Story:
Die
Menschheit
stirbt
aus. Im
Jahre
2027
liegt
die Welt
im
totalen
Chaos.
Anarchie,
Gewalt
und
Krieg
dominieren
das
weltweite
Geschehen,
nur
Großbritannien
versucht
durch
ein
strenges,
militärisches
Regime,
das
jeden
illegalen
Einwanderer
brutal
verhaftet,
Ordnung
zu
behalten.
Auslöser
dafür
ist die
Tatsache,
dass
seit
fast 18
Jahren
keine
Kinder
mehr
geboren
werden
können.
Frauen
sind
unfruchtbar.
Die
Menschheit
stirbt
aus. In
diesem
globalen
Chaos
gibt es
plötzlich
Kee,
eine
Illegale
in GB,
die im
8. Monat
schwanger
ist.
regie :
alfonso
cuaron
cast
:
clive
owen,
julianne
moore
kritik
:
christian
westhus
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Kritik:
Endzeitfilme
gelten
als
spezielle
Genrefilme,
die mit
einer
düsteren
Utopie
unterhalten
und
früher
Charlton
Heston
in der
Hauptrolle
hatten.
Dabei
ist kaum
ein
Genre,
neben
dem
Dokumentarfilm,
ein so
deutlicher
Fingerzeig,
in
welche
Richtung
sich die
Menschheit
bewegt,
wie
dieses.
Alfonso
Cuarón
inszeniert
die
Adaption
von P.D.
James’
gleichnamigen
Roman
als
überaus
düstere,
konsequent
finster
gesinnte,
pessimistische
und
zynische
Schilderung
einer
sterbenden
Welt.
Das
Ganze
wirkt so
ungemein
realistisch
und vor
allem
erschreckend
realitätsnah,
dass
einem
Angst
und
Bange
werden
kann,
wenn man
wieder
in die
aktuellen
Nachrichten
schaut.
Mit den
Nachrichten
beginnt
auch der
Film, wo
berichtet
wird,
dass der
jüngste
Mensch
des
Planeten
im Alter
von 18
Jahren
und ein
paar
Monaten
gestorben
sei.
Mitten
im einem
Café
begegnen
wir
Thedore
Faron,
der dem
Zuschauer
unemotional
und
stoisch
das
blanke
Chaos
zeigt,
das auf
der
Straße
regiert.
Verdreckte
Straßen,
Obdachlose
an jeder
Ecke,
schreiende
Menschen,
abgewrackte
Häuser,
Erschießungen,
in
Käfigen
eingesperrte
Immigranten
und
plötzliche
Explosionen
– das
ist
London
und die
restlichen
Welt im
Jahr
2027.
All dies
wirkt
durch
eine
ungemein
detaillierte
Ausstattung
und
tolle
Effekte
erschreckend
realistisch.
Meterhohe,
schwarze
Rauchwolken
schweben
über den
brennenden
Trümmern
britischer
Großstädte.
Ein
beängstigendes
und
optisch
glaubwürdiges
Szenario.
Clive
Owens
Theodore
Faron
ist ein
Pessimist
und
Zyniker
und
hätte
vom
charismatischen
Briten
nicht
besser
verkörpert
werden
können.
„Everything’s
fucked
up.”,
scheint
uns Owen
mit
jedem
Blick zu
sagen
und
macht es
damit
unglaublich
schwer,
ihn als
Identifikationsfigur
zu
akzeptieren.
Julianne
Moores
forciert
emotionaler
Charakter
führt
uns eine
Weile,
doch
wirklich
ins Herz
schließt
man
Michael
Caines
Jasper.
Ein Gras
rauchender
Alt-Hippie
mit
merkwürdigem
Humor
und vor
allem
mit
Hoffnung.
Hier
zeigt
sich
abermals
die
große
Wandlungsfähigkeit
eines
Sir
Michael
Caine,
einem
der
Größten
den die
Filmwelt
noch
hat.
Cuarón
spielt
mit den
Erwartungen
der
Menschen
und
weiß,
dass die
Zuschauer
sich an
jede
aufkeimende
Hoffnung
klammern
werden,
an jeden
fröhlichen
Moment
und das
nutzt er
aus. Der
Humor
ist fast
permanent
gallig
bitter
bis
zynisch,
oder
wird von
einen
Moment
auf den
Anderen
durch
pure
Gewalt
zerstört.
Tour de
Force
wird so
etwas
gerne
genannt,
aber
dieser
Begriff
reicht
hier
nicht
aus.
Immer
wieder
schlägt
die
grausame
filmische
Realität
zu und
Buch und
Regisseur
scheuen
nicht
davor,
auch
Sympathieträger
urplötzlich
verschwinden
zu
lassen.
