Story:
Requiem beginnt direkt nach dem Ende des ersten Teils. Die jungen Predatoren
wollten sich gerade auf den Weg nach haus machen als plötzlich ein Hybrider
beider Rassen auftaucht, ein Predalien, dass das Schiff kurzerhand zu einem
Crash bringt.
Während die außerirdische Brut sich von dort auf den Weg in ein amerikanische
Kleinstadt macht, ruft ein Notsignal einen alten Predator-Veteran herbei, der
vorhat, sich für seine Kameraden zu rächen...
regie :
gebrüder strause
cast :
reiko aylesworth, john ortiz
kritik :
christian mester
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Kritik:
Vor ein paar Jahren
stand 20th Century Fox vor der Wahl: entweder einen teuren "Alien 5" mit Ridley
Scott machen, oder "Alien vs. Predator", ein Zusammen-treffen der beiden
Kultmonster. Weil Ridley viel Zeit für ein handfestes Konzept und auf ein paar
große Namen warten wollte, entschied man sich aus finanzieller Eile für
das Duell, der ähnlich wie Freddy vs. Jason schnell viel Geld
einspielen sollte.
Innerhalb kürzester Zeit wurden ein paar Ideen zu einem Script verarbeitet und
Paul W.S. Anderson in die Hand gedrückt, der sich als begeisterter Fan beider
Reihen äußerte. Während die Fans enttäuscht waren (statt dem Regisseur von "Blade
Runner", "Gladiator" und "Alien" gab es nun den Macher von "Resident Evil" und "Mortal
Kombat"), kam AVP zügig in die Kinos und hatte wie erwartet, großen Erfolg. Zwar
nörgelten viele Fans hier und da, aber im Großen und Ganzen hatte man Schlimmeres erwartet.
Schlimmeres, wie AVP 2.
Die meisten Schreiber
kritisierten am ersten Teil, dass die Story nicht gut genug sei und die Action zu
lang auf sich warten ließe. Dass Atmosphäre fehle und der Film in vielen
Belangen nicht blutig genug sei.
Story? Anderson hatte für den Vorgänger ein zumindest halbwegs interessantes
Konzept. Der Fund des unterirdischen Tempels, der Austragungsort Arktis und die
Einbindung von Mr. Weyland waren garnicht so verkehrt. Zum einen webte man den
Film damit zufriedenstellend in die Zeitleiste der anderen sechs Filme ein, zum
anderen erklärte es, wie die todbringenden Aliens auf die Erde kommen konnten,
ohne das Ende der Menschheit einzuleiten.
Die Brüder Strause schicken die Aliens nun in eine Kleinstadt, und das leider
ohne jemals das Gefühl der drohenden Invasion aufkommen zu lassen. Aliens auf
der Erde bedeuten doch schließlich Worst Case Scenario, denn einmal verbreitet,
gibt es fast nichts mehr um die tödliche Filmbrut aufzuhalten. Man sollte
Hochdramatik und echtes Grauen vermuten, Panik, wie etwa im Trailer zu
"Cloverfield" zu sehen ist - aber nichts davon trifft ein.
Ein immenses und irreparables Problem von Requiem sind erneut die Menschen. Für
einen Film wie diesen gibt es da nur zwei echte Möglichkeiten: entweder, man
macht glaubhafte Figuren, mit denen man mitfiebert und die einem nicht
gleichgültig sind - Figuren wie Ellen Ripley oder Ltd. Harrigan - oder man
überspitzt alles und macht sie humorvoll und amüsant - wie Dutch und Ron
Perlman's Charakter aus Resurrection. Der erste AVP hatte da auch so seine
Probleme, aber selbst Sanaa Lathan und Lance Henriksen aus dem ersten
schauspielen alle aus dem zweiten glatt an die Wand.
Auch die Darsteller selbst sind keine gute Wahl:
sie spielen ihre Rollen langweilig - sie sind einem schlichtweg allesamt egal.
Kaum ein Film hatte jemals derart viele Statisten als Hauptrollen. Besonders die
Jugendlichen sind so schlecht und klischeehaft, dass es einem aus den Ohren blutet.
Wer sich von dem Redband-Trailer
hat berauschen lassen, der sollte seine Erwartungen an den Film gewiss etwas
herunterschrauben. In der Vorschau
war bereits das beste an Action drin, und wer meint, AVP2 sei
Nonstop-Vollblutaction vom Allerfeinsten (damit wird er momentan beworben), der
wird
vor allem in den ersten 70 der 90 Minuten oft ungeduldig auf die Uhr schauen.
