Story:
Howard Hughes (Leonardo DiCaprio) ist nach dem frühen Tod seiner Eltern einer
der reichsten Menschen der Welt, weswegen er sich kurzerhand aufmacht, seine
beiden Hobbies Film und Fliegerei mit allen Mitteln in ungeahnte Höhen zu
treiben. Er wird also tatsächlich eine Koryphäe der Luftfahrt und ein
Filmgigant, der seine Zeit mit den angesagtesten Starlets Hollywoods verbringen
kann und von der Presse geliebt wird... doch hinter all dem Glanz und Ehrgeiz
bröckelt seine Fassade, denn immer schlimmer werdende Ticks machen dem stolzen
Entrepreneur zu schaffen...
regie :
martin scorsese
cast :
leonardo dicaprio, cate blanchett
kritik :
christian mester
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Kritik:
Martin Scorseses "Aviator" ist die große
Rückkehr zum klassischen Hollywood-Kino. In dem Epos um den großen American
Dream, um Stardom, Glamour und Wagemut zeigt sich der Altmeister von seiner
völlig neuen Seite. Vergleicht man seinen neuesten mit Filmen wie "Goodfellas -
Drei Jahrzehnte in der Mafia", "Taxi Driver" oder "Raging Bull - Wie ein wilder
Stier", so hinterlässt "Aviator" heute den Eindruck eines gespiegelten Bildes.
Statt Herz im Dreck der Gosse zu finden, geht es um die Personifikation des
Industrialismus, des Forschergeistes, des künstlich aufgebauschten Ruhmes,
dessen Bildgewalt nach möglichst großer Leinwand verlangt. Allein die vielen
Flugszenen, bei denen der sonst so CGI-feindliche Regisseur ausnahmsweise mal zu
digitalen Effekten greift, sind mitreißend geworden und eine echte Wucht.
Leonardo DiCaprio hat trotz seines gehobenen Alters immer noch mit seinem
jungenhaften Äußeren zu kämpfen, doch gerade das will hier erstklassig zur Figur
Hughes passen. Sein Magnat ist ein unaufhaltsamer Eisbrecher, ein Visionär und
exzentrischer Einzelgänger, gleichzeitig hochintelligent, berechnend, aber
charismatisch; durch seine machiavellische Ader fasziniert und distanziert er
immer und immer wieder. DiCaprios Präsenz fängt die geballte Egozentrik des
Multimillionärs spielerisch perfekt ein und schafft eine Figur, die sich mit
Köpfen wie Charles Foster Kane und Chev Chelios messen kann. Seit "Gilbert
Grape" wohl seine bislang beste Performance, die einer Best Leading Actor
Auszeichnung wahrlich würdig gewesen wäre.
Die Frauen an seiner Seite sind viele, doch so wirklich auffallend bleibt nur
die immer grandiose Cate Blanchett, die als starke, aber auch eigensinnige Ikone
Katherine Hepburne als einzige in der Lage ist, dem Hughes Paroli zu bieten. Was
daraus wird, ist keine typische Love-Story, sondern ein Ballspiel zweier
großartiger Artisten und starker Charaktere.
Bei all dem Hochglanz wird der Film jedoch zum Ende hin am interessantesten, als
Hawks beginnt, langsam die Kontrolle über sich zu verlieren. Von DiCaprio
umwerfend gespielt, ist seine Spirale abwärts ein fantastisches Gleichnis
gegenüber Hollywood und der Zwiespältigkeit der modernen Industrie. Die
Geschichte des Aviators reißt mit, brilliert durch Abwechslung und hat sogar so
einige kleinere Action-Momente zu bieten, die es innerhalb der Bildgewalt in
sich haben.
Fazit:
"Aviator" ist ein moderner Klassiker, der die Zeichen der Zeit überstehen und
als einer der ganz großen in Erinnerung bleiben wird.
9 / 10
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