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DAS SERIENJAHR 2013
(von Gastautor Christian Schäfer)


Nachdem nun schon einige Rückblicke auf die Filme des Jahres 2013 geworfen wurden, gibt es an dieser Stelle nun einen (kleinen) Überblick über die neuen TV Serien, die 2013 über den Bildschirm flimmerten. Zahlreiche neue Formate erblickten das Licht der Mattscheiben, teilweise wurden neue Wege beschritten, was unter anderem auch zur bedrohlich großen heranschwimmenden Welle der Remakes/Reboots in Serienform - egal ob basierend auf einer alten Serie oder einem alten Film - beigetragen haben dürfte (jedenfalls mit Blick auf erfolgreiche Serien wie „Bates Motel“, „Sleepy Hollow“ oder „Hannibal“). Was davon wirklich nächstes Jahr umgesetzt wird, bleibt noch abzuwarten, aber die Flut dieser angestrebten Projekte sorgt schon für Unbehagen - so gerne man einige Filme vielleicht auch im Serienformat sehen möchte.
Außerdem gab es natürlich wieder eine Flut von eher belanglosen Serien (alleine bei den US-Networks gingen 26 neue Serien an den Start, Reality-Formate nicht mitgezählt). Im Vergleich zu den Vorjahren fällt aber auf, dass sich vieles zum positiven verändert hat. Die Anzahl der qualitativ hochwertigen Formate hat deutlich zugenommen, Anbieter wie Netflix mischen jetzt mit einem neuen Modell auf dem Serienmarkt mit und werden den herkömmlichen Free TV- und Kabelsendern in Zukunft sicher noch Kopfschmerzen bereiten. Ohnehin befindet sich das werbebasierte Fernsehen - nicht zuletzt wegen der zahlreichen neuen Alternativen zum herkömmlichen TV - in einer Krise, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Die Zuschauer wollen selbst bestimmen, wann und wo sie ihre Serien schauen und sich nicht von festen Sendezeiten einschränken lassen. Da scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Free TV Sender ihr jetziges System zu den Akten legen (müssen). Wenn die quotenreichste neue Serie der US-Networks - die NBC-Serie „The Blacklist“ - für Premiere und Herbstfinale gerade mal auf ein Rating von 3,8 kommt (auf deutsch: 3,8 Prozent des Zielpublikums der 18-49jährigen haben die Serie live gesehen), während die AMC-Kabelserie „The Walking Dead“ ein Rating von 8,2 und 6,1 (für Staffelpremiere und Herbstfinale) aufweisen kann, dürfte das den Network-Bossen ganz schön zu schlucken geben. Momentan versuchen einige der Networks mit einer Reihe von Miniserien am Ball zu bleiben und werden damit 2014 einen Schritt in Richtung Event-Programmierungen gehen. Ob sich damit das (veraltete) System des werbebasierten Fernsehens retten lässt, scheint allerdings fraglich. In Deutschland, wo mittlerweile einige eingekaufte US-Serien in Form von Wochenend-Marathons ausgestrahlt werden, geht die Rechnung zurzeit noch auf.

Wichtige Info: 2013 lebte ich in Italien und sah die meisten Serien über einen US iTunes Account.

Aber bevor wir jetzt zu weit abdriften, hier der versprochene Überblick über die Serienneuheiten 2013 und meine persönliche Top-Liste der Neustarts:

Vorweg sei noch angemerkt, dass ich kein Freund von Comedy-Serien bin. Dennoch soll es dort einige vielversprechende Kandidaten geben. Serien wie „Brooklyn Nine-Nine“, „The Goldbergs“, „The Crazy Ones“, „The Michael J. Fox Show“, „Save Me” und „Hello Ladies” werden dort öfters genannt. Ob es diese Kandidaten mit den bereits etablierten erfolgreichen Formaten wie „The Big Bang Theory“ oder der bald endenden Serie „How I Met Your Mother“ aufnehmen können, bleibt noch abzuwarten. Seth MacFarlanes Comedy „Dads“ gilt derweil schon als abgesetzt.

Der Drama-Bereich hingegen ist definitiv mein Ding, wobei es nicht einfach beziehungsweise schlicht unmöglich ist, alles zu verfolgen. So sind mir bisher das neuseeländische „Top of the Lake“ und das französische „Les Revenants“ entgangen - zwei Serien, die ich auf jeden Fall noch nachholen muss und die von vielen TV Kritikern gefeiert werden. Auch die beiden Netflix-Serien „Hemlock Grove“ und „Orange Is the New Black“ habe ich bisher noch nicht gesichtet, wobei man von „Orange Is the New Black“ viel Gutes hört und die Serie auch einiges an Award-Nominierungen (im Comedy-Bereich, weshalb ich noch zögere, einen Blick drauf zu werfen) eingeheimst hat. Das bereits abgesetzte „Low Winter Sun“ (AMC) werde ich trotz einiger guter Kritiken wohl auslassen.

Außerdem konnten einige Serien bei mir kein oder nur begrenztes Interesse wecken - bei der Flut an neuen Serien muss man ohnehin schauen, wo überhaupt ein Blick riskiert werden sollte. Von vornherein fielen daher „Mr Selfridge“ (ITV, PBS), „Once Upon a Time in Wonderland“ (ABC) und „Rectify“ (Sundance Channel) weg. Beim britisch-irischen „The Fall“ (RTÉ one, BBC two), einer Krimiserie mit Gillian Anderson, werde ich im Nachhinein aber noch eine Sichtung vornehmen, obwohl das Interesse vorerst gegen Null ging. Soviel zu den Serien, die an mir vorbei gegangen sind (wobei ich garantiert noch einige Serien komplett übersehen habe). Im Folgenden nun die Serien, die ich abgebrochen habe:

Ironside (NBC): Ein Serien-Remake der Original-Serie mit Raymond Burr - in Deutschland bekannt als „Der Chef“. Abgesehen davon, dass der Ermittler (Blair Underwood) hier im Rollstuhl sitzt, eine ganz normale Crime-Serie. Nicht gerade schlecht gemacht, aber es bleibt das Gefühl, alles schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Der Pilot reichte mir daher aus. Quotentechnisch ein Flop, verfrachtete NBC die Serie nach vier Folgen ins Archiv.

