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KRITIK:
Aliens vs. Predator 1-3
Regie:
Rebellion
Darsteller: Lance Henriksen
Release: 1999-2010
von Christian Mester
Aliens vs. Predator (1999)
Aliens vs. Predator II (2001)
Aliens vs. Predator (2010)
Story:
Aliens und Predator trafen vor zwanzig Jahren
zum ersten Mal aufeinander. Der Comic-Verlag Dark
Horse machte sich einen Spaß daraus, die beiden
berühmten Filmfiguren in eine gemeinsame Story zu
stecken. Da sie zufällig demselben Studio angehörten
(20th Century Fox), nahmen diese den gezeigten Wink
auf und platzierten 1990 einen Alien-Schädel in „Predator
2“. Seither gelten die beiden Sci-Fi Serien also als
verknüpft, was bereits mehrfach in Form von
Videospielen umgesetzt wurde. Die hier relevanten
Veröffentlichungen (1999, 2001 und 2010) haben
jeweils eine eigene Geschichte zum Inhalt, doch im
Prinzip reduziert sich das Geschehen immer auf die
gleichen Punkte.
Als Colonial Marine kämpft man sich allein durch
verschiedene Gebiete und bekommt über Funk Aufträge
erteilt, die man inmitten der Gefahren erledigen
muss (Kühlanlagen ausstellen, Funktürme aktivieren,
andere Zivilisten befreien etc.). Als Alien
schleicht man sich möglichst unerkannt durch
Menschenbasen und versucht, der Königin zu helfen
oder sich heimlich auf einem der Raumschiffe zu
verstecken. Als stattlicher Predator darf man
zumeist verloren gegangene Ehre wieder herstellen,
indem man sich für gefangene Artgenossen rächt,
deren Ausrüstung zurückholt und blasphemische
Predaliens jagt.
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ALIEN-Design 1999, 2001 und 2010
im Laufe der Zeit |
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Kritik: Alien vs. Predator (1999):
Wer sich heute auf den ersten PC-Ableger stürzt,
darf erstmal kräftig schlucken. Der elf Jahre alte
Titel ist stark gealtert und beisst das verwöhnte
Auge. Karge Level, einfache Texturen und detailarme
Figuren dürften vor allem neueren Spielern ein
Grauen sein. Wer darüber jedoch hinwegsehen kann und
die ersten Meter als Marine probiert, erlebt nahezu
Unvergessliches. Bis heute gibt es – mal abgesehen
von den „Thief: The Dark Project“ Spielen und dem
Lovecraft-Grusler „Dark Corners“ – kaum einen Titel,
der derartig intensive Hochspannung schafft. Spielt
man alleine bei gelöschtem Licht und großer
Lautstärke – oder besser noch, mit Kopfhörern –
entpuppt sich die Marine-Kampagne als ungeheuer
packendes Erlebnis.
Die schwache Grafik ist flott vergessen, darf man
sich als Mensch schrecklich hilflos fühlen. Man ist
bewaffnet, doch Munition ist rar und die Gefahr
übermächtig. Aliens können jederzeit auftauchen und
setzen alles daran, den Spieler so schnell wie
möglich in Stücke zu reißen. Fauchend stürzen sie
sich urplötzlich auf einen und da man selbst nicht
viel verträgt, verfällt man immerzu in
Überlebenskampf. Der Hauptreiz besteht daraus die
drohenden Aliens zu entdecken, bevor sie angreifen
können. Das ist oft gar nicht so leicht, da die
gebotenen Möglichkeiten allesamt ihre Vor- und
Nachteile haben. Der Bewegungssensor ist hilfreich,
macht aber nervös. Darüber hinaus stimmen die
Signale nicht immer, weswegen man sich nie
sonderlich darauf verlassen kann. Mit den größeren
Waffen wie Raketen-, Flammen- und Granatenwerfer
macht man ordentlich Platz, neigt in den oft engen
Level allerdings dazu, sich auch gern mal selbst
fatal in Brand zu stecken.
