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Die Chroniken von Narnia:
Prinz Kaspian


Kritik von Christian Mester

The Chronicles of Narnia - Prince Caspian (2008)
Regie: Andrew Adamson
Cast: Liam Neeson, Ben Barnes

Story:
Einige Zeit ist vergangen, seit Susan, Lucy, Peter und Edward Pevensie in den Gefilden von Narnia hausten. Sie lebten damals bis ins hohe Alter als Adelige, bevor sie als Kinder wieder in die Welt der Menschen zurückkehren mussten. Prinz Kaspian von Narnia ersucht nun ihre Hilfe, denn seit ihrer Abwesenheit haben Kriege und Hass das Land geteilt. Kaspians Onkel Miraz will die letzten Narnier auslöschen, doch die Pevensies stellen sich ihm in den Weg...

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Kritik:
"Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" kam vor drei Jahren mit viel Tamtam ins Kino und wollte vieles sein: er wollte genau so gut sein wie Herr der Ringe und den Weg für insgesamt
6 Fortsetzungen ebnen. Zwar spielte er dank interessanter Trailer eine Menge Geld ein, doch letztendlich waren viele der Besucher enttäuscht. Zurecht, denn Narnia hatte damals viele Schwächen.

Worüber man zweifellos nicht streiten kann, ist die grandiose Optik des zweiten Films von Andrew Adamson. Hatte der erste noch teils ungenaue Effekte und recht langweilige Sets, so ist den Machern mit dem zweiten Streich einer der visuell schönsten Filme des Jahres gelungen. Sieht man mal von den umwerfenden Sets und schönen Drehlandschaften Neuseelands ab, so haben die Gestalter der Burgen, Ruinen und Wälder Narnias allesamt Hochachtung verdient. Ebenfalls überraschend ist die Qualität der animierten Tiere und Fabelwesen, bei denen man oft rätselt, ob es noch CGI oder schon Kostümarbeit ist. Ob Minotauren, Zentauren, Ziegenmenschen, Wasserelementare, sprechende Dachse und Mäuse - durchweg sind die fantastischen Elemente der Story erstklassig umgesetzt. Harry Gregson-Williams' Score ist ebenfalls gut, hält sich jedoch meistens zurück, um den Film mit ruhigeren und angenehmen Tönen zu begleiten.

Mit so einer guten Grundlage kann man eigentlich in Sachen Fantasy nicht mehr viel falsch machen... oder?

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Falsch gedacht, denn an einer Stelle hapert es mal wieder gewaltig: die Hauptdarsteller. Dieses Mal ergänzt um Ben Barnes (mit schrecklicher dt. Synchronstimme) und Zwerg Peter Dinklage, können die Teens und Kids der Pevensies nach wie vor nicht wirklich überzeugen. Bekommt der älteste von ihnen, Peter, zumindest ein paar gute Kampfsequenzen in die Hand, so agieren die anderen allenfalls als Statisten und Bildfüller. Barnes als neue Hauptfigur etwa verfehlt sämtliche Dramatikmomente der Story und wird als tiefster der oberflächlichen Figuren sogar von einer digitalen Maus übertrumpft.

Zumindest auf Seiten der Bösen ist Sergio Castillo als König Miraz ganz ordentlich zugange, doch auch er bekommt dank Script zu wenig zu tun und ist insgesamt zu einsilbig. Das ist enttäuschend, denn der Rest des Films ist bis auf eine Kleinigkeit recht unterhaltsam gestrickt. Ohne lange zu zögern geht es dieses Mal im Handumdrehen nach Narnia, wo die einfache, aber stetig schreitende Story rasch in Bewegung kommt und so einige größere Effektszenen bietet. Ziemlich gut sind sämtliche Kämpfe in Narnia 2, die übersichtlich gefilmt sind und trotz Blutarmut einen hohen Bodycount aufweisen und nicht mehr so tun, als wäre alles ein harmloses Kasperletheater. Wer sich jedoch Düsterheit erhofft, bleibt besser zuhaus: selbst in der Schlacht ist Narnia kunterbunt. Die ruhigeren Momente versagen darauf hin wegen der schwachen Schauspieler, doch zumindest weiß Adamson nicht lange auf solchen zu verharren.

Das Ende von Narnia 2 hinterlässt einen bitteren Geschmack, denn die Auflösung der Geschichte ist viel zu schroff und hinterlässt eine gewaltige Frage. Ohne zu spoilen, darf hier gesagt werden, dass jemand gegen Ende nahezu per Fingerschnipp das gesamte Problem löst, ohne aber mitzuteilen wieso er das nicht schon ganz zu Anfang getan hat. Das und die Frage, wieso die Pevensies immer nur bei Problemen nach Narnia gerufen werden und am Ende das dreckige Nachkriegs-London der Fantasywelt vorziehen, bleibt mysteriös
(oder auch = unsinnig). Ist Teil 2 besser? Ja, denn er ist schicker und besser gemacht und zumindest für das Auge eine echte Wohltat. Inhaltlich jedoch allenfalls Mittelmaß und je weniger man über die Schauspieler oder Tiefe der Story sagt, desto besser für alle Beteiligten.

Fazit:
Der neue Narnia ist wie ein Eis im Sommer: tut gut, macht aber nicht satt und am Ende bleibt außer dem Sti(e)l nicht viel zurück.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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