The White Queen (BBC, Starz) und Reign (The CW): Zwei Serien aus dem Bereich Kostümdrama, die mich mit dem Piloten nicht nur nicht überzeugen konnten, sondern obendrein nur recht qualvoll zu ertragen waren. Dort blieb es für mich bei einer Folge. „The White Queen“ wurde bereits von der BBC abgesetzt (wobei aber eventuell noch die Möglichkeit einer Wiederbelebung durch Starz besteht - in den Staaten lief die Serie viel besser als in UK) und „Reign“ gehört jetzt schon zu den Wackelkandidaten bei The CW. Ob da eine zweite Staffel drin ist, wird sich erst in 2014 entscheiden.

Crossing Lines: Als englischsprachige Koproduktion aus Frankreich und Deutschland behandelt die Serie die Ermittlungsarbeit einer Polizei-Spezialeinheit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Das Team verfolgt Serienverbrecher und Schwerkriminelle grenzübergreifend in ganz Europa und hat sich mit Donald Sutherland und William Fichtner zwei sehr bekannte US-Schauspieler an Bord geholt. Die Prämisse war gut, das Resultat ließ in meinen Augen aber einiges zu wünschen übrig. Nach drei Folgen war bei mir Schluss - die Fälle hat man in verschiedenen Formen bereits mehrfach gesehen, die Auflösungen ließen sich teilweise vorhersehen und die meisten Charaktere strotzten nur so von Klischees. Das war nicht mein Ding, auch wenn ein gewisses Europa-Feeling schon recht gut vermittelt wurde. Eine zweite Staffel wurde für 2014 bestellt.

The Bridge (FX): Etwas länger habe ich diese Serie verfolgt, die an die dänisch-schwedische Krimi-Reihe „Bron“ angelehnt ist. Dabei wird eine (beziehungsweise zwei halbe) Frauenleiche(n) auf der US-mexikanischen Grenze aufgefunden und die Ermittlungen fallen damit beiden Behörden zu. Durchaus nicht uninteressant gemacht, denn die Grenzthematik hat schon einen besonderen Reiz. Für meinen Geschmack hat die Reihe aber einen zu anti-mexikanischen Ton, der sich zu vieler Vorurteile bedient. Und von Diane Kruger hätte ich erwartet, dass sie mehr aus ihrer Rolle macht. Damit war dann nach etwa sechs Folgen Schluss für mich, auch wenn es sich alleine wegen des mexikanischen Ermittlers, sehr gut gespielt von Demián Bichir, vielleicht gelohnt hätte, weiter am Ball zu bleiben.

Cult (The CW): Hier hatte ich bereits nach dem Piloten ein schlechtes Gefühl und es wurde leider nicht besser. Nach vier bis fünf Folgen war für mich Schluss. Die Serie um einen Kult, der eine TV Serie und dessen Star (Robert Knepper) verehrt und dabei auch vor Morden und Entführungen nicht zurück schreckt, war einfach nur hanebüchener Unsinn. Das musste auch The CW merken, denn die Quoten waren selbst für das kleine Network zu niedrig: Abgesetzt.

Do No Harm (NBC): Ähnlich wie „Cult“, gehört diese Serie noch zur Season 2012/13, wurde aber erst in 2013 ausgestrahlt. Die Serie versucht, Robert Louis Stevensons „Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde” einen neuen Anstrich zu geben. Leider eher schlecht als recht. Nach zwei Folgen aus dem Programm genommen wegen miserabler Quoten, wurden die restlichen Folgen von NBC im Sommer verbraten. Wer mal eine gut gemachte Serie mit dieser Thematik sehen will, sollte einen Blick in die britische Serie „Jekyll“ mit James Nesbitt in der Titelrolle werfen. Bei „Do No Harm“ war für mich wieder nach vier bis fünf Folgen Schluss.

The Following (FOX): Ein ehemaliger FBI-Agent (Kevin Bacon) wird reaktiviert, um den Serienmörder Joe Carroll (James Purefoy) und dessen mörderische Verehrer (eine Art Anhänger-Kult) zu stoppen. Während der Pilot mich noch überzeugen konnte, wird die Geschichte um Carrolls Anhänger im weiteren Serienverlauf immer hanebüchener. Abgesehen von Ryan Hardy (Bacon) ist das FBI schlicht dumm und bekommt kaum was auf die Reihe und was die Killertruppe angeht, sieht es nicht viel besser aus. Irgendwie war ich froh als die Staffel rum war. Dass es 2014 eine zweite Staffel geben wird, ist den guten Zuschauerzahlen zu verdanken, die durchgehend stabil blieben. Aber reinschauen werde ich in die zweite Staffel wohl nicht.

Nicht unbedingt „Top of the Pops“, aber durchaus sehenswert beziehungsweise im „Guilty Pleasure“-Bereich liefen bei mir folgende Serien:

Zero Hour (ABC): Anthony Edwards versucht sich als Hank Galliston in einer Serie, die auch auf „The Da Vinci Code“ basieren könnte. Hanks Frau Laila (Jacinda Barrett) wird im Piloten entführt und die einzige Spur führt über mehrere alte Uhren, die Hinweise auf ein großes (christliches) Geheimnis enthalten. Es gehört einiges dazu, sich für die unsinnig gesponnene Handlung zu begeistern, denn es wimmelt in den ersten Folgen geradezu von logischen Schwächen. Dafür bleibt das Tempo stets hoch und wenn sich dann das Geheimnis langsam entfaltet, macht die Serie sogar richtig Spaß. Zudem ist das Ende einigermaßen rund. Quotentechnisch mies, wurde „Zero Hour“ aus dem Programm genommen und die restlichen Folgen der ersten Staffel wurden im Sommer ausgestrahlt. 

