Story:
Catherine Tramell (Sharon Stone) steckt in der Klemme: ein Liebesspiel am Steuer
führt zum Tod ihres Begleiters, weswegen man die in England lebende
Bestseller-Autorin am liebsten hinter Gittern sehen würde. Um den bezweifelten
Geisteszustand der angeblichen Gefahrenfetischistin einzuschätzen, engagiert man
dafür einen Psychiater (David Morissey), doch mit diesem beginnt ein weiteres
Spiel...
regie :
michael caton-jones
cast :
sharon stone
kritik :
christian mester
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Kritik:
Als Sharon Stone
eine späte Fortsetzung ihres größten Hits "Basic Instinct" ankündigte, rollte
die gesammelte Fachpresse mit den Augen. Abgesehen davon, dass ein Sequel zum
bekannten Erotik-Thriller schon aus Prinzip wenig Sinn machen durfte, war es
darüber hinaus schon ein schlechtes Omen, dass Partner Michael Douglas es
konsequent ausschlug, wieder dabei zu sein.
Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich zunächst, da Douglas' Nachfolger
David Morrissey weder in die schauspielerischen Fußstapfen seines Vorgängers
tritt, noch jemals ein ernst zunehmender Gegenspieler für Stones Catherine
Tramell wird. Der Plot entwickelt sich recht leblos und ist, wie es nicht anders
zu erwarten war, mit allerlei skandalträchtig gedachten Sex-Szenen gespickt, in
der die offensichtlich chirugisch aufgepeppte Stone ihre letzten Einkäufe zur
Schau stellt. Die im Genre bezeichnete "Erotik" bleibt leider völlig auf der
Strecke, da sämtliches Knistern aufgrund Morrisseys störender Leere entfällt und
der Film oftmals bloß auf jene Softcore-Szenen setzt, in denen Hauptfigur
Tramell stöhnend Erinnerungen zu wecken versucht.
Inwiefern die zu der Zeit 48jährige noch Sex-Appeal versprühen mag, sei jedem
selbst überlassen. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass es noch
immer relativ unterhaltsam ist, sie in ihrer berühmtesten Rolle zu sehen. Als
durchtriebene Autorin spielt sie ein recht durchdachtes Spiel mit ihren Gegnern,
das sich erst spät entfaltet. Erst als die doppeldeutigen Offenbarungen des
Showdowns Klarheit verschaffen, entpuppt sich das Konstrukt des Films - sofern
man aufgepasst hat - als unterschätzt. Leider dauert es zu lange und so fragt
man sich zwischendurch immer wieder, ob die wenig leidenschaftlichen
Zusammentreffen der Geschlechtsteile der Hauptfiguren über auftretende Längen
hinwegsehen lassen soll.
Caton-Jones' Regie ist nichts Besonderes, lässt aber wenigstens geschickt
vergessen, dass der Film fast volle zwei Stunden geht. "Basic Instinct 2" ist
akzeptabel gemacht und besser ausgestattet als die meisten anderen Filme seines
Genres (was hinsichtlich der sonstigen Qualität von Softcore-Erotik wenig
aussagt), jedoch bleibt gerade im Vergleich zum ersten Teil etwas Signifikantes
auf der Strecke: Spannung. Im ersten Teil spitzte sich die Lage zum Ende hin zu
und die zweifelhafte Beziehung Tramells zu Cop Douglas entwickelte sich auf
fesselnde Weise, hier ist allerdings von Anfang an klar, dass Tramell die Fäden
in der Hand hat und ohne echte Herausforderung bleibt.
Fazit:
Eine sehr schwache
Fortsetzung, deren eingestreute Sexszenen nicht davon ablenken können, dass
Michael Douglas und Paul Verhoeven schmerzlichst vermisst werden.
2 / 10
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