Story:
Der erfolglose Mike wacht
eines Morgens auf und stellt fest, dass er wieder 17 ist - seine Chance, sein
Leben noch einmal in den Griff zu kriegen.
regie :
burr steers
cast :
zac efron, andere
kritik :
christian westhus
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Kritik:
Es ist schon ein
verdammt alter Hut, diese Sache mit den Körpertausch-Filmchen. Mal springt der
Teenager in den Körper der Eltern, oder ein Knirps wird durch
Jahrmarktsautomaten / Wunschpulver wahlweise zum jung-erwachsenen Tom Hanks oder
zu Jennifer Garner. Auch der hier präsentierte Blickwinkel eines Erwachsenen,
der die Chance bekommt noch einmal 17 zu sein, ist alles Andere als neu und so
muss man sich schon was Besonderes einfallen lassen, um mit der Nummer noch
Leute ins Kino zu bekommen.
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"Hey, kennst du die Szene aus Der tödliche
Freund?"
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Scheinbar ist den
Verantwortlichen aber nicht sonderlich viel eingefallen, greifen sie doch
einfach zu altbewährten Marketingstrategien und besetzen besonders zugkräftige
Stars, in diesem Fall jugendlich unverbrauchte Ableger der berühmt-berüchtigten
High-School-Musical-Reihe, die hier schwitzend, grinsend und kokettierend,
Heerscharen weiblicher Pubertierender in die Kinosäle dieser Welt locken sollen.
Eine nie aussterbende Zielgruppe mit ausgeprägter Fan-Manie, noch eine gewisse
Zeit bevor man das Internet entdeckt und den Prozess des Erwachsenwerdens
vollendet. „17 Again“ ist reine Kalkulation – hat aber durchaus so seine
Momente.
Natürlich erfordert der Film von Menschen außerhalb dieser Zielgruppe eine
gewisse Opferbereitschaft; den Willen nicht gleich die Hände vor’s Gesicht zu
schlagen, wenn Zac Efron seine Achselhaare zeigt, dem Schul-Loser hilft und mit
den Cheerleaderinnen tanzt. Hier wollte ganz eifrig irgendetwas eingebaut
werden, was zu Efron und seinem HSM Alter Ego passt. Und der gelockte
Star-Dribbler des High School Teams steht natürlich gerade vor dem
entscheidenden Spiel seiner Jugend, ein Beobachter auf der Tribüne und plötzlich
die unglückselige Freundin am Spielfeldrand. Weiß man zu diesem Zeitpunkt, dass
man in einer Body-Switch-Komödie steckt, braucht man über die Handlung nicht
mehr nachzudenken. Es wird exakt so ablaufen, wie man sich das ungefähr ausmalt.
Die Basketballkarriere platzt und Matthew Perry langweilt sich nen Ast. Der
Grund für die Rücktransformation ist noch einfallsloser, als in anderen
Vertretern dieses Genres und die restliche Zeit dürfen wir Zac Efron beim
Zac-Efron-sein bewundern.
Und es mag weiß Gott talentiertere junge Schauspieler als ihn geben,
wahrscheinlich auch sympathischere, aber a) bringen die es nicht in dem Maße an
der Kinokasse und b) schlägt sich der Junge gar nicht mal so schlecht. Es sei
denn natürlich, es war nicht beabsichtigt, dass seine Figur leicht arrogant,
narzisstisch und aufmerksamkeitsgeil ist. Ist er nämlich. Wirklich nett ist er
nur zu seinem Sohn, also Matt Perrys Sohn, aber der ist er ja irgendwie. Klar
soweit? Seine schwerst pubertierende Tochter Michelle Trachtenberg, die schon
vor zehn Jahren Teenager gespielt hat, hat sich nämlich den Schul-Rüpel zum
Boyfriend angelacht und das passt dem Daddy mit dem Engelsgesicht natürlich gar
nicht. Entsprechend bekommt der Rüpel eine Abreibung in der Cafete und Zac Efron
ist der Held der Fantasie-Schule von Takatukaland. Irgendwie knuffig ist die
Szene aber doch und würde Efron seinen Beschützerinstinkt etwas runterschrauben
und nicht Frau und Tochter gleichzeitig bevormunden und angraben, würde es noch
ein Fünkchen spaßiger sein.
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"Du bist doch dieser lachhafte Pinsel aus den
Highschool Klamotten."