Atlantis (BBC): Nach dem Ende von „Merlin“ sollte eine neue kinderfreundliche Fantasy-Serie her. In „Atlantis“ wurde die griechische (und römische?) Mythenwelt in einen Topf geworfen und kräftig durchgerührt. Herausgekommen ist ein Produkt, was man sich eigentlich nur schwer ansehen kann, ohne die Sache lächerlich zu finden. Für mich funktioniert die Serie als eine Art Comedy-Ersatz - an Mark Addy als fetten Hercules kann ich mich nicht satt sehen. Eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

The Escape Artist (BBC): Hat von mir durch David Tennant den Hauptdarsteller-Bonus bekommen und wurde daher gesichtet. Die dreiteilige Miniserie um einen Strafverteidiger (Tennant), der das Opfer eines von ihm erfolgreich verteidigten Serienmörders wird, weiß nicht auf ganzer Linie zu überzeugen. Insgesamt durchaus einen Blick wert und mit einigen Überraschungen sowie einem starken Tennant versehen, bleibt es doch bei Durchschnittskost wegen einiger Macken im Drehbuch.

The Originals (The CW): In diesem Spin-off zu „The Vampire Diaries“ geht es um die drei „originalen“ Vampire der Mutterserie, die sich in New Orleans niederlassen und gegen allerlei Konkurrenz behaupten müssen. Wer Klaus (Joseph Morgan), Elijah (Daniel Gillies) und Rebekah (Claire Holt) bereits kennt, sollte durchaus mal einen Blick riskieren. Bei mir wird die Serie nach der ersten Staffelhälfte erstmal auf Eis liegen. Es wimmelt zwar von Intrigen, wobei vor allem Klaus des Öfteren mal sein kaltes Kalkül ausleben darf, aber mir fehlt einfach noch der gewisse Biss. Es gibt bisweilen keine ernsthafte Bedrohung für die drei, weshalb die Spannungskurve bei mir gegen Null geht. Eine zweite Staffel ist anhand der Quoten aber sehr wahrscheinlich.

Defiance (Syfy): Diese Serie wartet mit einem neuen Konzept auf. „Defiance“ ist mit dem MMORPG gleichen Namens verknüpft, wobei sich das Spiel und die Serie überschneiden und ergänzen sollen. Vom Spiel habe ich bisher noch nichts gesehen, daher kann ich mich nur zur Serie äußern, die gleich mit dem Piloten eine große (in der Zukunft angesiedelte) Science Fiction Welt aus der Taufe hebt. Es gibt eine Unmenge von Charakteren - Menschen und Außerirische - die in der Stadt Defiance (ehemals St. Louis) mit einander auskommen müssen. Im Fokus stehen Joshua Nolan (Grant Bowler) und seine außerirdische Adoptivtochter Irisa (Stephanie Leonidas). Auch wenn das Konzept und die Geschichte um „Defiance“ durchaus vielversprechend sind, hakt es mitunter daran, dass die Serie hauptsächlich auf Drama setzen möchte und den Sci-Fi Faktor dabei zu stark außer Acht lässt. Die meisten (Neben-)Charaktere bleiben blass oder entwickeln sich nur langsam. Von den unterschiedlichen Votan-Rassen gibt es nicht genug zu sehen. Es gibt eine Fülle von Nebenhandlungen, die durchaus gute Ansätze aufweisen, aber dann doch wieder in die „will, aber kann nicht“-Ecke fallen. Bislang blieb die Serie mit der ersten Staffel noch recht belanglos, aber es bleibt für 2014 noch die Hoffnung, dass sich mit der zweiten Staffel Verbesserungen bemerkbar machen. Fingers crossed - schließlich ist Science Fiction als Genre im Serienbereich noch immer unterbesetzt.

The Tomorrow People (The CW): In dieser Neuauflage des britischen Originals aus den 70ern geht es um Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die sogenannten „Tomorrow People“. Diese besitzen allesamt erweiterte Fähigkeiten wie Teleportation, Telekinese und Telepathie. Außerdem können sie genetisch bedingt niemanden umbringen. Hat man die Prämisse erstmal geschluckt und sich damit abgefunden, dass hauptsächlich Teenager /Twens unter den Protagonisten sind, kann man der Serie durchaus was abgewinnen. Die einzelnen Charaktere machen allesamt eine Entwicklung im Verlauf der ersten Staffelhälfte durch und das Erzähltempo ist angenehm hoch - es wird also nicht auf der Stelle getreten. Quotentechnisch sieht es leider nicht so gut aus, die Überlebenschancen der Serie würde ich momentan auf fifty-fifty schätzen.

Kommen wir nun zu den Kandidaten, die ich unter meinen Favoriten ansiedeln würde, aber die es nicht in meine Top 15 Neustarts von 2013 geschafft haben:

Sleepy Hollow (FOX): Tom Mison schlüpft in die Rolle des Ichabod Crane und landet zusammen mit dem kopflosen Reiter im „Sleepy Hollow“ der heutigen Zeit. Klingt ziemlich schräg, ist es auch. Nach anfänglichen Problemen mit der heutigen Polizei wird ihm Lt. Grace Abigail (Nicole Beharie) zur Seite gestellt und die beiden lernen recht schnell, dass sie nichts Geringeres als die drohende Apokalypse verhindern müssen. Es gibt übernatürliche Wesen (Mehrzahl), Rückblicke ins 18. Jahrhundert, böse Hessen mit merkwürdigem Dialekt und eine abgefahrene Geschichte mit vielen lustigen Szenen, wobei sich die Serie selbst nicht zu ernst nimmt. Sollte ich sie mit einer anderen Serie vergleichen, fiele mir sofort „Supernatural“ ein. Basiert auf der Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Hollow“ (1820) von Washington Irving, wobei die meisten bei dem Titel wohl an Tim Burtons Film mit Johnny Depp und Christopher Walken von 1999 denken werden, der aber bei weitem nicht die einzige filmische Umsetzung der Geschichte ist. Die Serie wurde bereits für eine zweite Staffel verlängert, wobei die Episodenzahl der ersten Staffel nicht erhöht wurde, sondern mit der 13. Folge enden wird.

