Story:
Jerry und Mike sind beide Filmfans und arbeiten in einer Videothek, die noch mit
uralten Videobändern arbeitet. Als ihnen dann bei einem Vorfall aus Versehen
alle Bänder kaputt gehen, scheint alles verloren. Da aber die einzige zahlende
Kundin ohnehin fast blind ist, drehen die zwei einfach alle bestellten Filme
nach - mit großem Erfolg. Ihre "Verschwedungen" werden zum Renner...
regie :
michel gondry
cast :
jack black, mos def
kritik :
christian mester
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Kritik:
Michel Gondry ist
ein visueller Magier, denn der faszinierende Regisseur ist nicht ohne Grund
einer der bekanntesten und aufregendsten Musikvideo-Macher unserer Zeit. Von ihm
stammen etliche Kultvideos wie Daft Punks "Around the World", Gary Jules' "Mad
World" oder Björks "Army of Me", dazu hat er mit "Vergiss mein nicht - Eternal
Sunshine of the Spotless Mind" und "The Science of Sleep" zwei der
interessantesten Filme der letzten Jahre gemacht.
"Abgedreht" ist nun ein originelles Konzept, das seinen erwünschten Effekt auch
in Teilen nicht verfehlt. Die amateurhaft nachgestellten Versionen von
"Robocop", "Star Wars" und "Ghostbusters" sind alle amüsant und unterhaltsam,
vor allem, weil sie mit dem ohnehin schon sympathischem Duo Jack Black und Mos
Def ("Per Anhalter durch die Galaxis") astrein besetzt sind. Man kommt nicht
drumherum, bei der einen oder anderen Verschwedung herzlichst zu schmunzeln,
weil auch Gondrys Ideen zur Umsetzung dieser Billig-Filme immer wieder herrlich
überraschen.
Leider ist festzustellen, dass der restliche, nicht unerheblich geringe Teil des
Films müde inszeniert ist. Die Verschwedungen an sich sind hervorragend, sind
aber auch nur ein Gimmick, das rückblickend gesehen auch noch viel zu selten
genutzt wird. Der Rest der Geschichte, der märchenhafte Rettungsversuch eines
urbanen Vorstadtgeschäfts samt pseudodramatischem Endkonflikt, erzählt nämlich
nichts, was man so nicht schon x-mal woanders gesehen hätte, und das auch noch
mit ausgelutschten Gags. Def und Black sind nett, man merkt aber ständig, dass
sie mit den Restriktionen der Story zu kämpfen haben. Was man abseits des Drehs
vor Spaß hinter den Kulissen so getrieben hat, war sicher unterhaltsamer als das
finale Ergebnis.
Was unter dem Strich bleibt, ist eine nicht sonderlich lustige Komödie, die
teilweise zwar einen gewissen Charme mitbringt und auch sympathisch gespielt
ist, zum größten Teil aber darunter leiden muss, dass Gondry sich in seinen
Vorstellungen einschränkt.
Fazit:
"Abgedreht" hatte das
Zeug zum Kultfilm, doch da die großartigen Momente sich gerade einmal auf 10-20
Minuten beschränken, dreht der Film nicht auf, sondern weg.
4 / 10
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