Bis zum Kampf zwischen Predator und Predalien gibt es nur wenige echte
Auseinandersetzungen. Der Großteil besteht aus Szenen, in denen Aliens Menschen
angreifen, und dem Predator, wie er nach und nach einzelne Gegner
erledigt, Spuren nachgeht und sie dann verschwinden lässt. Fast stellt man sich
vor, wie er in bester David Caruso-Manier seine Maske abnimmt und die Hände an
die Hüfte legt.
Die Angriffe sind blutig, aber insgesamt leider langweilig, weil die Aliens für
ihn scheinbar garkeine Bedrohung darstellen und sie immer so nah und dunkel
gefilmt sind, das man die Action schlecht überblicken kann. Als dann zum Schluss
auch noch das Licht in der ganzen Stadt ausfällt, wird es nur schlimmer.
Ekelszenen wie der platzende Bauch eines 9jährigen oder die Mund-Befruchtung
einer Hochschwangeren erinnern dann an "Species 2", der ebenfalls auf Ekel
setzte und nicht an seinen besser Vorgänger herankam.
Zugegeben, das Predalien ist wirklich gelungen. Es sieht riesig und
fantastisch aus - wenn man sich den Rest erahnt, denn man sieht es nie wirklich
ganz und oft auch nur angedeutet. Selbst die Aliens sieht man nur schlecht, und
ihr Auftreten im Supermarkt, im Schulschwimmbad oder in der Kanalisation machen
es nicht unbedingt besser.
Der Predator selbst ist noch die
beste Figur im Film, auch wenn die Strauses nicht viel mit ihm zu machen wissen.
Der Endkampf mit dem Predalien ist eine schwere Enttäuschung.
Statt eines richtig gut gemachten Showdowns steht der Gewinner bereits nach
einigen kurzen Hieben fest... das Spektakel bleibt also aus.
Der Heimatplanet der Preds wird nur angedeutet und auch in Sachen Spielzeugen
bringt der maskierte Krieger nicht viel Neues mit. Schulterkanone, Handklingen,
Wurfsterne, Kampfstab sind wie üblich da, dazu kommt ein Laser-netz und eine
Pistole, die aber wenig spektakulär sind. In dem mittlerweile vierten Film mit
Preds hätte auch da mehr sein können.
Logiklöcher gibt es auch so einige, deftige. Obwohl ein General überhaupt keinen
blassen Schimmer hat und nur weiß, das in einer Kleinstadt "etwas" los ist und
er ein Video-Bild von einem Alien hat, ordnet er direkt einen Atomschlag an. Ein
Junge kriegt den Stachelschwanz des riesigen Predaliens durch die Schulter
gerammt, läuft aber 2 Minuten danach schon wieder, als wäre nie was gewesen.
Mitten im Film wird die Nationalgarde gerufen, die dann mit... vier Autos und
ebenso vielen Leuten anrollen (und natürlich alle sofort sterben).
Unter dem Strich muss man ja klar sehen, das Paul W.S. Anderson kein Ridley Scott
ist. Man muss aber auch einsehen, das die Strauses kein Anderson sind. Völlig
vergeigt haben es die beiden zwar nicht, da die Effekte und einige Visuals sehr
gelungen sind - was bei deren Herkunft (sie haben vorher nur Effekte gemacht)
nicht verwunderlich ist. Aber in der Regie, in der Zusammenstellung der Szenen,
die vollkommen unharmonisch, durcheinander und taktlos erscheint, zeigen sich
starke Mängel. Die Schauspieler sind unheimlich schlecht eingewiesen, der
Soundtrack ist nur kopiertes Gedudel und der Gedanke bleibt einfach nicht aus,
das Anderson mit der gleichen Vorlage
einen besseren Film gemacht hätte.
Blut und Splatter allein machen halt keinen guten Alien aus.
Fazit:
"Aliens vs Predator 2:
Requiem" hatte niedrige Erwartungen zu erfüllen; auch wenn die Story und
Schauspieler versagten, hätte er trotzdem noch komplett
durch gut gemachte Action bestehen können. Da er das auch vergeigt, ist AVP2 ein
schwacher Ableger, in dem zufällig Aliens und
Predators drin vorkommen.
3 / 10
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