„Aliens vs Predator“ ist ein oft verdammt dusteres
Spiel, weswegen man sich mit Fackeln und
Nachtsichtgerät Licht verschaffen kann, letzterer
schaltet dafür jedoch den Sensor ab. Fies wird das
Auftreten der kleinen Facehugger, da man die
schäbigen Biester oft übersieht und aus dem Stuhl
fliegt, wickelt sich einer unerwartet ums Gesicht.
Kurzum: man fühlt sich glaubhaft in die schier
albtraumhafte Lage versetzt, allein und verzweifelt
unter echten Aliens zu sein. Schleicht man das erste
Mal schwer verletzt und mit nur drei verbleibenden
Kugeln im Magazin gen Ausgang und sieht plötzlich
fünf Zeichen auf dem piependen Sensor auftauchen,
geht der Puls nach oben.
Als Fan der Filme darf man zudem getrost high
werden, da man größtenteils durch bekannte
Umgebungen der ersten drei Filme marschiert und
unentwegt Soundtrack-Musik hört. Die neuen Waffen
passen ins Universum und auch die Story passt,
lediglich spätere Alien-Cyborgs wirken ein wenig
deplatziert.
Als Alien ähnelt das Feeling der Menschenkampagne.
Zwar ist man dieses Mal selbst mörderisches Monster
und offensiv, allerdings sind die Bedingungen
dementsprechend angepasst. Plötzlich sieht man sich
einer Armada von gut bewaffneten Soldatenteams und
Selbstschussanlagen gegenüber, die man durch
geschicktes Taktieren und passendem Anschleichen
ausschalten muss. Das Alien stirbt schnell und ist
vor allem sehr feueranfällig, weswegen man wie eine
Art Spion vorgehen muss. Das Gameplay macht
gewaltigen Spaß, da man oft umdenken muss,
unheimlich flink ist und an der Decke entlang fetzen
kann.
Der einzige wirkliche Einbruch findet sich in der
Kampagne des Predators. Der außerirdische Jäger
steckt endlos ein, hat die besten Waffen und ist ein
laufendes Überwesen. Für Menschen unsichtbar und
Aliens unbesiegbar, absolviert man die Aufträge
meist lässig pfeifend – und damit ohne jegliche
Intensität. Dennoch ist auch die seine Kampagne sehr
spielenswert, da er sich ganz anders anfühlt und mit
seiner originellen Ausrüstung Spaß macht.
Fazit:
Die 1999er Variante ist eins der besten Spiele
seines Genres. Zwar ist es merklich gealtert, doch die
Intensität ist nach wie vor fast unübertroffen.
8 / 10
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Space Marines,
1999, 2001 und 2010 |
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Kritik: Alien vs.
Predator 2 (2001)
Zwischen dem ersten und zweiten AVP liegen nur
läppische zwei Jahre, doch die Optik machte damals
einen gewaltigen Sprung. „Aliens vs Predator 2“ ist
ansehnlicher als der erst Teil und besticht vor
allem durch bessere Texturen und gefülltere Level.
Spielerisch geht man recht vergleichbare Wege,
allerdings will der zweite Teil leider nicht mehr
ganz so fesseln, zwar immer noch genug, aber nicht
ganz so. Das liegt an zweierlei Sachen: zum einen
ist „Aliens vs Predator 2“ nicht mehr ganz so
dunkel. Marschierte man im ersten Teil manchmal
durch absolute Schwärze, ist die Fortsetzung weitaus
heller. Dazu kommt, dass man oftmals draußen
unterwegs ist und somit nur selten echte
Klaustrophobie spürt. Man ist nicht mehr allein, da
andere Menschen immer in der Nähe sind und ein
Großteil des Spiels sogar in einer von (noch
lebenden) Menschen belebten Station spielt. Man hat
also nie das Gefühl, vollkommen für sich und
verloren zu sein.
Etwas unglücklich gewählt ist der Versuch, eine
komplett neue Geschichte erzählen zu wollen. Es gibt
keine aus den Filmen bekannten Gegenden mehr und der
Versuch, Handlungen aller drei Kreaturen zu
verknüpfen, klappt nur mäßig. So befreit man als
Marine aus Versehen einen gefangenen Predator, um in
der Predator-Kampagne dann als eben solcher zu
sehen, wie man sich indirekt selbst befreit hat. Das
führt dazu, dass die Macher viele Level der
Kampagnen in der jeweils anderen dreist wiederholen
und man selten wirklich Neues sieht. Nett ist, dass
man in der Xenomorph-Kampagne als Facehugger
beginnt, sich dann als Chestburster aus einem
Brustkorb beissen muss, Futter sucht und erst nach
einiger Zeit erwachsenes Alien ist.
