Story:
Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) ist Spezialagent der US-Regierung
und im nahen Osten tätig, da man hofft, dort einen höchst gefährlichen
Terroristenanführer namens Al-Saleem zu schnappen. Dieser ist bereits für
mehrere Anschläge in den USA und Europa verantwortlich und plant, die
nicht-muslimische Welt dem Erdboden gleich zu machen.
Zusammen mit seinem Vorgesetzten Ed Hoffmann (Russell Crowe), der ihn von seinem
Büro in den USA aus unterstützt, arbeitet Ferris unter gefährlichen Bedingungen,
die ihn täglich in Lebensgefahr bringen. Haarig wird es, als ein gefährliches
Lügenkomplott genutzt wird, in das auch Jordaniens Sicherheitschef Hani Salaam
(Mark Strong) verwickelt wird...
regie :
ridley scott
cast :
russell crowe, leonardo dicaprio
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Scott ist
ein etwas anstrengender, aber definitiv guter Film.
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"Critters 3? Sag das noch mal."
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Dass der neue Film mit Leo
DiCaprio und Crowe kein leichter Popcornstreifen werden würde, war abzusehen,
aber genau genommen weiß Der Mann, der niemals lebte selbst nicht so ganz, wo er
hin will.
Dabei stimmt eigentlich alles. Wie zu erwarten war, ist Leonardo DiCaprio
zum Beispiel wieder einfach große Klasse. Der Mann, der jahrelang für sein
Pressebild des netten Mädchenschwarms belächelt wurde, hat sich ähnlich wie Brad
Pitt im Laufe der Jahre zu einem der besten Schauspieler Hollywoods entwickelt,
und das zeigt er hier auch wieder. Mit einer unheimlichen Intensität spielt er
die Rolle des Mannes an der Front glaubhaft und sympathisch. Man fiebert mit ihm
mit und schaut gebannt zu, was ihm wohl als nächstes passiert.
Etwas gelassener ist hier der ehemalige Gladiator Crowe, der mit deutlichem
Übergewicht einen typischen Bürokraten spielt, der nichts von den tatsächlichen
Gefahren zu schätzen weiß und das ganze mehr für ein großes Spiel hält. Was eine
so gute Rolle wie die des dicken Seymour Hoffmans in Der Krieg des Charlie
Wilson hätte werden können (die zu Recht Oscar-nominiert war), bleibt leider
ohne wirkliche Höhepunkte zurück, und auch sein Zusammenspiel mit DiCaprio
funktioniert nicht so gut wie erwartet.
Sehr überraschend dagegen ist der Brite Mark Strong, der äußerst glaubhaft und
gut den jordanischen Minister für innere Sicherheit spielt, der immer wieder mit
Ferris aneinander gerät und gleichzeitig faszinierend und bedrohlich wirkt.
Seine Szenen mit Ferris gehören mit zum Besten am Film.
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"Hm, wo hab ich nur die Pizza vergraben."
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Wieso aber ist Der Mann, der
niemals lebte kein echtes Highlight? Sein größtes Problem ist, dass es keinen
wirklichen roten Faden gibt. Die Story beginnt recht spannend und bleibt es auch
bis zum Ende, aber von der Handlung her gibt es einfach keinen Aufbau und keine
Höhepunkte. So wie der Film anfängt und endet, könnte er auch noch 20 Stunden
weiterlaufen.
Durch die durchweg hohe Intensität, die immer nur kurz anhält, wird der Film
auch ein wenig anstrengend, da es scheinbar keine sicheren Momente gibt. Selbst
eine minimal kleine Liebesgeschichte, die wirklich nur kurz angeführt wird, wird
direkt wieder durch bedrohliche Elemente gestört und von unruhiger Musik
untermalt.
Action sollte man eher keine erwarten, denn auch wenn im Film einige Male
geschossen wird, vermittelt der Trailer einen völlig falschen Eindruck. Dies ist
kein Actionfilm, kein Blood Diamond, und es gibt auch noch wesentlich weniger
Action als in Operation: Kingdom. Zwar mehr als in München, aber Action sollte
hier nicht der Grund sein, die Karte zu lösen.
Vom Look her zeigt Scott auch mal wieder, wieso er mit zu den besten seines
Faches gehört - die Story wird in großen Bildern erzählt, zieht einen direkt in
den gefährlichen Strudel der Nahostgewalt und lässt von Anfang bis Ende nicht
mehr los.
Fazit:
Wer etwas Geduld mitbringt,
bekommt einen spannenden, superb gemachten und sehr gut gespielten
Nahost-Thriller, dem es allerdings etwas an Aufbau und Erfüllung fehlt.
7 / 10
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