Kritik: Saw
OT: 'Saw'
Kinostart: 02. Februar 2005
Genre: Horror / FSK - 18
Regie: James Wan
Cast: Cary Elwes, Leigh Whannell, Danny Glover

Bewertung:
10 / 10







 
 


I saw SAW

Da schaffen es zwei völlig unbekannte Filmemacher, den gesamten Horror Underground aufzurütteln und einen erstklassigen Erstling hinzulegen: SAW. Regisseur James Wan und Autor Leigh Whannell haben es mit ihrem Film geschafft, auf verschiedenen Filmfestivals für Furore zu sorgen und ein beachtliches Maß an positiven Kritiken einzusammeln.
Nachdem sie ihr Filmstudium beendet hatten, haben sich die beiden hingesetzt und ein Drehbuch geschaffen, das zwar billig zu realisieren, aber in seiner Art äusserst originell war. Um den Film besser vermarkten zu können, holten sie sich etwas Budget zusammen und filmten eine 9minütige Schlüsselszene aus dem Film, die den Ton des ganzen wiedergeben soll. Zusammen mit dem Drehbuch kümmerte sich ihre Agentin nun um die Publikation und es fand sich schnell ein Studio, das diesen Film realisieren wollte - obwohl die beiden totalen Anfänger die Forderung stellten, das der eine Regie führen und der andere eine Hauptrolle kriegen würde - und so wars dann auch.
Die beiden sind der beste Beweis, das genug Wille und ein gutes Drehbuch noch immer reichen, um in Hollywood erfolgreich zu werden.

Inhalt
Reichlich verwirrt wachen zwei Männer in einem völlig verdrecktem Badezimmer auf. Festgekettet an massiven Fußketten sitzen sie sich gegenüber - mit einer Leiche in der Mitte des Raumes. Nachdem der erste Schrecken überwunden ist, findet einer von ihnen ein Tonband, auf dem eine grausige Stimme ertönt. Sie erzählt dem einen, das er 6 Stunden Zeit hat, um den anderen zu töten. Andernfalls würde man seine Frau und sein Kind töten. Alternativ finden beide auf ihrer Seite eine kleine rostige Säge, mit der man zwar etwas durchsägen kann, aber nicht die Fußfesseln (man denke sich seinen Teil und es wird richtig makaber in der Vorstellung). Während die Zeit verrinnt und die beiden überlegen, wer sie entführt haben könnte oder wie sie fliehen könnten, gibt es jede Menge Flashbacks, die einiges über den Killer und die Vorgeschichte der Männer verraten. Was haben sie miteinander zu tun, was hat der Killer vor und wer kann wem trauen?

Kritik
Anhand der Inhaltsangabe hört sich der Film nicht besonders interessant an, aber das täuscht. Zwar ist die Story am Anfang sehr simpel, doch im späteren Verlaufs des Films wird sie immer verstrickter, da die Verbindungen zwischen den Leuten immer merkwürdiger werden und auch noch einige Subplots eingeführt werden (zb über einen verzweifelten Cop (Danny Glover), der dem Killer auf der Spur ist).

Optisch ist SAW ein reinstes Paradebeispiel für erstklassige Horrorsets. Dreckige Farben, bizarre Farbfilter und wirre Kamerafahrten und -perspektiven schaffen ein beklemmendes Bild der Schaurigkeit, das enorm zur Atmosphäre des Filmes beiträgt. Die gruseligen mechanischen Konstruktionen des Killers, die abgefuckten Masken und Puppen bieten Stoff für so manchen Albtraum.

SO müsste der Tatort im Ersten aussehen.

Besonders aufgefallen hat mir der Killer, der sich JIGSAW nennt. Ein ziemlich kranker Typ, der im Grunde eigentlich garkein Mörder ist - denn durch seine abstrusen Maschinen bringen sich seine Opfer im Grunde meist selbst um. Ich werde nicht verraten wer es ist, aber die Auflösung gegen Ende hin war einfach brilliant - damit hätte ich niemals gerechnet. Man hat den ganzen Film über die Chance darauf zu kommen, aber kaum einer würde dahinter kommen, da bin ich mir sicher. Desto wuchtiger trifft einen dann das Ende, wenn man mit herunter geklappter Kinnlade einfach da sitzt und sich denkt - "Woah".

In so mancher Presse wurde kritisiert, dass SAW sehr brutal sein soll, doch selbst in der ungeschnittenen Endfassung ist der Film auch nicht wirklich blutiger als Sie7en oder Ressurection - Die Auferstehung. Ähnlich wie beim Original Texas Chainsaw Massacre sind es hier oft die eigenen Vorstellungen der Dinge, die den Film so grausam erscheinen lassen.

Mit Cary Elwes hat man sich einen Darsteller aus den Fugen Hollywoods geholt, der zwar schon oft in großen Produktionen mit gespielt hat, da aber nie wirklich überzeugen konnte. Denn zum Küssen sind sie da, Twister, Robin Hood Helden in Strumpfhosen - alles keine wirklich Glanzstücke. In SAW spielt er die Rolle des verzweifelten Arztes einfach perfekt. Anfangs sehr ruhig, so wird er mit zunehmender Zeit immer nervöser und unruhiger, was er absolut überzeugend rüberbringt. Leigh Whannell spielt Adam, den Mann von gegenüber, der so einiges Geheimnis mit sich trägt. Da er das potentielle Opfer des anderen sein könnte, wird auch er immer unruhiger, als er sieht das dre Arzt langsam wahnsinnig wird. Ein sehr gutes Team, deren Dialoge wirklich fesseln und mitfiebern lassen. In Nebenrollen sehen wir Danny Glover, der einen völlig anderen Cop als den sonst so bekannten Roger Murtaugh spielt. Am Rande des Wahnsinns kommt er bei seiner Jagd fast um (den Verstand?) und schlittert immer tiefer in die grausigen Taten von Jigsaw.

Diskutieren kann man viel, doch am besten erst dann, wenn man den Film gesehen hat. Wie auch bei Donnie Darko oder Matrix ist es reichlich schwer, den Film hinreichend zu erklären - man muss ihn gesehen haben, um ihn zu verstehen. Ich betone MUSS, den der Film ist ein absoluter Pflichttitel !

Fazit
Saw ist ohne Frage einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Mit seinen vielen originellen Ideen, den erstklassigen Schauspielern, dem badass Killer und der beklemmenden Atmosphäre ist er ein Must-Have für jeden angehenden Horrorfilmfan.
 
Arcor
 

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