Story:
Eine tödliche Seuche erfasst
die Welt, weswegen zwei Paare sich abseits der Großstädte auf den Weg zu einer
sicheren Unterkunft machen und hoffen, von dort aus aushalten zu können. Es
kommt natürlich wie es kommen muss, und bald hat sich der erste von ihnen mit
dem todbringenden Virus angesteckt…
regie :
alex pastor
cast :
chris pine
kritik :
christian mester
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Kritik:
Wehe, da hustet einer;
ein tödlicher Schnupfen will Angst und Bange machen.
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Irgendwo in diesem Bild ist ein Flubber.
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Die Angst, mit einer gefährlichen
Krankheit infiziert zu werden, war schon oft das Thema in Spielfilmen. Ob im
Klassiker "Outbreak: Lautlose Killer" mit Dustin Hoffman, in "28 Days Later"
oder diversen Zombie-Filmen wie der Game-Verfilmung "Resident Evil"; fast immer
wird mit der unheimlichen Vorstellung gespielt, dass man dadurch die Kontrolle
über seinen Geist und Körper verliert, Heißhunger auf Hirn bekommt oder auch
einfach nur tot dahinsiecht. "Carriers" versucht nun, die herbstliche Erkältung
zum echten Albtraum zu machen.
Anstatt sich unnötig mit langatmiger Einführung aufzuhalten, ist die tödliche
Seuche in "Carriers" bereits von Anfang an auf Welttournee. Sie wird durch die
Luft übertragen und ist zudem enorm ansteckend, weswegen ein Großteil der
Bevölkerung bereits zum letzten Mal geniest hat. Ryan, Bobby, Danny und Kate
konnten sich mit ihrem Wagen im letzten Moment noch aus dem Staub machen und
wollen nur noch eins: überleben, egal wie.
Ganz, ganz grob gesehen gibt es zwei Arten von Horror. Die einen versuchen durch
Absurditäten wie schräge Kills ("Freitag der 13.", "Final Destination 4",
"Resident Evil") möglichst amüsant zu sein, andere Vertreter des Genres setzen
dagegen lieber auf Spannung, Atmosphäre und echten Grusel ("Rec", "Das
Waisenhaus"). "Carriers" gehört nun fraglos zu Letzteren, zumindest versucht er
es, denn wie schon im relativ ähnlichen "28 Days Later" sind die Figuren und
Story mal nicht bloß Aufreißer für Blut und Schocks, sondern allesamt glaubhaft
wirkende Charaktere, mit deren Schicksal man gepflegt mitfiebern soll. Das
klappt auch ganz gut, denn die Hauptrolle spielt der neue Captain Kirk Chris
Pine, der auch ohne Phaser ganz charismatisch ist und wieder einen guten
Anführer abgibt. Er ist als Rolle nicht unbedingt der netteste, aber interessant
zu folgen.
Es ist äußert fesselnd zu sehen, wie die vier anfänglichen Freunde sich durch
die Krise immer weiter voneinander entfernen, wie das gegenseitige Misstrauen
steigt und nach und nach ehrliche Meinungen und Geheimnisse ans Licht kommen.
Würde man ähnlich reagieren? Eine Frage, mit der man sich sicherlich
beschäftigen kann. Der Kampf ums Überleben ist dabei relativ atmosphärisch
inszeniert und hinterlässt allgemein ein sehr beunruhigendes Gefühl der
drohenden Endzeit. Auch die Schauplätze sind zumeist sehr düster und unwirtlich
gewählt. Nach all den blutigen Genrestreifen der letzten Zeit tut es im Übrigen
auch mal wieder gut, dass "Carriers" größtenteils ohne übertriebenes Blutbad
auskommt und die vielen Gruselmomente hauptsächlich auf guten Einsatz von Musik
und Aufbau zu überraschenden Schockmomenten setzen.
Was manch einem fehlen wird, ist die Tatsache, dass es hier hauptsächlich um das
Schicksal der vier geht. Der Film beschäftigt sich also nicht sonderlich mit der
Herkunft des Virus oder den Versuchen, ihn aufzuhalten. Große Erklärungen oder
Massenszenen gibt es daher eher weniger.
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"So, jetzt sag dem Onkel mal, wo diese Sissy
Spaceks sind"
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"Carriers" ist insgesamt
akzeptabel, hebt sich aber qualitativ nicht maßgeblich von seinen Genrekollegen
ab. Wer die thematisch nahen "28 Weeks Later" und "Resident Evil Extinction"
mag, dem wird er sehr wahrscheinlich viel zu ruhig sein, während er im Gegenzug
all denjenigen, die die genannten Titel viel zu hibbelig fanden, Wohltat sein
könnte. Allerdings lässt sich nicht ignorieren, dass ihm wesentlich mehr Leben
gut getan hätte. Es muss ja nicht gleich Action mit Kung-Fu und gewaltigen
Explosionen sein, aber die durchscheinende Leblosigkeit macht "Carriers"
teilweise anstrengend. Gerade in den späteren Abschnitten fängt die Handlung an,
sich sehr in die Länge zu ziehen, was zuweilen das ein oder andere Mal auf die
Uhr blicken lässt. Ein schlechtes Zeichen für einen 90-Minüter, da es selbst
doppelt so lange Filme gibt, die kein einziges Mal langatmig wirken.
Was die Charaktere betrifft, so stimmt es, dass sie alle glaubwürdig agieren,
jedoch sind leider nicht alle Figuren mit Vernunft und guten Ideen gesegnet.
Manch einer verhält sich nämlich nicht nur nervig, sondern auch noch schrecklich
dämlich, was zu vielen unverständlichen Momenten führt. Manche der Ansteckungen
sind einzig und allein auf Dummheit und törichter Unaufmerksamkeit zurück zu
führen, was bei der Thematik – einer tödlichen Seuche – einfach nur mit dem Kopf
schütteln lässt. Pine bleibt leider auch der einzig bestechende Charakter, die
anderen drei fallen eher unter das Motto langweilig bis nervig.
Es fällt auch auf, dass die zweite Hälfte des Films mit der noch recht guten
ersten nicht mithalten kann – nachdem die beiden Fronten später mehr oder
weniger geklärt sind und sich die Spreu vom Weizen trennen will, passiert fast
ausschließlich Vorhersehbares. Die ständige Vertrauensfrage nervt zudem
irgendwann und insgesamt bleibt das Gefühl, dass diese Geschichte merklich
besser hätte sein können.
Fazit: Ausgeniest - diese Ansteckungsmär ist allenfalls in Ordnung, gutes Kino findet
man jedoch eher im anderen Saal.
4
/ 10
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