Story
8mm (1999):
Detektiv Welles (Nicolas Cage) bekommt eines Tages einen äußerst düsteren Fall
vorgelegt: eine wohlhabende Witwe engagiert ihn, die Herkunft eines in den
Unterlagen ihres Mannes gefundenen Snuff-Videos zu ermitteln. Auf der Suche nach
der Wahrheit begibt er sich in gefährliche Kreise...
Story 8mm 2: Hölle aus Samt
(2005):
Der angehende Politiker David und seine Frau Tish haben eines Tages spontanen
Sex mit einer mysteriösen Fremden - aus dem Spaß wird jedoch ein Problem, als
sich eine Telefonstimme meldet und anfängt, sie zu erpressen. Entweder sie
rücken Millionen heraus, oder das Video geht an die Öffentlichkeit...
regie :
joel schumacher / j.s. cardone
cast :
nicolas cage, joaquin phoenix / lori heuring,
johnathon schaech
kritik :
christian mester
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Kritik 8mm:
Joel Schumacher
kennt man heute in erster Linie als den Mann, dem es gelang, Batman Ende der
90er ins Lächerliche zu ziehen. "Batman & Robin" ist mittlerweile auf fast jeder
Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten zu finden, weswegen der mittlerweile
70jährige allgemein keinen guten Ruf genießt. Dass der Film mit den Bat-Nippeln
neben dem grausig langweiligen "Number 23" jedoch der so ziemlich einzige
Ausfall in einer ansonst vollkommen soliden Filmographie ist, kann man schon mal
übersehen. Von Schumacher stammen nämlich auch "Falling Down - Ein ganz normaler
Tag", "Die Jury", "Der Klient", "The Lost Boys", "Tigerland" und "Nicht
auflegen".
"8mm" darf da im gleichen Atemzug genannt werden, da es ein überaus solider
Genrefilm mit vielen Stärken ist. Allen voran hat der Film eine packende
Atmosphäre, die Schumacher mit viel Gefühl und der richtigen Ader für Ruhe
einfängt. Der als Pornographie aufgezeichnete Mord ist bedrückend, die
investigative Handlung führt spannend in Milieus, die der Allgemeinheit fern ist
und von oberflächlicher Prostitution bis hin zu bizarren Sexpraktiken führt (die
Schumacher zum Glück nie sonderlich visualisiert).
Zusammen mit Detektiv Welles jagt man durch diese menschlichen Abgründe, in der
besonders die Darsteller überzeugen. Nic Cage - zu der Zeit vor "Ghostrider" und
"Wicker Man" noch kaum anzuzweifeln gewesen - führt in fesselnder Rolle, dessen
Betroffenheit und Mut, die Täter ans Licht zu bringen, trotz Unbehagen ansteckt.
Mittler zwischen beiden Seiten ist Joaquin Phoenix, der als Sidekick mit Cage
harmoniert. Etwas übertrieben, aber dennoch solide ist noch Peter Stormare
("Armageddon"), der als verachtenswürdiger Prinz schmutziger Sexabgründe gekonnt
anekelt.
Fazit:
Insgesamt ein
ungewöhnlicher, aber spannender Fall, der Dank seiner ausgefallenen Stimmung und
einem sehr guten Cage zu empfehlen ist.
7 / 10
Kritik 8mm2 - Hölle
aus Samt:
Hin und wieder
kramt man in Hollywood in den alten Archiven und entscheidet sich dafür, alte
Erfolge mit billigen DVD-Fortsetzungen fortzuführen. Daher gibt es in den
DVD-Regalen der Welt marode B-Kost wie "Eiskale Engel 2+3", "Wild Things 2+3", "Ace
Ventura jr.", "Open Water 2", "Behind Enemy Lines 2+3", "The Skulls 2+3", "S.
Darko", "Into the Blue 2" und "Butterfly Effect 2+3". Filme wie diese haben
meist drei Dinge gemeinsam: alte Gesichter lassen sich nicht blicken, sie sind
merklich billiger inszeniert und sie haben oft nichts oder nur wenig mit ihren
bekannten Vorgängern zu tun. Letzteres liegt oft daran, dass diese Filme anfangs
gar nicht als Sequels ausgelegt sind. Oftmals nimmt man einfach nur produzierte
B-Movies, die thematisch in etwa mit einem bekannteren Film zu tun haben und
gibt ihnen aus Marketing-Gründen bekanntere Titel.
So etwa geschehen bei "Open Water 2", der in Wirklichkeit nichts mit seinem
Vorgänger zu tun hat. Eigentlich hieß er "Adrift", aber weil man sich von dem
Titel des Überraschungshits "Open Water" mehr Geld verhoffte, bugsierte man ihn
kurzerhand unter besagte Flagge.
Dasselbe trifft auch auf "8mm 2: Hölle aus Samt" zu, der eigentlich nur "Hölle
aus Samt" heißen sollte und - welche Überraschung - überhaupt rein gar nichts
mit der ersten Geschichte zu tun hat. Das einzige, was in dieser Produktion etwa
in dieselbe Richtung geht, ist, dass es sich inhaltlich viel um Sex dreht. Um
Snuff geht es allerdings nicht, nur um ein gefilmtes Pärchen, das einem Skandal
aus dem Weg gehen will - welcher genau genommen sogar keiner ist. Niemand im
gefilmten Video geht fremd, es wird nichts Bizarres oder Gesetzloses getan, von
daher steht schon das gesamte Konstrukt auf wackeligen Beinen, da die Jagd gegen
die Veröffentlichung des Bandes - wovon der angehende Politiker sich berufliche
Probleme erwartet - recht sinnfrei erscheint.
Es hilft auch nicht, dass der Film mit unzähligen sinnlosen Nacktszenen und
platter Softcore-Erotik gespickt ist die wohl davon ablenken soll, wie schwach
die vertretenen Akteure sind. Johnathon Schaech war bereits in anderem
DVD-Schrott wie "Poison Ivy 2" und "Road House 2" zu sehen und auch Co-Star Lori
Heuring wird wohl für immer in der B-Movie Hölle gastieren. Die Ermittlung der
beiden ist recht zäh inszeniert, hat nichts von der besonderen Ausweglosigkeit
des ersten und kann zwar auf akzeptablen, aber sehr vorhersehbaren und dazu
unlogischen Twist enden.
Fazit:
Kein Vergleich zum Vorgänger.
"8mm 2" ist ein schwacher Softcore-Erotikstreifen, der spannungsfrei im
Fahrwasser des beliebten Originals versumpft.
1 / 10
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