Almost Human (FOX): Diese Science Fiction Serie aus der Feder von J. H. Wyman (Fringe) spielt im Jahre 2048, wo die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie für eine hohe Verbrechensrate gesorgt hat. Um der Lage Herr zu werden, wurden die Polizisten jeweils mit einem androiden Partner ausgestattet. Im Grunde genommen handelt es sich bei „Almost Human“ (bislang) um ein Cop-Procedural mit dem Polizisten John Kennex (Karl Urban) und seinen Androiden Dorian (Michael Ealy) in den Hauptrollen - nur eben in einem Sci-Fi Setting. Jede Woche gibt es einen neuen Fall für die beiden und auch neue phantastische Gimmicks zu sehen. Die anderen Figuren blieben bislang noch blass, lediglich der Techniker Rudy Lom (Mackenzie Crook) hat in einer Episode eine größere Rolle bekommen. Was hier aber so richtig stimmt, ist die Chemie zwischen Urban und Ealy. Es macht einfach Spaß, den beiden zuzusehen und zuzuhören, wenn sie mal wieder einen ihrer witzigen Dialoge führen. Bisher wurden erst sechs Folgen ausgestrahlt, wobei die Quoten bereits besorgniserregend sind und die sehr guten Werte vom Piloten schon mit der zweiten Folge wegbrachen.

Under the Dome (CBS): Ursprünglich als Sommer-Event mit einer Staffel geplant, hat CBS bereits eine zweite Staffel mit weiteren 13 Folgen bestellt und dafür gesorgt, dass die Geschichte mit der ersten Staffel nicht abgeschlossen wird, sondern mit einem Cliffhanger endet. Basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stephen King, der auch hinter den Kulissen als Executive Producer dabei ist und den Auftakt zur zweiten Staffel schreiben wird. Zur Story: Die Kleinstadt „Chester’s Mill“ wird durch eine unsichtbare Kuppel von der Außenwelt abgeschnitten und die gefangenen Einwohner müssen zusehen, wie sie mit der neuen Lage fertig werden und was es überhaupt mit der Kuppel auf sich hat. Eine neue Mystery-Serie, die sich durchaus lohnt, aber doch den Erwartungen hinterherhinkt. Während einem beim Auftakt noch die Spucke wegbleibt, werden im weiteren Verlauf einige Mängel sichtbar, die stark auf die Glaubwürdigkeit der Figuren und deren Handlungen drücken. Nichtsdestotrotz möchte man weiter am Ball bleiben und zusammen mit den Protagonisten herausfinden, was das Geheimnis hinter der Kuppel ist (laut King soll es nicht die gleiche Erklärung wie im Buch geben). Sollte der Erfolg der ersten Staffel (Zuschauerzahlen im zweistelligen Millionenbereich, rekordverdächtig für eine Sommerserie) sich im Sommer 2014 fortsetzen, darf man wohl mit weiteren Staffeln rechnen.

Dracula (NBC): Diese Neuinterpretation von Bram Stokers „Dracula“ (1897) spielt im viktorianischen London, wo sich Dracula (Jonathan Rhys Meyers) als ein amerikanischer Unternehmer ausgibt, der der Londoner Gesellschaft eine neue Erfindung, kabellosen Strom, vorstellt. In Wirklichkeit will er Rache an einer Gruppe nehmen, die er für den Tod seiner Frau Ilona (Jessica De Gouw) verantwortlich macht. Dabei steht ihm Abraham Van Helsing (Thomas Kretschmann) zur Seite, der Dracula extra dafür aus dem Grab geholt hat. Es dauert eine Weile bis man sich an die Veränderungen zum Original gewöhnt hat. Ist man durch die Phase aber durch, bekommt man ein nettes Kostümdrama präsentiert, was sich durchaus zu den besseren Geschichten um den blutrünstigen Vampir gesellen kann.

Mob City (TNT): Basiert auf dem Buch „L.A. Noir: The Struggle for the Soul of America's Most Seductive City” von John Buntin und ist das aktuelle Projekt von Frank Darabont, der während der zweiten Staffel als Showrunner bei „The Walking Dead” gegangen wurde. Die Miniserie im Film Noir Stil umfasst sechs Folgen und spielt im Los Angeles der 1940er Jahre. Thematisch geht es um den Kampf der Polizei gegen das organisierte Verbrechen der Stadt, wobei die Hauptfigur Detective Joe Teague (Jon Bernthal) im Mittelpunkt steht und sich mit beiden Seiten zu arrangieren versucht. Der Auftakt (die Serie wurde in Doppelfolgen ausgestrahlt) bleibt noch ein wenig hinter den Erwartungen zurück und es gibt neben der guten Inszenierung und den sehr soliden schauspielerischen Leistungen doch einige Mängel am Drehbuch, die ab und an ein wenig an der Glaubwürdigkeit kratzen. Die weiteren Folgen habe ich etwas besser empfunden und vor allem der Abschluss bietet sehr viel Raum für eine Fortsetzung, zumal mit der letzten Folge einige neue Handlungsstränge gestartet wurden. Ob es dazu kommt, dürfte aber fraglich sein, denn ein Hit war die Serie für TNT leider nicht.

Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. (ABC): Die Serie, auf die viele Fans der aktuellen Marvel Filme um Iron Man, Thor, Captain America & Co. sicher lange gewartet haben oder vielleicht noch entgegen fiebern (startet am 31. Januar 2014 auch im deutschen TV auf RTL Crime). Der Plan der Macher sieht dabei vor, die Serie mit den Kinofilmen zu verknüpfen, was bisher hauptsächlich durch Bemerkungen und ein Cameo passiert ist.
Nach seinem scheinbaren Tod in „Marvel’s The Avengers“ kehrt Phil Coulson zu S.H.I.E.L.D. zurück, um weitere ungeklärte und mysteriöse Fälle aufzulösen. Er stellt ein Team zusammen, das aus Agenten mit verschiedenen Fähigkeiten besteht und Woche für Woche zusammen arbeiten muss. Die Erwartungen an die Serie sollte man dabei ein wenig zurückschrauben, denn es dauert eine Weile, bis man mit dem Team warm geworden ist. Insgesamt ist die Reihe ganz nette Popkorn-Unterhaltung, wobei Coulson oft den anderen die Show stiehlt. Neben den wöchentlichen Fällen gibt es auch einige übergeordnete Handlungsstränge, wobei Coulsons mysteriöse Rückkehr einer davon ist. Was die Verflechtung mit den Filmen angeht, bleibt noch viel Luft nach oben, aber das lässt sich momentan noch mit der kurzen Produktionszeit erklären und sollte zum kommenden zweiten Captain America Einzelfilm deutlichere Züge annehmen. Quotentechnisch stehen die Chancen auf eine zweite Staffel noch relativ gut.

