noch Will Kemp, der zuletzt in Van Helsing zu sehen war - auch seine Darbietung ist leider sehr uninteressant, da er wenig zu sehen ist.

Die Jagd wird gerade zum Ende hin immer spannender, da man mit allen Profilern mitfiebert - ihnen aber auch teilweise nicht wirklich trauen kann, da jeder von ihnen eine dunkle Seite hat. Harlin spielt seine Charaktere gekonnt gegen einander aus, was dann auch sehr gut wirkt, da (bis auf Sarah) alle eine ausgeprägte Persönlichkeit haben.

Fazit
Mindhunters ist ganz klar einer der spannendsten Filme des Jahres. Gute Darsteller, eine Story die einen bis zum Schluss rätseln lässt, jede Menge Action und ein packendes Finale machen Renny Harlin's Profilerjagd zu einem wirklich gelungenem Thriller, den es sich auch öfter zu schauen lohnt.
 

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