Spielerisch haben sich vor allem Alien und Predator
verändert. Das Alien ist stärker geworden, da es
neuerdings Gegner tacklen kann. Dieser weite
Kampfsprung lässt Menschen regelrecht explodieren,
womit man sich gefährlicher (und zum Leid der
Atmosphäre leider auch: sicherer) fühlt. Der
Predator, der im ersten Spiel schon zu stark war,
ist ebenfalls stärker geworden. Nicht nur, dass er
seine Lebensenergie wieder aufladen kann - die dafür
nötige Batterie lässt sich auch jederzeit wieder
auffrischen. Da man fünf Meter hoch springen und
sich unsichtbar machen kann, entkommt man zudem
jeder seltenen kritischen Lage und ist in 20
Sekunden wieder vollkommen gestärkt.
Fazit:
„Aliens vs Predator 2“ ist definitiv ein guter
Shooter, er lässt jedoch bei aufgefrischter Optik
etwas Signifikantes missen: die Atmosphäre ist ein
wenig heruntergekurbelt, dafür überzeugt der Rest
mit starkem Gameplay und abwechslungsreichem Spaß.
7 / 10
Kritik: Aliens vs. Predator (2010) :
Nach dem bleibenden, bitteren Nachgeschmack des
zweiten AVP Films freute man sich darauf, endlich
wieder mutterseelenallein mit dem nervtötenden
Sensor durch die Gegend zu latschen und sich
inmitten leerer Korridore wieder richtig gruseln zu
können. Die Meldung, dass die Macher des
bahnbrechenden ersten Teils hier wieder Regie
führten, sollte Gutes in brandneuer Grafik
versprechen.
Der aktuellste Part der Reihe ist visuell ein
regelrechter Augenschmaus geworden. Ob es dampfende
Dschungellandschaften, detaillierte
Predator-Ausrüstungen oder ein CGI Lance Henriksen
sind, das Geschehen ist eine wahre Wucht und ein
echter Hingucker, der zudem auch noch äußerst blutig
ausfällt. Durchlöcherte Köpfe, herausgerissene
Wirbelsäulen und sprühende Säurefontänen machen „Alien
vs. Predator“ nicht nur zum bestaussehendsten Teil
der eigenen Reihe, sondern auch zu einem der
schicksten, schonungslosesten Shooter der letzten
Monate.
Das ist dann aber auch schon alles an verfügbarem
Lob, denn spielerisch ist die 2010er Version ein
Witz. Ein schlechter. Hatte der zweite Teil schon
merklich weniger Atmosphäre als der erste, hat der
neue keine. Dunkelheit gibt es gewissermaßen
überhaupt nicht mehr und von der Anforderung her ist
es ein reines Kinderspiel. Selbst als Marine ist man
viel zu stark und braucht keine Hilfen mehr, da
Aliens ohnehin immer nur von vorn kommen und langsam
auf einen zukriechen. Vorbei sind jegliche Panik-
und Hektikattacken, da das Treiben nie sonderlich
fordert (das einzige etwas schwierige Element sind
auftauchende Cyborgs, die mehr Kugeln als andere
vertragen). Dafür geht es inhaltlich in einen
Nachtclub mit stampfenden Beats, was narrativ etwa
auf einer Linie mit der Schulschwimmmbadszene aus „Aliens
vs Predator 2: Requiem“ steht.
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Insgesamt gibt es 36 lizensierte Videospiele
mit ALIENS |
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Unverzeihlich ist die Tatsache, dass das Spiel die
gesamte Steuerung verändern musste. Als Alien ist
man nicht mehr so frei wie zuvor. Luftschächte
lassen sich nicht einfach erklettern; man muss einen
Schacht per Taste anvisieren und dann ein
Klettermanöver ausführen. Überhaupt sind zahllose
Dinge im Spiel gescriptet. Ein Marine kann nicht
einfach über eine Kiste springen, man muss sie
anvisieren und eine Kletteraktion ausführen lassen.
