Story:
Eine Gruppe militanter
Tierschützer bricht in ein Versuchslabor ein, um ein paar Tiere zu befreien.
Dabei machen sie einen großen Fehler, denn die dort vorhandenen Affen sind mit
einem experimentellen Virus versehen, der jeden infizierten zu einem untoten
Kannibalen macht...
Kurze Zeit später. Ein Mann wacht in einem Krankenhaus auf und kann sich an
nichts erinnern. Als er langsam durch die Stadt wandert, muss er feststellen
dass niemand mehr da ist. Wie ausgestorben regt sich nirgends was, bis er in
einer alten Kirche von jemandem angegriffen wird.
regie :
danny
boyle
cast :
cillian murphy, brendan gleeson
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der "Zombie"-Film von Danny
Boyle wurde sehr gehyped, doch letztendlich zeichnet er sich als stark
vertane Chance aus. Der ganze Anfang mit der scheinbar unbewohnten Stadt ist
wirklich sehr atmosphärisch und toll in Szene gesetzt, aber spätestens nach der
Hälfte wird der Film zu einer langweiligen anderen Geschichte, die kaum noch was
mit dem Untoten zu tun hat. Nach einigen sehr gruseligen Ereignissen trifft die
Hauptfigur zusammen mit ein paar Begleitern nämlich auf eine Militärtruppe, und
von nun an haben die Konflikte nur noch mit dieser Thematik zu tun.
Es gibt Neid und Feindlichkeit untereinander und die Lage eskaliert, als die sexuell frustrierten
Soldaten sich an der obligatorischen Frau vergreifen wollen. Nahezu biblisch
fungieren die Infizierten bzb nicht mehr als Schreckensgestalt eines
Horrorfilms, sondern als Werkzeug der Sozialkritik des Regisseurs.
Da hilft auch die Neuerung nichts, dass die Untoten in diesem Film schnell
rennen, statt zu schlurfen. Besonders gut sind sie auch nicht gemacht - wenn man
sie überhaupt mal deutlich sieht - denn meistens wackelt die Kamera so arg, das
man raten muss, was wohl gerade passiert. Gedreht wurde der Film digital, dh er
hat eine ziemlich schlechte Bildqualität - was hier leider auch symbolisch für
den Unterhaltungswert des Films steht. Anfangs noch ganz interessant, stört es
alsbald und man fragt sich, wieso die Wahl bewusst auf schlechtes, verwackeltes
Bild fiel. Boyle hat mit The Beach schliesslich schon einen Blockbuster auf 35
mm gedreht, der durchweg unterhaltsam war - 28 Tage später dagegen verliert sein
Potenzial nach der Hälfte.
Man verlässt den Film mit einem gemischten Gefühl, schliesslich ist 28 Tage
später von der Ausgangslage her spannend und mit Cillian Murphy, Brendan Gleeson
und Naomie Harris hervorragend besetzt; am Ende des Films blickt man jedoch
zurück auf einen Streifen, der seinen Anfang nicht wieder erreichen konnte.
Fazit:
28 Tage soäter ist ein
gewagter Versuch, das Zombie-Genre neu zu beleben. Klappt zugegebenerweise auch
teilweise, aber leider verspielt er mit seiner misslungenen zweiten Hälfte alle
Gewinne.
06 / 10
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