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I saw SAW
Da schaffen es zwei völlig
unbekannte Filmemacher, den gesamten
Horror Underground aufzurütteln und
einen erstklassigen Erstling
hinzulegen: SAW. Regisseur James Wan
und Autor Leigh Whannell haben es
mit ihrem Film geschafft, auf
verschiedenen Filmfestivals für
Furore zu sorgen und ein
beachtliches Maß an positiven
Kritiken einzusammeln.
Nachdem sie ihr Filmstudium beendet
hatten, haben sich die beiden
hingesetzt und ein Drehbuch
geschaffen, das zwar billig zu
realisieren, aber in seiner Art
äusserst originell war. Um den Film
besser vermarkten zu können, holten
sie sich etwas Budget zusammen und
filmten eine 9minütige
Schlüsselszene aus dem Film, die den
Ton des ganzen wiedergeben soll.
Zusammen mit dem Drehbuch kümmerte
sich ihre Agentin nun um die
Publikation und es fand sich schnell
ein Studio, das diesen Film
realisieren wollte - obwohl die
beiden totalen Anfänger die
Forderung stellten, das der eine
Regie führen und der andere eine
Hauptrolle kriegen würde - und so
wars dann auch.
Die beiden sind der beste Beweis,
das genug Wille und ein gutes
Drehbuch noch immer reichen, um in
Hollywood erfolgreich zu werden.
Inhalt
Reichlich verwirrt wachen zwei
Männer in einem völlig verdrecktem
Badezimmer auf. Festgekettet an
massiven Fußketten sitzen sie sich
gegenüber - mit einer Leiche in der
Mitte des Raumes. Nachdem der erste
Schrecken überwunden ist, findet
einer von ihnen ein Tonband, auf dem
eine grausige Stimme ertönt. Sie
erzählt dem einen, das er 6 Stunden
Zeit hat, um den anderen zu töten.
Andernfalls würde man seine Frau und
sein Kind töten. Alternativ finden
beide auf ihrer Seite eine kleine
rostige Säge, mit der man zwar etwas
durchsägen kann, aber nicht die
Fußfesseln (man denke sich seinen
Teil und es wird richtig makaber in
der Vorstellung). Während die Zeit
verrinnt und die beiden überlegen,
wer sie entführt haben könnte oder
wie sie fliehen könnten, gibt es
jede Menge Flashbacks, die einiges
über den Killer und die
Vorgeschichte der Männer verraten.
Was haben sie miteinander zu tun,
was hat der Killer vor und wer kann
wem trauen?
Kritik
Anhand der Inhaltsangabe hört sich
der Film nicht besonders interessant
an, aber das täuscht. Zwar ist die
Story am Anfang sehr simpel, doch im
späteren Verlaufs des Films wird sie
immer verstrickter, da die
Verbindungen zwischen den Leuten
immer merkwürdiger werden und auch
noch einige Subplots eingeführt
werden (zb über einen verzweifelten
Cop (Danny Glover), der dem Killer
auf der Spur ist).
Optisch ist SAW ein reinstes
Paradebeispiel für erstklassige
Horrorsets. Dreckige Farben, bizarre
Farbfilter und wirre Kamerafahrten
und -perspektiven schaffen ein
beklemmendes Bild der Schaurigkeit,
das enorm zur Atmosphäre des Filmes
beiträgt. Die gruseligen
mechanischen Konstruktionen des
Killers, die abgefuckten Masken und
Puppen bieten Stoff für so manchen
Albtraum.
SO müsste der Tatort im Ersten
aussehen.
Besonders aufgefallen hat mir der
Killer, der sich JIGSAW nennt. Ein
ziemlich kranker Typ, der im Grunde
eigentlich garkein Mörder ist - denn
durch seine abstrusen Maschinen
bringen sich seine Opfer im Grunde
meist selbst um. Ich werde nicht
verraten wer es ist, aber die
Auflösung gegen Ende hin war einfach
brilliant - damit hätte ich niemals
gerechnet. Man hat den ganzen Film
über die Chance darauf zu kommen,
aber kaum einer würde dahinter
kommen, da bin ich mir sicher. Desto
wuchtiger trifft einen dann das
Ende, wenn man mit herunter
geklappter Kinnlade einfach da sitzt
und sich denkt - "Woah".
In so mancher Presse wurde
kritisiert, dass SAW sehr brutal
sein soll, doch selbst in der
ungeschnittenen Endfassung ist der
Film auch nicht wirklich blutiger
als Sie7en oder Ressurection - Die
Auferstehung. Ähnlich wie beim
Original Texas Chainsaw Massacre
sind es hier oft die eigenen
Vorstellungen der Dinge, die den
Film so grausam erscheinen lassen.
Mit Cary Elwes hat man sich einen
Darsteller aus den Fugen Hollywoods
geholt, der zwar schon oft in großen
Produktionen mit gespielt hat, da
aber nie wirklich überzeugen konnte.
Denn zum Küssen sind sie da,
Twister, Robin Hood Helden in
Strumpfhosen - alles keine wirklich
Glanzstücke. In SAW spielt er die
Rolle des verzweifelten Arztes
einfach perfekt. Anfangs sehr ruhig,
so wird er mit zunehmender Zeit
immer nervöser und unruhiger, was er
absolut überzeugend rüberbringt.
Leigh Whannell spielt Adam, den Mann
von gegenüber, der so einiges
Geheimnis mit sich trägt. Da er das
potentielle Opfer des anderen sein
könnte, wird auch er immer
unruhiger, als er sieht das dre Arzt
langsam wahnsinnig wird. Ein sehr
gutes Team, deren Dialoge wirklich
fesseln und mitfiebern lassen. In
Nebenrollen sehen wir Danny Glover,
der einen völlig anderen Cop als den
sonst so bekannten Roger Murtaugh
spielt. Am Rande des Wahnsinns kommt
er bei seiner Jagd fast um (den
Verstand?) und schlittert immer
tiefer in die grausigen Taten von
Jigsaw.
Diskutieren kann man viel, doch am
besten erst dann, wenn man den Film
gesehen hat. Wie auch bei Donnie
Darko oder Matrix ist es reichlich
schwer, den Film hinreichend zu
erklären - man muss ihn gesehen
haben, um ihn zu verstehen. Ich
betone MUSS, den der Film ist ein
absoluter Pflichttitel !
Fazit
Saw ist ohne Frage einer der besten
Horrorfilme der letzten Jahre. Mit
seinen vielen originellen Ideen, den
erstklassigen Schauspielern, dem
badass Killer und der beklemmenden
Atmosphäre ist er ein Must-Have für
jeden angehenden Horrorfilmfan.

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