CopStories (ORF): Die Serie beschäftigt sich mit dem Alltag der Wiener Polizei im Stadtteil Ottakring und ist angelehnt an die niederländische Vorlage „Van Speijk“. Dabei gibt es jede Woche einige kleinere Fälle, mit denen die Polizei sich beschäftigen muss, aber auch größere Handlungsbögen, die sich durch die gesamten Folgen ziehen. Dieser Mix aus Serial und Procedural ist genau das, was vielen deutschsprachigen (Krimi-)Produktionen fehlt und diese Serie aus dem sonstigen Krimi-Einerlei hervorstechen lässt. Eine zweite Staffel wird im Frühjahr 2014 ausgestrahlt.

Hostages (CBS): Die Serie wurde von CBS als sogenannte limited series bestellt, das heißt sie wurde auf eine abgeschlossene Staffel (mit in diesem Fall 15 Episoden) ausgelegt. Wie man allerdings schon bei „Under the Dome“ gesehen hat, muss das nichts heißen. Bei guten Quoten wäre mit Sicherheit ruckzuck eine zweite Staffel bestellt worden. Zur Story: Die Familie von Dr. Ellen Sanders (Toni Collette) wird von Duncan Carlisle (Dylan McDermott) und dessen Team als Geiseln genommen. Sanders soll bei einer bereits geplanten Operation am US-Präsidenten dafür sorgen, dass dieser nicht überlebt. Der Pilot machte einen eher durchwachsenen Eindruck, aber das anfangs oberflächliche Geschehen gewinnt mit jeder Folge ein wenig an Tiefe bis man plötzlich feststellt, dass man einer ganz interessanten Geschichte beiwohnt, die um einiges komplexer ist als zunächst angenommen. Diese Entwicklung hat mich positiv überrascht und dafür gesorgt, dass ich mich schon sehr auf das Staffelfinale freue. Von den Quoten her ist es eigentlich eine Überraschung, dass die Serie nicht bereits aus dem Programm genommen wurde.

Soviel zu den Serien, die es nicht in meine Top 15 geschafft haben. Nun gibt es Butter bei die Fische, hier sind meine 15 besten Serienneustarts in 2013:

#15: The Blacklist (NBC)
Sollte NBC sich tatsächlich mit Qualitäts-Serien hervorheben? Falls ja, gehört die erfolgreiche Serie „The Blacklist“ leider nur bedingt dazu. Zur Story: Raymond „Ray“ Reddington (James Spader), einer der meistgesuchten Verbrecher und auf der Top Ten Liste des FBI, stellt sich selbst im FBI-Hauptquartier in Washington D.C. und unterbreitet dem FBI ein Angebot, was sie nicht ablehnen können: Er wird helfen, Kriminelle und Terroristen zu stellen, von denen das FBI meistens nicht einmal eine Ahnung hat, dass diese existieren. Dabei hat er eine Bedingung: Er will nur mit der jungen Profilerin Elizabeth Keen (Megan Boone) zusammen arbeiten. Die Serie ist ein Mix aus Procedural und Serial. Während jede Woche ein Verbrecher auf Rays „Blacklist“ abgehakt wird, entwickelt sich die Beziehung zwischen Ray und Keen stets ein Stückchen weiter. Dabei ist die Serie nur bedingt glaubwürdig gemacht, liefert aber mit der Doppelfolge (die gleichzeitig das Herbstfinale darstellt) „Anslo Garrick (No. 16)“ die bislang beste Episode der Reihe. Die besten Szenen sind oft Spader vergönnt, der sichtlich Spaß an seiner Rolle hat. Boone dagegen nutzt hoffentlich die Winterpause, um an ihrem Schauspiel zu arbeiten, denn da werden vor allem im Zusammenspiel mit Spader teilweise arge Defizite sichtbar. Insgesamt hat die Reihe aber einen guten Unterhaltungsfaktor und gehört bei den Networks mit zum Besten, was dort 2013 startete. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zusätzlich zur Aufstockung der ersten Staffel auf 22 Episoden bereits eine zweite Staffel für die Herbstseason 2014/15 bestellt wurde.

#14: Janus (ORF)
Leo Benedikt (Alexander Pschill) ist forensischer Psychologe. Er beschäftigt sich damit, was in den Köpfen geistig abnormer Rechtsbrecher vorgeht. Egal, ob ihn Cara Horvath (Franziska Weisz) für die Polizei als Sachverständigen hinzuzieht, oder ob ihn jemand in einem privaten Fall um Hilfe bittet: Leo weiß, dass jedes Verbrechen in der Psyche entsteht - und deshalb auch nur dort gelöst werden kann. Als er in einer Serie mysteriöser Selbstmorde nachforscht, stößt er auf den undurchsichtigen Pharmakonzern „Janus“ - und ist fassungslos, als er erkennt, was hinter den Selbstmorden tatsächlich steht. Diese kleine österreichische Eventserie hat es mir irgendwie angetan, denn sie bringt frischen Wind in die heimischen Produktionen, wo oftmals nur Procedurals das Licht der Welt erblicken. Nicht so bei Janus, wo sich der Hauptfall durch die gesamte erste Staffel erstreckt und zum Schluss offen genug (aber dennoch abgeschlossen) beendet wird, um Raum für eine zweite Staffel zu lassen. Seit dem 13. November 2013 gibt es die Serie bereits auf DVD.