Rennen kann man auch nur per Knopfdruck, dann
jeweils nur 10 Sekunden, bevor der Elitesoldat
keuchend zusammenbricht (Srgt. Gunnery Hartman aus
„Full Metal Jackett“ sollte sich diese trendigen
Egoshooter-Konditionswunder mal vorknöpfen). Sein
Kampf gegen die Königin? Gescriptet (in der Regel
schränken Spielehersteller die Interaktivität ihrer
Spiele gezielt ein und setzen bevorzugt auf Scripte,
wenn ihnen die Zeit (oder Lust) fehlt, alles
ordentlich zu programmieren). Besonders beschränkt
ist der Kampf des Aliens. Normale Klauenschläge
können Marines und Predator jetzt blocken, sodass
man sich andauernd in einem Punch/Block/Punch
Boxspiel wiederfindet, das langweilt und überhaupt
keinen Sinn macht, da Aliens aufgrund ihrer Reflexe
und Stärke offensichtlich niemals axelschulzen
müssten. Ähnlich bedeppert ist der Umgang mit dem
Predator. Der unsichtbare Dreadlocksträger ist zwar
nicht mehr ganz so stark wie im letzten Teil,
bekommt es dafür aber immer nur mit einer handvoll
lachser Gegner zu tun. Die Steuerung seiner Aktionen
ist zudem so umständlich, dass man sich bald dabei
erwischt, sich die meiste Zeit sichtbar und punchend
vorwärts zu bewegen. Es gibt Manöver zum
Anschleichen und Ablenken, doch all das ist sinnlos,
da man ausreichend überlegen ist. In seiner Rolle
darf man auch banale Jump N Run Einlagen meistern,
indem man über Plattformen gewisse Knöpfe erreichen
muss. Bedeppert: der Predator kann gut 10 Meter weit
und 5 m hoch springen, aber nur wenn es ihm
angeboten wird. Eine 20cm hohe Kiste schafft er
nicht. Fatalities ala „Mortal Kombat“, die sich
oftmals in Nähe eines Gegners ausführen lassen, sind
auf den ersten Metern noch amüsant, nerven aber, da
sie sich im ganzen restlichen Spiel endlos
wiederholen.
Es wiederholen sich auch die wenigen Level, die zwar
hübsch aussehen, dafür aber extrem linear sind und
in allen drei Kampagnen zu 80% wiederholt werden.
Wiederholt im Sinne von ‚man läuft dreist dieselben
Wege ab, weil man zu faul war, mehr zu basteln’.
Darüber könnte man ja noch fast hinwegsehen, wäre
der Umfang trotzdem noch groß – das ist er nicht.
Die Menschenkampagne schafft man in gut 90-120
Minuten; wenn man sich beeilt, wahrscheinlich sogar
in 60. Die Alien-Kampagne ist noch kürzer, fällt auf 60
herunter, die Predator-Kampagne ist noch knapper.
Insgesamt gibt es also eine gigantische Spielzeit
von rund vier Stunden.
Wieder gibt es keine Orte aus den Filmen und der
Einbau von Lance Henriksen als Filmfigur Bishop ist
ein nur kleiner Tropfen auf den heißen Stein. Seine
Stimme ist immer gern gehört, aber Bishops Auftreten
wirkt so platt und oberflächlich wie der gesamte
lieblose Ton des Spiels. Wäre „Aliens vs Predator“
nicht zufällig ein bekannter Name mit geliebten
Figuren, würde man den Titel schnell unbeachtet in
der Fünf-Euro Kassenramschkiste wiederfinden. Als Spiel
ist es eine Katastrophe und als „Aliens vs Predator“
eine noch viel größere.
Fazit:
Nicht von der Bildgewalt und dem Blutgehalt blenden
lassen, denn der neueste Teil der Reihe ist
spielerisch und inhaltlich eine blamable
Enttäuschung. Was die ersten Spiele großartig
machte, ist nicht mehr vertreten: keine Spannung,
keine Atmosphäre, kein tolles Gameplay. Was bleibt, ist ein miserabler,
kurzer, geradliniger Shooter ohne Highlights.
2,5 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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