Das ist
mitunter
schmerzend
emotional
und doch
so kalt
und
bitter,
dass man
als
Zuschauer
kaum
atmen
kann.
Auf der
hochspannenden
Odyssee
von
Theodore
und Kee
spult
Cuarón
eine
ganze
Palette
an
symbolischen
Szenen
ab. Da
hängt
Picassos
Guernica
in
voller
Größe in
einem
Raum,
Michaelangelos
David
fehlt
ein Teil
des
Beines,
ein
überdimensionales
Plastikschwein
(Pink
Floyd?)
schwebt
hoch
über der
Stadt,
Graffiti
und
Schmierereien
an den
Wänden
teilen
apokalyptische
Botschaften
mit,
nachdenklich
stimmende
Schlagworte
ehemaliger
Institutionen
prangen
in den
Straßen
und an
den
Wänden
und
plötzlich
starrt
Clive
Owen mit
nachdenklicher
Miene zu
Boden,
während
sich im
Hintergrund
eine
Figur
eines
Dinosauriers
befindet,
die
überdeutlich
zeigt,
was hier
vor sich
geht.
Die
Menschheit
hatte
ihre
Chance,
jetzt
ist ihre
Zeit
abgelaufen,
jetzt
muss sie
die Erde
verlassen.
Die
Menschheit
stirbt
aus.
In einem
Flüchtlingslager
geht der
Film auf
die
Zielgerade
und
führt
den
Zuschauer
mitten
in einen
Rebellenaufmarsch,
mitten
ins
Chaos,
ins Herz
der
Finsternis.
Die
actionreiche
Flucht
durch
Trümmer,
zerbombte
Häuser,
Kugelhagel
und
Leichen
ist ein
einziger
Kraftakt,
der
nicht
mit
radikalen
Bildern
spart
und in
seiner
ausgeblichenen,
verwackelten
Bildsprache
nicht
nur an
Spielbergs
„Der
Soldat
James
Ryan“
erinnert,
sondern
auch
dessen
Intensität
erreicht.
In zwei
ewig
langen
und
perfekt
choreographierten
Takes
stakst
Clive
Owen
durch
die
Häuser,
während
um ihn
herum
die
halbe
Stadt
zerstört
wird,
Menschen
schreiend
in ihren
Verstecken
kauern
und
blutig
niedergeschossen
werden.
Das ist
intensiver
und
realistischer
cineastischer
Terror
in einer
überaus
erschütternden
Form.
Ganz
große
Klasse.
Am Ende
bleibt
die
Hoffnung
und ein
flaues
Gefühl
im
Magen.
Keine
Erklärungen,
keine
vollständige
Auflösung,
keine
explizite
Warnung,
nur das
ungute
Gefühl,
dass man
einen
Film
sah,
dessen
fiktiver
Kern
gering
ist. Die
Menschheit
bewegt
sich auf
ein
globales
Chaos
zu, das
verschiedene
Gründe
haben
kann. Es
ist ein
Film,
der
sicherlich
zu den
drei
besten
Filmen
2006
gehört
und ein
technisch,
inhaltlich
und
darstellerisch
perfekter
Film,
der
zudem
noch
musikalisch
überzeugt,
außerdem.
Überwiegend
klassische,
epische
Filmmusik
wechselt
sich
beispielsweise
ab mit
Radioheads
tieftraurigem
„Life in
a
Glasshouse“,
dem
apokalyptischen
„In the
Court of
the
Crimson
King“
von
King
Crimson
und dem
symbolischen
Auszug
von
Gustav
Mahlers
„Kindertotenliedern“,
bis uns
Kinderlachen
in den
Abspann
begleiten.
Fazit:
„Children
of Men“
gehört
mit zum
Besten,
was es
dieses
Jahr im
Kino zu
bestaunen
gab.
Selten
wurde
die
nahende
Apokalypse
so
dicht,
so
realistisch
und so
packend
gezeigt
wie
hier.
Eine
wunderbare
Umsetzung
des
Romans,
in tolle
Bilder,
durch
perfekte
Darsteller
und mit
einer
mutigen,
technisch
sehr
versierten
und
einfühlsamen
Regie,
die für
ein
stark
emotionales
Filmerlebnis
sorgt.
Das
sollte
man sich
nicht
entgehen
lassen.
Augen
aufmachen,
hinsehen
und eine
Weile
darüber
nachdenken,
in was
für
einer
Welt wir
uns
gerade
befinden.
Das Jahr
2027
könnte
auch uns
irgendwann
erreichen.
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