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Film Kritik
 
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Der Fluch der goldenen Blume

Story:
Am Vorabend des Chrysanthemen Fests erreicht überraschende Kunde den
kaiserlichen Hof: Kaiser Ping (Chow Yun Fat) kehrt nach dreijähriger Abwesenheit zum kaiserlichen Palast zurück, um das Chrysanthemen Fest mit seiner Familie zu feiern. Kaiserin Phoenix (Gong Li) und die am Hof verbliebenen Kaisersöhne, Wan und Yu, bereiten alles für dessen Ankunft vor. Der gesamte Hofstaat versammelt sich, um seinen Kaiser und den mittleren Sohn, Prinz Jai (Jay Chou) zu empfangen.
Doch weder die prächtigen Gewänder, noch die rege Betriebsamkeit können
verbergen, welche Intrigen in der kaiserlichen Familie gesponnen werden. Phoenix hat mit ihrem Stiefsohn und Kronprinzen Wan eine Affäre. Kaiser Ping hingegen versucht mittels seines Leibarztes Phoenix zu vergiften, indem er einen giftigen Pilz zu Phoenix’ Medizin hinzufügt, welche diese schon seit zehn Jahren regelmäßig zu sich nimmt.

regie :
zhang yimou
cast  : chow yun fat, gong li
kritik : sascha weber
 

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Kritik:
Zhang Yimou hat mit seinen beiden Werken Hero und House of Flying Daggers
international erfolgreiche Filme aus dem Wuxia-Genre produziert, welches durch
Tiger & Dragon wieder an Beliebtheit gewonnen hat. Auch der Trailer zu Curse of
Golden Flower nimmt sich wie ein Wuxia-Streifen aus, doch dieser Eindruck täuscht, denn in Yimous neuestem Werk spielen Kämpfe nur eine untergeordnete Rolle.

Autumn Remembrance, so der Arbeitstitel, weiß durch eine wunderschöne
Ausstattung zu überzeugen. Sowohl die Architektur des kaiserlichen Palasts, als auch die Kostüme der einzelnen Charaktere sind äußerst opulent und sprühen vor Details, welche das Auge des Zuschauers umschmeicheln und manchmal schon fast zu überladen wirken. Dabei überwiegen Rot- und Gelbtöne (beispielsweise das Blumenmeer aus Chrysanthemen), aber auch Gold und Silber sind sehr dominant vertreten.

Einzig die wenigen Szenen, welche außerhalb des kaiserlichen Hofs stattfinden, sind geradezu farblos und dunkel gehalten. Brokat, Seide und die Reinheit des Goldes stehen dabei im krassen Widerspruch zur Verlogenheit und Verderbtheit der Palast-Bewohner, welche selbst vor dem jüngsten Sohn der kaiserlichen Familie nicht halt macht.

Chow Yun Fat ist mit seinem Vollbart fast nicht wieder zuerkennen, macht aber
ebenso wie Gong Li eine sehr gute Figur. Dabei ist es anfangs ein wenig schwierig, einen wirklichen Sympathieträger auszumachen. Auch wenn man zu großen Teilen an Phoenix’ Fersen hängt, wird ihr Leiden, verursacht durch ihre „Medizin“, ein wenig durch ihre Affäre mit ihrem Stiefsohn relativiert. Erst mit zunehmendem Zeitverlauf wird mehr Licht ins Dunkel gebracht und das gesamte Ausmaß der vorhandenen Probleme wird dem Zuschauer offenbart.

Wie bereits weiter oben erwähnt, spielen die Kämpfe in Golden Flower nur eine
untergeordnete Rolle. Lediglich in wenigen Minuten des Films werden Klingen
gekreuzt, doch diese kurzen Momente wissen durchaus zu überzeugen. Doch
während bei Tiger & Dragon, sowie Hero der Kampf Mann/Frau gegen Mann/Frau
immer wieder zelebriert wird, ist es hier eine Massenschlacht, welche fulminant in Szene gesetzt wird. Wie bereits im Trailer angedeutet wird, treffen zwei Armeen aufeinander und bekämpfen sich bis aufs Letzte. Diese Szenen sind durchaus beeindruckend und auch die digitale Herkunft einiger Figuren bleibt einem nicht verborgen.

Nichtsdestotrotz ist es eine Schlacht, welche sich sehen lassen kann und frische Ideen mit sich bringt; dabei ist der Gewaltgrad genre-bedingt natürlich eher gering, was jedoch gut ist, denn alles andere würde wohl deplaziert wirken. Auch eine andere Szenen, in der sich eine Horde von Assassinen spinnengleich vom Gebirge abseilt, um ihrer blutigen Arbeit nachzugehen, ist stilvoll inszeniert, stellt jedoch die Ausnahme im Film dar.

Fazit:
Wer einen Filme im Stil von Hero erwartet und auf Kämpfe hofft, sollte lieber einen großen Bogen um Curse of the Golden Flower machen. Wer sich jedoch
stattdessen auf ein optisch ansprechendes Drama mit eingestreuten Kampfszenen einstellt, wird sicherlich nicht enttäuscht werden.


6.5 / 10

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