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KRITIK:
ARMORED
Regie:
Daniel Alfredson
Darsteller: Noomi Rapace, Michael Nyqvist
Release: 2010
von Christian Mester
Story:
Ty (Columbus Short) hat einen neuen Job: er ist
Wachmann in einem Team von Geldtransporterfahrern.
Ein mäßiger und marode bezahlter Job, der dem Mann aus schlechten
Verhältnissen jedoch endlich ein geordnetes Leben
ermöglichen könnte. Seinen neuen Kollegen (u.a. Jean
Reno, Laurence Fishburne, Matt Dillon, Skeet Ulrich) ist der
karge Sold
auf Dauer nicht genug, weswegen sie eines Tages den
ganz großen
Clou planen. Dumm nur, dass der Neuling da
nicht mitmachen will…
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ARMORED gefiel Robert Rodriguez so gut, dass
er Nimrod Antal
für PREDATOR 3 engagierte |
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Kritik:
Man braucht sich nichts vormachen: „Armored“ ist
keine große Hausnummer. War sie nie und wollte sie
auch nie sein. Wird vielen entgehen und wird kaum
einer im Nachhinein bereuen, da es kein Film ist,
den man jemals unbedingt gesehen haben muss. Es ist
aber ein dennoch hinreichend sehenswerter Action-Streifen, der
sich gewiss vor nichts zu verstecken braucht und dem
Kinogänger, der die gesamte Konkurrenz schon kennt,
durchaus entgegen
kommt.
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ARMORED war ein Flop an den Kassen
und konnte sein kleines Budget nicht einmal wieder
einspielen |
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Wie bei den meisten
Heist-Filmen wie „Verlockende Falle“, „Ocean’s 11“,
„Bank Job“ oder „Heat“ steht auch hier die gewiefte
Crew der Diebe im Vordergrund, die durch die Bank
weg sympathisch besetzt wurde. Mit Leuten wie Laurence Fishburne und Matt Dillon kann man in der Regel
eh nicht viel falsch machen und das bringen sie auch in
diese eher langweiligen Rollen, die sie mit ihren
Talenten zu einer unterhaltsamen Truppe machen. Vor
allem Dillon sticht auffällig hervor, der als
instabiler Kumpeltyp anfangs zum kumpelhaften
Arbeitskollegen wird.
Interessant wird es vor allem dann, wenn die
vorherige Freundschaft in bitterböse Feindschaft
ausartet und die vorherigen Freunde versuchen, Ty
mit allen mitteln
zum Schweigen zu bringen. Sie befinden sich in einer
schwierigen Lage: keiner von ihnen ist ein durch und
durch böser Mensch oder gar Killer, sie wissen aber,
dass der begangene Fehler niemals verziehen wird.
Einmal angefangen, ist jeder mitgehangen, weswegen
jeder der Figuren sein Spiel bis zum bitteren Ende
durchziehen muss.
Was das bedeutet? „Armored“
hatte zwar nicht das große Budget, aber Nimrod Antal,
der schon den eher schwachen „Motel“ in einen
überraschend schaubaren Thriller
verwandelte, macht auch hier wieder das Beste aus
den gegebenen Mitteln. Ein großer Teil des Films
spielt in einer alten Fabrik, die nicht immer
sinnig, aber durchweg unterhaltsam eingesetzt wird.
Die wenigern Darsteller spielen sich die Bälle gut
zu und zeigen es einmal auf andere Art: im Gegensatz
zu den Jungs von Danny Ocean oder Thomas Crown ist
keiner der Diebe besonders klug, dafür kantig. Es
sind Bürger der unteren Mittelschicht, die eine
gewagte Unternehmung starten. Auch wenn nichts im Film – weder die Action,
noch die Rollen, noch die Regie, noch die Musik,
noch die Effekte, noch die Dramatik – jemals
Topniveau erreicht, bleibt alles stets in
akzeptablen Rahmen.
Nimrod Antal, der dieses Jahr übrigens „Predator 3:
Predators“ in die Kinos bringt, schafft somit einen
fraglos schaubaren Film, der für sich allein
gestellt zwar kein
Highlight darstellt, aber durchaus haltbares
Notprogramm zu vollen Sälen „Sherlock Holmes“ (Kritik) sein dürfte.
Spätestens als Leihtitel definitiv einen Blick wert.
Fazit:
Solide, handgemachte Action mit kernigen Kerlen und
einer interessanten
wie-kommt-der-da-nur-jemals-wieder-raus Situation.
Kein Highlight, aber ein gern gesehener Genretitel.
5 / 10 |