Kritik: Ocean's Twelve
OT: 'Ocean's Twelve'
Kinostart: 16. Dezember 2004
Genre: Gangsterkomödie - 12
Regie: Steven Soderbergh
Cast: George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones, Don Cheadle, Matt Damon, Andy Garcia

Bewertung:
8 / 10







 
 


Die dreisten 11 sind wieder da - und diesmal sogar einer mehr

Das Remake von Ocean's Eleven war ein netter kleiner Gangsterfilm, in dem George Clooney und Co das Casino des gelackten Andy Garcia auf cleverste Weise ausräumten. Nebenbei schnappte sich Clooney noch dessen Freundin (Julia Roberts) und als das Ding über die Bühne ging, staunte man nicht schlecht. Die 11 Spezialisten machten ihren Job großartig, die Stars hatten sichtlich ihren Spaß und der Film an sich? Gut, aber mehr auch nicht. Jetzt kommt die schräge Fortsetzung.. und ist sogar wesentlich besser als der erste!

Inhalt
Nach dem genialen Coup haben sich die Elf um Danny Ocean (Clooney) überall abgesetzt, um mit ihrem Anteil ein schönes Leben zu führen. Die Freude hält allerdings nicht lang an, denn der Casinobesitzer Terry Benedict (Garcia) sucht alle elf einzeln auf, um ihnen mitzuteilen dass er sie umbringen lassen wird, sollten sie ihm das Geld nicht binnen zwei Wochen wieder beschaffen. Reichlich unfair, hat der schmierige Kerl seine verlorenen 160 Millionen Dollar doch bereits von der Versicherung zurück bekommen. Er will es also verdoppeln, und die elf wissen - er meint es ernst. Ein neuer Coup muss also her, doch einige Schwierigkeiten stehen im Weg. Nicht alle der elf wollen unbedingt nochmal mitmachen, nirgendwo gibt es soviel Geld auf einmal zu klauen und als sie auch noch vom größten Meisterdieb Toulour herausgefordert werden, wird es eng. Zudem ist ihnen noch Rusty's (Pitt) Exfreundin Isabel (Zeta-Jones) auf den Fersen, eine Spezialagentin... viel zu tun für die elf, die sich noch einen dazu holen...

Kritik
Ocean's Twelve ist ein. absolut. schräger. Film. Die vielen Figuren, die urkomischen Situationen und vor allem die originelle Erzählstruktur machen den Film zu etwas richtig besonderem, und je länger er läuft, desto besser wird er. Natürlich bietet er wieder erstaunliche Diebeszüge und viele lustige Unterhaltungen zwischen den Elf, aber darum geht es garnicht. Steven Soderbergh hat genau verstanden, was am ersten Film noch zu verbessern war und führt die Zuschauer nun durch einen unberechenbaren Film, der immer wieder überrascht und eine gewisse Spass-Spannung aufbaut.

Die Darsteller sind allesamt in Höchstform, und es macht einfach großen Spaß die Freunde Julia Roberts, George Clooney und Brad Pitt in ihrem Gemeinschaftsprojekt wieder arbeiten zu sehen. Die hatten großen Spaß bei den Dreharbeiten, was man in jeder Szene sehen kann. Clooney glänzt als schelmischer Danny Ocean, Andy Garcia spielt seinen Bösewicht einfach klasse, Brad Pitt und Catherine Zeta-Jones klopfen sich gegenseitig auf die Schulter, Julia Roberts ist eh immer gern gesehen und wenn dann noch Vincent Cassell als akrobatischer Meisterdieb hinzukommt...

Soderbergh's Gangsterklamotte lebt vor allem von seiner Schrägheit. Ob es an der irren Kameraführung, den untypischen Locations  oder dem klassischen Soundtrack geht, in jeder Szene steckt etwas... abgefahrenes, liebenswürdiges.

Mitten im Film gibt es zum Beispiel eine Szene, in der Bruce Willis als Seitencameo auftaucht. Man denkt sich, hey Bruce, schön dich zu sehen. Doch dann spielt er - als Cameo, als sich selber - plötzlich auch mit und verschwindet garnicht, wie man es doch erwarten würde. Nein, er ist Teil einer urkomischen Szene, die sogar noch schräger wird, als sich noch jemand am Telefon meldet, ein Star der auch im Film vorkommt, dort aber auch eine Rolle spielt in der er so tut als wäre er ein andere Star - nämlich welcher gerade am Telefon ist. Ziemlich verwirrend, aber es ist absolut genial rübergebracht und auch sonst wird der Zuschauer immer und immer wieder mit neuen Situationen überrascht.

Einigen wird der Film sicherlich zu langweilig sein, da wenig 'passiert' und es sehr schleppend voran geht. Aber dafür wird der Film ja auch nicht falsch beworben. Krimikomödie mit Stil und Stars - genau das ist es, im Stile der Steve McQueen / Cary Grant / Sammy Davis Jr Filme. Dafür muss man entweder was übrig haben, oder dann Incredibles - Die Unglaublichen schauen.

Fazit - Unbedingt anschauen
Viel kann man eigentlich nicht über den Film erzählen, denn man muss es einfach selbst erleben. Erwartet eine unvergleichliche, chaotische aber anspruchsvolle Gangsterkomödie mit tollen Charakteren und vielen Überraschungen. Man muss den ersten übrigens nicht gesehen haben, es hilft allerdings, einige Sachen zwischen den Figuren besser zu verstehen.
 
Arcor
 

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