#13: Banshee (Cinemax)
Der namenlose Protagonist (Antony Starr) wird im Piloten nach 15 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen und nimmt die Identität des kürzlich ermordeten örtlichen Sheriffs Lucas Hood an. Eigentlich möchte er nur seine frühere Komplizin Anastasia (Ivana Miličević) zurückgewinnen, die im Ort (Banshee) unter dem Namen Carrie Hopwell lebt und mittlerweile eine Familie hat. Aufgrund seiner neuen Identität gerät er aber schnell mit dem hiesigen Verbrecher-König Kai Proctor (Ulrich Thomsen) aneinander, wodurch die Dinge für ihn noch komplizierter werden als sie es ohnehin schon sind. Die Serie ist sehr freizügig in Sachen Sex und geizt nicht mit Brutalität, was beim „Männersender“ Cinemax nur wenig verwunderlich ist. Während Starr mit der stets gleichen Mimik durch die Gegend läuft (oder besser: sich durch die Gegend prügelt), liefert Thomsen durchgehend gutes Schauspiel ab und sorgt für die besseren Momente der Serie. Die Geschichte, die sich nach und nach entfaltet, unter anderem auch mit Rückblicken, ist durchaus interessant - es dauert allerdings ein paar Folgen, bis man wirklich weiß, worum es geht. Die zweite Staffel kommt 2014.

#12: Da Vinci’s Demons (Starz)
Starz sorgte durch seine „Spartacus“-Reihe für Aufsehen. „Da Vinci’s Demons“ tritt dabei nicht in die Fußstapfen der CGI-blutigen und auf nackte Haut setzenden Gladiatoren-Serie, die dieses Jahr zu Ende ging, sondern versucht, neue Felder zu erschließen. Abenteuer-Serie im Zeitalter von Leonardo Da Vinci ist das Stichwort und jeglichen historischen Anspruch (vor allem an einen historisch korrekten Da Vinci) sollte man beiseite legen, wenn man die Serie schaut. Die Titelfigur, Leonardo (Tom Riley), ist vielmehr eine Art „Indiana Jones“ der damaligen Zeit, der die Suche nach dem eigenen heiligen Gral durchführt - oder in diesem Fall nach dem „Book of Leaves“. Es gibt zwar - ähnlich wie bei „Spartacus“ - Intrigen, Gewalt und nackte Haut, aber vor allem die letzten beiden Punkte fügen sich besser in die Serie ein als es beim Vorreiter (wenn man „Spartacus“ denn als Vorreiter bezeichnen möchte) der Fall war. Angesiedelt ist die Serie in Florenz, einer Stadt, die zur damaligen Zeit ihre eigenen Regenten hatte, aber Abstecher nach Rom zum Papst Sixtus IV (James Faulkner) oder nach Rumänien zu Vlad Tepes (Paul Rhys) sind auch dabei. Die zweite Staffel ist bestellt - zum Glück möchte man meinen, denn die erste Staffel hat einen gewaltigen Cliffhanger zu bieten.

#11: House of Cards (Netflix)
Nein, die Serie steht bei mir nicht unter den Top Ten. Dazu interessiert mich das Thema zu wenig. Und es handelt sich hier um ein Remake vom ebenfalls sehr grandiosen „House of Cards“ der Briten, was bereits 1990 im TV lief. Dabei ist die US-Variante selbstredend moderner und auf das politische System der Staaten zugeschnitten. Aber die Parallelen sprechen für sich. Nichtsdestotrotz kann die US-Version von „House of Cards“ überzeugen. Der Cast ist sehr gut gewählt, das Setting stimmt und beim Zuschauen kann man bereits das Geld riechen, was in die Serie gesteckt wurde. Netflix hat sich nicht lumpen lassen und über vier Millionen US-Dollar pro Folge investiert - zu recht, möchte man meinen, denn die Serie ist der reinste Augenschmaus. Dazu noch die Darsteller und man kann getrost über kleine Übertreibungen (wie z.B. einen kaltblütigen Mord ohne Folgen) hinweg sehen. Die zweite Staffel kommt im Februar 2014. Über eine eventuelle dritte Staffel wird noch verhandelt.

#10: Broadchurch (ITV)
Ja, die Briten können Crime. „Broadchurch“ ist ein Fall der schweren Sorte - sehr melancholisch, triste Farben in einem kleinen Ort, der ein abscheuliches Verbrechen erleben musste. Es geht um den Mord an einem elfjährigen Jungen (Danny Latimer, gespielt von Oskar McNamara). Der Ortsneuling Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant) muss zusammen mit seiner Partnerin Ellie Miller (Olivia Colman) den Fall lösen, wobei jede Menge Geheimnisse um die Einwohner / Verdächtigen des Ortes zu Tage gefördert werden und Hardy zusätzlich noch mit eigenen Problemen aufwartet. Außerdem starten beide Partner in den Ermittlungen auf einem schlechten Fuß miteinander. Die Geschichte, die sich über die ganze Staffel erstreckt und zum Schluss aufgelöst wird, liefert viele Verdächtige und als Zuschauer kann man gut mitraten, wer denn nun als Mörder in Frage kommt. Aber die letzte Folge dürfte für jeden einen unerwarteten Täter ans Tageslicht fördern - oder nicht? Auf jeden Fall schreibt der Autor Chris Chibnall gerade am US-Remake der Serie, wo ebenfalls David Tennant eine Hauptrolle einnehmen wird - wie es heißt, mit einem anderen Mörder. In UK ist die zweite Staffel bereits bestellt und wird 2014 kommen.

#9: The Americans (FX)
Der kalte Krieg bietet Anlass zu vielen spannenden Geschichten. So auch in „The Americans“, wo zwei russische Spione (Keri Russell und Matthew Rhys) bereits seit Jahren als Ehepaar mit zwei Kindern in den Staaten leben und aktiv für den KGB arbeiten. Gleich im Piloten bezieht der neue Nachbar Stan Beeman (Noah Emmerich) mit seiner Familie ein Haus und bringt das Leben der Spion-Familie gehörig durcheinander, denn er arbeitet für das FBI in Sachen Spionageabwehr. Neutraler als „Homeland“ in der ersten Staffel, bietet „The Americans“ einen guten Einblick in die Lager beider Seiten während des kalten Krieges. Im Vordergrund steht die Spionage und die Erfüllung der jeweiligen Aufträge, aber das Familienleben (ob nun nur Schein oder Sein) steht der Sache in nichts nach. Konflikte sind vor allem bei Elizabeth (Russell) und Philip (Rhys) vorprogrammiert, denn während Philip bereits mit dem „American Way of Life“ liebäugelt, steht Elizabeth noch zum „Russian Way of Life“. Der Pilot gehört mit seiner ersten Hälfte zwar in die Rubrik „Schlaftablette“, aber die Serie macht sich im weiteren Verlauf derart gut und authentisch, dass die nächsten Folgen sich ohne weiteres genießen lassen. Zweite Staffel kommt 2014.

