|
|
Die Frage ist - wieso?
Tom Hanks ist ohne Frage ein
fantastischer Schauspieler der uns
schon mit sovielen tollen Filmen
begeistert hat, auch Robert Zemeckis
hat mit Sachen wie Roger Rabbit oder
Forrest Gump erstaunliches
geleistet, aber wieso die beiden am
Projekt Polarexpress teilgenommen
haben, ist wirklich stark zu
hinterfragen.
Auftakt des Grauens
Ein kleiner Junge (gespielt von Tom
Hanks) bleibt eines Nachts zu
Weihnachten wach, als plötzlich ein
großer Zug vor seinem Haus hält.
Neugierig geht er heraus und trifft
den Schaffner (auch gespielt von Tom
Hanks, mit einem "National Security"
Hank-Schnauzer), der ihn auf eine
Fahrt zum Nordpol einlädt. Der Junge
willigt ein und die verhängnisvolle
Reise nimmt seinen Lauf...
Angriff der virtuellen Zombie
Hanks
Die Grundidee des Filmes ist schon
merkwürdig (Mann fährt herum und
sammelt Kinder ein...), aber der
Nullpunkt des Films liegt eindeutig
in der Tricktechnik. Komplett
Computer-animiert versucht der Film,
ein kleines nettes Weihnachtsmärchen
zu sein, das die Herzen berühren
will. Anstelle dessen verstört und
verzerrt es eher, denn die
'Menschen' im Film wirken so
künstlich, so unmenschlich, so
freakig das man dabei ernsthaft
Angst bekommen kann. Besonders der
Schaffner mit seinem eisigen Blick
und den merkwürdigen Gesten ist
äusserst unheimlich, und man kann
sicher sein dass kein Kind auf die
Idee kommen würde, mit diesem
unheimlichen Fremden und seinem
futuristischen Zug ins Nirgendwo zu
fahren. Andauernd wartet man darauf,
dass dieser eine der unzähligen Tom
Hanks Klone im Film plötzlich sein
Gesicht abreisst, sich als Alien
entpuppt und die Kinder fressen
will. Schafft man es - obgleich es
denn schwer fällt - darüber hinweg
zu sehen, stellt sich der Rest des
Films als triste Butterfahrt durch
den Schnee dar, die mit ihren 100
min jede Minute zu lang ist.
Im Lager des Weihnachtsmann trifft
man zb auf dessen Klonarmee, seine
Elfen, die alle gleich aussehen und
alles andere als sympathisch sind.
Auch die Arbeit des Weihnachtsmanns
wird nicht als wundervolles Tun,
sondern als harte Massenarbeit
präsentiert. Spätestens wenn der
kleine Junge sich mit einer
Minderheitenvertreterin zusammentut
oder mit dem Schaffner in einer
Actionsequenz schneesurfen geht,
fühlt man sich stark verloren. Ganz
ehrlich, selbst Bad Santa ist der
bessere Weihnachtsfilm für die ganze
Familie.
Der Polarexpress ist eine kalte,
unheimliche Zeichentricktour durch
den Schnee, bei der man doch besser
auf Die Unglaublichen oder Verrückte
Weihnachten warten sollte. Selbst
ein DVD Abend mit "In einem Land vor
unserer Zeit Teil 45" ist
unterhaltsamer.
|
|
|
|