|
|
Grandios?
Schaut man sich den Trailer zur
Verfilmung von Das Phantom der Oper
an, läuft es einem kalt den Rücken
herunter. Wundervolle Bilder,
gewaltige Sets und scheinbar tolle
Bildregie versprechen ein gewaltiges
Filmerlebnis... vonwegen. Macht man
dabei den Sound an, ist es schon
nicht mehr so klasse, spätestens
wenn man bemerkt, dass im Film nicht
gesprochen... sondern gesungen wird.
Und das ist erst der Anfang des
Grauens...
Inhalt
Jeder müsste die Story eigentlich
kennen, aber um es nochmal
aufzufrischen...: In einem
zeitgenössischen Opernhaus geht ein
Phantom um, ein entstellter Mann und
genialer Musiker, der in den
Katakomben des riesigen Gebäudes
lebt. Als er verlangt, dass sein
Lieblingsmädchen Christine die
Hauptrolle bekommt, will man ihm
erst nicht Recht geben, doch dann
wird er wütend und zeigt ihnen
seinen Zorn. Der unsterblich
Verliebte nimmt seine holde mit in
die Untiefen, dicht verfolgt von
Christine's neuem Freund, Raoul...
Kritik
Das Phantom der Oper ist ohne
Frage opulent verfilmt, mit
fantastischen Sets und wundervollen
Szenerien, einem guten Pace und
brachialer Musical-Power, aber am
Ende.. stellt sich das Phantom als
sehr blutleeres, lustlos
dargebotenes Stück da.
Jeder beteiligten Person sieht man
an, dass man sich bemühte oscarreife
Höchstleistungen aus sich heraus
zuholen, doch statt der freudigen
Lässigkeit einer Catherine
Zeta-Jones in Chicago oder Nicole
Kidman in Moulin Rouge verkrampfen
die Phantom Darsteller unter der
Last des schwierigen Materials. The
Day After Tomorrow's Schönheit Emmy
Rossum sieht wundervoll aus, aber
ebenso wie die übrigen wirkt sie,
als fiele es ihr schwer, als sei sie
zur falschen Zeit am falschen Ort.
Gerard Butler ist ein äusserst
sympathischer Schauspieler, aber in
der Rolle des Phantoms kann er nicht
überzeugen. Dafür ist er zu starr,
zu steif und vor allem zu
weinerlich.
Zum Leid aller Nicht-Fans des
Musicals gibt es Gesangspassagen im
Film, die ihn zu einer
Fleischwerdung eines jeden
Disneyfilmgesangspassagenverächters
machen. Was hier nämlich fehlt, sind
die eingespielten Megastars (im
deutschen gut vertuscht durch
Opernstimmen der deutschen Shows)
und die Fähigkeit, die Mysthik und
die Tiefe der Lovestory
darzustellen. So ist er an keiner
Stelle besonders romantisch,
bewegend oder gar spannend - man
schaut einfach nur zu, wie hübsch
die Bühnengestaltung ist.
Dem Film hätte es sicher gut getan,
hätte man die Gesangspassagen
rausgelassen und stattdessen nur auf
Dialoge gesetzt- so bleibt es
nämlich nur eine von Schauspielern
übertragene Kopie der Bühnenshow,
die nicht ohne Grund auf die Bühne
und nicht auf die Leinwand gehört.
Dabei hat Joel Schumacher bereits
mit dem Batmanfranchise
(insbesondere 4) gezeigt, dass Filme
die toll aussehen, nicht unbedingt
toll sein müssen.
Fazit - Doppelseitiges Klebeband?
Muss das Phantom wohl haben, denn
sonst fiele die Maske herunter.
Versteckt wie sein Gesicht bleibt
auch das Herz des Filmes, der sich
verkrampft durch eine langweilige
Abfolge der Geschehnisse schleppt.
Der Film sieht klasse aus, aber am
Inhalt mangelts gewaltig.

|
|
|
|
|