#8: Orphan Black (Space, BBC America)
Auch Kanada bringt ab und an gute Serien an den Start und produziert nicht alleine für US-Studios. „Orphan Black“ ist eine der außergewöhnlicheren davon. Das Thema (Klone) ist aktuell und die Hauptdarstellerin Tatiana Maslany (die nicht in einer oder zwei sondern gleich in zehn Rollen in der ersten Staffel vertreten ist) liefert mit wenigen Ausnahmen (der deutsche Klon der Katja Obinger war leider nicht so gut gemacht) eine Glanzleistung an verschiedenen Persönlichkeiten. Bei den Emmys sträflich übergangen, wurde Maslany erst vor kurzem mit ihrer multiplen Darstellung in „Orphan Black“ für einen Golden Globe nominiert - zu recht. Der Fokus der Serie liegt auf Sarah Manning (Maslany), die gleich im Piloten die Identität eines anderen Klons annimmt und damit in eine große Verschwörung um das Thema hinein gerät. Ihr zur Seite steht Felix (Jordan Gavaris), der durch seinen Humor für Auflockerung sorgt. Gemeinsam versuchen die beiden (und diverse Klone), dem Rätsel um das gleiche Aussehen auf die Spur zu kommen. Die zweite Staffel startet im April 2014.

#7: Bates Motel (A&E)
Prequel-Serie zu Hitchcocks Psycho? Hatten wir das nicht schon mit dem vierten Teil der Reihe? Nein! Den vierten Film vergessen wir lieber schnell wieder. Als die Serie angekündigt wurde, machte sich Skepsis breit, aber gleichzeitig auch große Erwartungen, denn Hitchcocks „Psycho“ ist ein Meisterwerk, dem man mit einer Prequel-Serie nur schwerlich gerecht werden kann. Norman Bates (Freddie Highmore) und seine Mutter Norma (Vera Farmiga) versuchen nach dem Tod von Normans Vater einen Neustart in White Pine Bay. Aber der kleine Ort hat mehr zu verbergen, als es den Anschein hat. Korrupte Polizisten (Mike Vogel), ein merkwürdiger Sheriff (Nestor Carbonell) und ein ehemaliger Kunde des Motels (Jere Burns) machen den neuen Einwohnern zu schaffen. Außerdem scheint irgendwas mit Norman (wie erwartet) nicht zu stimmen. Ob sein kriminell erfahrener Halbbruder Dylan (Max Thieriot) dort Abhilfe schaffen kann? Die Serie braucht sich definitiv nicht zu verstecken, macht sie doch nach den Regeln der Kunst sehr vieles richtig. Es dauert zwar ein paar Folgen, bis man wirklich Blut geleckt hat, aber wenn es dann soweit ist, bleibt einem die Spucke weg. Bei den Darstellern sticht vor allem der relativ junge Highmore hervor, der das Minenspiel von Norman perfekt rüberbringt - aber auch der Rest vom Cast (Farmiga!) versteht sein Handwerk. Bitte weiter so mit der zweiten Staffel.

#6 Ripper Street (BBC)
Eigentlich bereits 2012 gestartet (am 30.12.2012, um genau zu sein), kann sich „Ripper Street“ zu recht als eine der besten Retro-Crime-Serien bis dato bezeichnen. In der Zeit kurz nach den „Jack the Ripper“ - Morden in London angesiedelt, lösen Inspektor Edmund Reid (Matthew Macfadyen), Sergeant Bennet Drake (Jerome Flynn) und Captain Homer Jackson/Matthew Judge (Adam Rothenberg) ihre Fälle mit persönlichem Elan sondergleichen. Dabei steht auch das private Leben der Protagonisten im Vordergrund und ist oft (vielleicht zu oft) verknüpft mit den aktuellen Fällen. Spätestens in der zweiten Staffel, die ebenfalls in 2013 ausgestrahlt wurde, gibt es für jeden der drei Helden auch einen übergreifenden Handlungsbogen. Die Serie ist zeitgemäß schmutzig, zieht den Zuschauer schnell in die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts von London und liefert schonungslos ihre Kriminalfälle ab, für die der Zuschauer einen starken Magen haben sollte. Offiziell wurde „Ripper Street“ zwar von der BBC abgesetzt, aber LoveFilm versucht zurzeit, der Serie weitere Staffeln zu bescheren. Mögen sie damit Erfolg haben, denn die vor kurzem ausgestrahlte zweite Staffel endet nicht so rund, um die Serie als abgeschlossen zu betrachten.

#5: Vikings (History Channel)
Endlich hat mal jemand den Schneid, den Wikingern eine würdige Serie zu bescheren! Nicht alles, was der History Channel macht, ist auch geschichtsgetreu. Genau so muss auch „Vikings“ einiges an Plausibilität einbüßen. Dafür gibt es aber einen deftigen Rückblick mit historischen Figuren, der sich sehen lassen kann. Im Fokus steht Ragnar Lodbrok (Travis Fimmel), der von Raubzügen im Westen träumt und damit gegen die Befehle von Anführer Earl Haraldson (Gabriel Byrne) verstößt. Ragnar ist ein aufgeschlossener Krieger mit Wissensdurst, was ihn in der Serie zu etwas Besonderem werden lässt. Obendrein muss er seine Familie versorgen und sich vor seinem Bruder Rollo (Clive Standen) in Acht nehmen, der zunehmend neidisch auf Ragnars Frau und Heim blickt. Autor Michael Hirst hat sich hier die Seele vom Leib geschrieben und gibt einen Einblick in die Wikinger-Welt, wie man ihn sonst höchstens in Dokumentationen findet. Es ist zwar nicht alles authentisch, aber doch gut genug, um mit Spannung am Ball zu bleiben. Staffel zwei kommt 2014.

