Kritik: Das Phantom der Oper
OT: 'The Phantom of the Opera'
Kinostart: 16. Dezember 2004
Genre: Musical - 16
Regie: Joel Schumacher
Cast: Emmy Rossum, Gerard Butler

Bewertung:
3 / 10







 
 


Grandios?

Schaut man sich den Trailer zur Verfilmung von Das Phantom der Oper an, läuft es einem kalt den Rücken herunter. Wundervolle Bilder, gewaltige Sets und scheinbar tolle Bildregie versprechen ein gewaltiges Filmerlebnis... vonwegen. Macht man dabei den Sound an, ist es schon nicht mehr so klasse, spätestens wenn man bemerkt, dass im Film nicht gesprochen... sondern gesungen wird. Und das ist erst der Anfang des Grauens...

Inhalt
Jeder müsste die Story eigentlich kennen, aber um es nochmal aufzufrischen...: In einem zeitgenössischen Opernhaus geht ein Phantom um, ein entstellter Mann und genialer Musiker, der in den Katakomben des riesigen Gebäudes lebt. Als er verlangt, dass sein Lieblingsmädchen Christine die Hauptrolle bekommt, will man ihm erst nicht Recht geben, doch dann wird er wütend und zeigt ihnen seinen Zorn. Der unsterblich Verliebte nimmt seine holde mit in die Untiefen, dicht verfolgt von Christine's neuem Freund, Raoul...

Kritik
Das Phantom der Oper ist ohne Frage opulent verfilmt, mit fantastischen Sets und wundervollen Szenerien, einem guten Pace und brachialer Musical-Power, aber am Ende.. stellt sich das Phantom als sehr blutleeres, lustlos dargebotenes Stück da.

Jeder beteiligten Person sieht man an, dass man sich bemühte oscarreife Höchstleistungen aus sich heraus zuholen, doch statt der freudigen Lässigkeit einer Catherine Zeta-Jones in Chicago oder Nicole Kidman in Moulin Rouge verkrampfen die Phantom Darsteller unter der Last des schwierigen Materials. The Day After Tomorrow's Schönheit Emmy Rossum sieht wundervoll aus, aber ebenso wie die übrigen wirkt sie, als fiele es ihr schwer, als sei sie zur falschen Zeit am falschen Ort. Gerard Butler ist ein äusserst sympathischer Schauspieler, aber in der Rolle des Phantoms kann er nicht überzeugen. Dafür ist er zu starr, zu steif und vor allem zu weinerlich.

Zum Leid aller Nicht-Fans des Musicals gibt es Gesangspassagen im Film, die ihn zu einer Fleischwerdung eines jeden Disneyfilmgesangspassagenverächters machen. Was hier nämlich fehlt, sind die eingespielten Megastars (im deutschen gut vertuscht durch Opernstimmen der deutschen Shows) und die Fähigkeit, die Mysthik und die Tiefe der Lovestory darzustellen. So ist er an keiner Stelle besonders romantisch, bewegend oder gar spannend - man schaut einfach nur zu, wie hübsch die Bühnengestaltung ist.

Dem Film hätte es sicher gut getan, hätte man die Gesangspassagen rausgelassen und stattdessen nur auf Dialoge gesetzt- so bleibt es nämlich nur eine von Schauspielern übertragene Kopie der Bühnenshow, die nicht ohne Grund auf die Bühne und nicht auf die Leinwand gehört.

Dabei hat Joel Schumacher bereits mit dem Batmanfranchise (insbesondere 4) gezeigt, dass Filme die toll aussehen, nicht unbedingt toll sein müssen.

Fazit - Doppelseitiges Klebeband?
Muss das Phantom wohl haben, denn sonst fiele die Maske herunter. Versteckt wie sein Gesicht bleibt auch das Herz des Filmes, der sich verkrampft durch eine langweilige Abfolge der Geschehnisse schleppt. Der Film sieht klasse aus, aber am Inhalt mangelts gewaltig.
 
Arcor
 

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