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Kritik:
All Inclusive


von Christian Mester

All Inclusive
(2008)
Regie: Peter Billingsley
Darsteller: Vince Vaughn, Kristen Bell, Jason Bateman, Jon Favreau

Story:
Ein Ehepaar mit Problemen (Kristen Bell, Jason Bateman) bucht eine spezielle Therapiewoche auf der tropischen Insel Bora-Bora. Diese können sie sich allerdings nur innerhalb einer Gruppe leisten, weswegen sie kurzer Hand drei befreundete Pärchen fragen, ob sie nicht mitkommen wollen...

Kritik:
Es ist später Herbst, eine Zeit, in der viele wehmütig an den Sommer zurück denken und sich bereits nach dem nächsten Urlaub sehnen. Wie passend also, das "All Inclusive" im Kino mit prächtigen Panoramaaufnahmen lockt. Wie es Trailer und Poster bereits vermuten ließen, ist es eine heitere Gute-Laune-Story, die sich zu gleichen Teilen auf seichte Romantik und leichte Späße spezialisiert.

Da liegt auch schon das größte Problem des Films, denn seicht beschreibt "All Inclusive" leider recht präzise. Die grundlegende Geschichte ist platt, wirkt konstruiert und verläuft so vorhersehbar, dass selbst Genreneulinge die gesamte Handlung anhand der ersten zehn MInuten abschätzen können. Das mag bei Filmen dieser Art oftmals der Fall sein, weswegen man aber gesondert Wert auf die übrigen Aspekte hätte legen können. Hat man aber nicht, denn die Figuren sind bewusst vereinfacht gehalten und machen keine nennenswerten Entwicklungen durch. Durch ihre Oberflächlichkeit bekommt der romantische Part folglich keinerlei Nachdruck, weswegen die obligatorischen Liebes-geständnisse gegen Ende hin relativ unbewegt lassen.

Nun hat man eine Schar bekannter Gesichter versammelt, die allesamt sympathisch sind und bereits in anderen Filmen und Serien nett ankamen: Kristen Bell ("Veronica Mars"), Vince Vaughn ("Die Hochzeits-Crasher"), Jon Favreau ("Iron Man"), Malin Akerman ("Watchmen"), Jason Bateman ("Hancock"), Jean Reno, sie alle harmonieren offensichtlich auch auf der Leinwand angenehm miteinander, was automatisch für gute Stimmung, nicht aber für guten Film sorgt. Zu simpel bleibt das Drehbuch, zu formuliert die Regie.

Nachdem schon der romantische Abschnitt der als RomCom beworbenen Geschichte nur schwerlich Fuß fassen kann, sieht es in Sachen Comedy nicht viel anders aus. Nur wenige Späße spielen auf Gelächter an, die wenigen Momente sind entweder übertrieben kitschig (Beispiele: ein übertrieben aufdringlicher Yoga-Lehrer oder Erektionen im Massagesalon) oder bleiben weit hinter ihrem Potential zurück. Ein ausgeweitetes Guitar Hero Duell gegen Ende des Films hinterlässt zudem den sauren Geschmack einer gezielt eingebauten Schleichwerbung.

Was die Regie betrifft, so ist "All Inclusive" nichts wirklich Besonderes, wobei die Aufnahmen der karibischen Gegend ganz von selbst exotisches Flair einbringen, was im Großen und Ganzen auch noch durch laues Tiki-Gedudel untermalt wird. Wie auch "Ein Schatz zum Verlieben" und "Into the Blue" ist es also definitiv ein Film der sich später auf Blu-ray lohnt, wenn auch nur, um sich an der Pracht der Bilder zu ergötzen; inhaltlich bietet dieses "All Inclusive" weder Frühstück, noch Pool, noch Zimmerservice. Für alle Beteiligten der Produktion war dies zweifellos mehr Urlaub als Job.

Fazit:
"All Inclusive" ist eine nette Ablenkung vom herbstlichen Schmodderwetter, der deutsche (englische) Titel hält jedoch nicht, was er verspricht.

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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