#4: Ray Donovan (Showtime)
Liev Schreiber ist Ray Donovan. Ray nimmt sich beruflich der unangenehmen Probleme der Stars und Sternchen in Los Angeles an. Du wachst am nächsten Morgen nach einer wilden Nacht neben einer toten Prostituierten auf? Kein Problem, Ray biegt das wieder hin. Der Fokus liegt allerdings auf Rays Familie, die mit der Entlassung von Rays Vater Mickey (Jon Voight) aus dem Gefängnis auf die Probe gestellt wird. Was in den ersten Folgen noch als eine Art „Sopranos light“ anmutet, entwickelt sich im Verlauf der zwölfteiligen ersten Staffel zu einem Familiendrama der besonderen Art, wobei jeder Donovan auf seine eigene Weise glänzen darf. Die rätselhafte Feindschaft zwischen Ray und Mickey wird dabei nach und nach ergründet, sorgt für die eine oder andere Überraschung und bestimmt das Geschehen im Vordergrund. Nebenbei sorgt vor allem der Charakter von Jon Voight für amüsante Szenen. Definitiv sehenswert und eine klare Empfehlung. Staffel zwei kommt 2014.

#3: Hannibal (NBC)
Mads Mikkelsen und Hugh Dancy spielen Hannibal Lecter und Will Graham in dieser Prequel-Serie um „Hannibal the Cannibal“. Dabei steht der recht instabile Will Graham als FBI-Berater im Fokus, der im Verlauf der ersten Staffel immer mehr den Verstand zu verlieren scheint. Verstörende und brutale Momente, die nicht zuletzt von den jeweiligen Fällen der Woche kommen, liegen an der Tagesordnung. Ein Will Graham, der sich rein wörtlich genommen in die Killer hineinversetzt, um Verbrechen aufzuklären und dabei nach und nach die eigene Identität in Frage stellen muss. Ein Hannibal Lecter, der sein Umfeld nach Belieben manipuliert und dabei von Anfang an auf das überraschende Staffelfinale hinlenkt. Bemängeln lässt sich eigentlich nur, dass den zahlreichen Killern der Woche zu wenig Zeit geschenkt wird - es hätte sich angeboten, die meisten Fälle über mehr als nur eine Folge zu behandeln (so wirkte z.B. der Gastauftritt von Lance Henriksen verschenkt). Erst in den letzten Folgen der ersten Staffel rückt man vom Fall der Woche Schema ab und entfaltet die volle Stärke der Serie. Mit Blick darauf, dass die Serie bei einem US-Network läuft und zudem noch mit den Hannibal-Filmen (Red Dragon, Das Schweigen der Lämmer und Hannibal) sehr starke Vorbilder hat, eine unerwartet positive Überraschung auf dem Serienmarkt, die in der zweiten Staffel hoffentlich weiterhin zu begeistern weiß.

#2: Utopia (Channel 4)
Dieser britische Verschwörungs-Thriller in sechs Teilen handelt von einer kleinen Gruppe sehr unterschiedlicher Leute, die an das Manuskript einer Fortsetzung zur Graphic Novel „The Utopia Experiments“ gelangt sind. Aber hinter dem Manuskript steckt weit mehr als die Protagonisten sich träumen lassen und es dauert nicht lange bis sie von Arby (Neil Maskell) und Lee (Paul Ready) - zwei skrupellosen Killern - verfolgt werden, die die im Manuskript enthaltenen Geheimnisse mit allen Mitteln zu schützen versuchen. Originelle Ideen, äußerst individuelle Figuren, technisch sehr gute Umsetzung und zahlreiche Twists sorgen für perfekte Unterhaltung, die den Zuschauer am Ende mit einem Dilemma zurücklässt: Welche Seite sollte gewinnen? Handeln die Verschwörer nicht doch richtig mit dem, was sie vorhaben? Die bestellte zweite Staffel wird es sehr schwer haben, denn die Erwartungen sind nach der ersten Staffel kaum zu erfüllen.

#1: Masters of Sex (Showtime)
Lizzy Caplan und Michael Sheen schlüpfen in die Rollen von Virginia Johnson und William Masters, die in den späten 50er Jahren damit beginnen, die menschliche Sexualität wissenschaftlich zu erforschen. Bei der schlüpfrigen Thematik schwingt stets eine gewisse Portion Humor mit, die aber nicht darüber wegtäuschen kann, dass es sich hier um eine Drama-Serie par excellence handelt. Sämtliche Charaktere haben eine Authentizität, die es dem Zuschauer leicht macht, sich in die jeweiligen Figuren und auch die damalige Zeit hinein zu versetzen. Auch heute (leider) noch kritische Themen wie Gleichberechtigung von Mann und Frau oder Homosexualität rücken in den Vordergrund, wobei einige Parallelen zwischen damals und heute aufgezeigt werden, die zum Nachdenken anregen. Ganz nebenbei wird eine Geschichte um zahlreiche Figuren gestrickt, die (lustige) Höhepunkte aber auch dramatische Schläge in die Magengrube liefert. Die erste Staffel ist mit ihren zwölf Folgen auf jeden Fall mein Serien-Highlight 2013, denn auch wenn es ab und zu vielleicht den Eindruck einer Daily Soap machen kann, fällt „Masters of Sex“ mit keiner einzigen Episode vom stets hohen Niveau herunter.

Das war’s. Fertig. Natürlich waren das jetzt nicht alle Serien, die 2013 liefen. Aber ich glaube, wollte ich noch „ein wenig“ über die alten Serien schreiben, die neben den neuen Sachen noch liefen, würde der Rahmen hier doch gesprengt werden. Ich bin schon erstaunt genug, wie lang dieser Text geworden ist, hatte ich nach Jays und Joels Rückblick doch die Idee, nur „mal eben kurz“ was zu den neuen Serien zu schreiben. Danke jedenfalls an alle, die bis hierhin gelesen habe. Vielleicht konnte ich ja ein wenig Interesse an einer der Serien wecken?

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