"Ja, und du spielst in meinem Film ne Nebenrolle"
" ."
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Das ist mitunter durchaus harmlos
witzig, wirkt teilweise aber schon reichlich merkwürdig, wenn Efron mit der
sympathischen Leslie Mann tanzt, die ja, wenn man diese Bodyswitchgeschichte
ausblendet, eigentlich nur die Mutter seines besten Kumpels ist. Ganz witzig
aber, dass eben diese Mutter durchaus bescheid weiß, z.B. was es mit MILFs auf
sich hat. Dennoch wirkt die zweite erzwungene Tanzszene für Zac Efron irgendwie
bizarr, von dem Techtelmechtel mit der schnell entschlossenen Tochter ganz zu
schweigen.
Richtig haarig wird’s aber im Sexualkundeunterricht in der Schule. Das läuft
hier weniger auf infantil-pubertäre Gags hinaus, als vielmehr auf verlogene
Disney-Moral im Umgang mit Sex. Predigen von Enthaltsamkeit, kein Sex vor der
Ehe, Sex generell nur aus Liebe und am besten ausschließlich um Kinder in die
Welt zu setzen. Wem das noch nicht Mittelalter genug ist, der warte mal die
Mitschüler-Reaktionen auf Efrons „Oh-meine-Tochter-Monolog“ ab. Fröhliches
Kotzen!
Aus den ganzen Stereotypen und Schüler-Abziehbildern, ragt keiner heraus. Manche
geben nur auf Stichwort eine Floskel ab, die sie wahlweise als Flittchen, Nerd
oder Schläger outet. Charaktere und eine Entwicklung ist hier in den Nebenrollen
nicht zu finden, sondern beschränkt sich einzig auf die Familie O’Donnell.
Natürlich ist es geradezu unumgänglich, bei der Behandlung von Jugendlichen
irgendein Klischee zu erwischen, ein „Breakfast Club“ arbeitete damals ja auch
nur mit Stereotypen, und doch war es dort doch irgendwie ernsthafter, realer,
einfühlsamer. Darum geht es hier nicht. Es ist ein Zac Efron Vehikel. Nicht zu
penetrant, aber schon deutlich.
Gerettet wird die Chose einzig durch Thomas Lennon als Kumpel Ned. Die paar
netten, manchmal ironischen Szenen des Films ohne ihn, hätten für die ganzen
Fehltritte nicht ausgereicht. Lennon jedoch, so oft er auch über’s Ziel
hinausschießen mag, sorgt tatsächlich für Lacher. Seine Figur ist absoluter Star
Wars Fan, hat Replikas ohne Ende im Haus, ein irres Bett, fordert Efron zum
Laserschwert-Duell und baggert die Schulleiterin nach allen Regeln der
Fremdschäm-Kunst an. Dass das in Liebeserklärungen auf elbisch und Nerd-Romantik
mündet, hätte man so einem Film gar nicht zugetraut.
Ganz nett übrigens auch die Idee mit dem Abspann in Jahrbuch-Aufmachung, mit
echten High-School-Fotos der Beteiligten, vom Regisseur, über Drehbuchautor und
Produzenten bis hin zu den Darstellern. Das zeugt auch davon, dass man hier
durchaus ernste Absichten hatte, eigene HS-Erfahrungen einzubauen und das
damalige Lebensgefühl nachzustellen. Das ist zwar nicht so ganz überzeugend
gelungen, erklärt aber die unzähligen Anspielungen auf die 80er, auf Filme, auf
Star Wars, Herr der Ringe, und liefert einen tollen Moment aus „Ein Frage der
Ehre“. Leider liegt die Befürchtung nahe, dass die Hauptzielgruppe die Hälfte
davon nicht zu würdigen weiß und entsprechend nicht witzig findet. Aber die hat
ja eh nur Augen für den Hauptdarsteller.
Fazit:
Für die Zielgruppe bedarf es eh keine Empfehlung, da reicht ein Blick aufs
Poster. Für alle Anderen besteht aber durchaus die Chance, einen einigermaßen
unterhaltsamen Abend zu verbringen. Die Geschichte ist altbekannt, die Figuren
fast alle platt und so manches schmeckt penetrant, aber leidlich amüsant ist es
schon, sofern man nicht gleich die Flucht ergreift, wenn Zac Efron auftaucht.
Knapp, aber schlechter wäre unobjektiv:
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