Kritik: Der Polarexpress
OT: 'The Polar Express'
Kinostart: 25. November 2004
Genre: Zeichentrick / FSK - 6
Regie: Robert Zemeckis
Cast: Tom Hanks, Nona Gaye

Bewertung:
1 / 10







 
 


Die Frage ist - wieso?

Tom Hanks ist ohne Frage ein fantastischer Schauspieler der uns schon mit sovielen tollen Filmen begeistert hat, auch Robert Zemeckis hat mit Sachen wie Roger Rabbit oder Forrest Gump erstaunliches geleistet, aber wieso die beiden am Projekt Polarexpress teilgenommen haben, ist wirklich stark zu hinterfragen.

Auftakt des Grauens
Ein kleiner Junge (gespielt von Tom Hanks) bleibt eines Nachts zu Weihnachten wach, als plötzlich ein großer Zug vor seinem Haus hält. Neugierig geht er heraus und trifft den Schaffner (auch gespielt von Tom Hanks, mit einem "National Security" Hank-Schnauzer), der ihn auf eine Fahrt zum Nordpol einlädt. Der Junge willigt ein und die verhängnisvolle Reise nimmt seinen Lauf...

Angriff der virtuellen Zombie Hanks
Die Grundidee des Filmes ist schon merkwürdig (Mann fährt herum und sammelt Kinder ein...), aber der Nullpunkt des Films liegt eindeutig in der Tricktechnik. Komplett Computer-animiert versucht der Film, ein kleines nettes Weihnachtsmärchen zu sein, das die Herzen berühren will. Anstelle dessen verstört und verzerrt es eher, denn die 'Menschen' im Film wirken so künstlich, so unmenschlich, so freakig das man dabei ernsthaft Angst bekommen kann. Besonders der Schaffner mit seinem eisigen Blick und den merkwürdigen Gesten ist äusserst unheimlich, und man kann sicher sein dass kein Kind auf die Idee kommen würde, mit diesem unheimlichen Fremden und seinem futuristischen Zug ins Nirgendwo zu fahren. Andauernd wartet man darauf, dass dieser eine der unzähligen Tom Hanks Klone im Film plötzlich sein Gesicht abreisst, sich als Alien entpuppt und die Kinder fressen will. Schafft man es - obgleich es denn schwer fällt - darüber hinweg zu sehen, stellt sich der Rest des Films als triste Butterfahrt durch den Schnee dar, die mit ihren 100 min jede Minute zu lang ist.
Im Lager des Weihnachtsmann trifft man zb auf dessen Klonarmee, seine Elfen, die alle gleich aussehen und alles andere als sympathisch sind. Auch die Arbeit des Weihnachtsmanns wird nicht als wundervolles Tun, sondern als harte Massenarbeit präsentiert. Spätestens wenn der kleine Junge sich mit einer Minderheitenvertreterin zusammentut oder mit dem Schaffner in einer Actionsequenz schneesurfen geht, fühlt man sich stark verloren. Ganz ehrlich, selbst Bad Santa ist der bessere Weihnachtsfilm für die ganze Familie.

Der Polarexpress ist eine kalte, unheimliche Zeichentricktour durch den Schnee, bei der man doch besser auf Die Unglaublichen oder Verrückte Weihnachten warten sollte. Selbst ein DVD Abend mit "In einem Land vor unserer Zeit Teil 45" ist unterhaltsamer.
 

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