Story:
Mitten in den Klonkriegen: der Sohn von Jabba the Hutt wurde entführt worauf
Anakin Skywalker sich aufmacht, den kleinen Stinky zu suchen. An seine Seite
kriegt er dazu eine junge Jedi-Anwärterin namens Ahsoka, die er widerwillig als
seinen Padawan akzeptiert. Während er mit ihr nach dem Baby-Jabba fahndet,
kämpft sich Obi-Wan Kenobi mit den Sturmtruppen durch die Gegend...
regie :
dave filoni
cast :
samuel l jackson, christopher lee
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Film aus
dem Star Wars-Universum ist eine Schande für seinen Namen.
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Nach den Clone Wars fiel es Anakin auf einmal
leicht,
alle Jedischüler im Tempel zu erledigen. Jetzt wissen wir warum.
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Hier muss man ein wenig ausholen.
Industrial Light & Magic ist ohne Frage die weltweit beste und technisch
versierteste Spezialeffekte-Firma überhaupt. Gegründet wurde sie unter anderem
von dem Star Wars-Erfinder mit dem Bart - George Lucas. ILM, so die Kurzform,
hat mit den Effekten in Filmen wie Terminator 2, Jurassic Park und unzähligen
anderen Topfilmen Geschichte geschrieben und auch später immer wieder aufs neue
bewiesen, dass die dort arbeitenden Leuten die besten ihres Faches sind. Lucas
holte sich nun ein paar dieser jungen Talente von ILM und
Schwesterfirmen wie LucasFilms an seinen großen Schreibtisch, um mit ihnen eine
neue Firma zu gründen: LucasArts Animation. LAA wurde nur aus einem Grund
geschaffen: um die kommende Star Wars TV-Serie Clone Wars und ihren Pilotfilm zu
entwickeln. (Es sei erwähnt, dass ehemalige Mitarbeiter von Lucas zufällig mal
Pixar gegründet haben, die heut Sachen wie Ratatouille und Findet Nemo machen:
bahnbrechende, richtungsweise Animationsfilme).
Nun ist Lucas mehrfacher Milliardär, der jedes Jahr Multimillionen durch Star
Wars Spielzeuge, Videogames und Ewok-Bettwäsche verdient. Star Wars kennt
einfach jeder, jeder hat die sechs Filme gesehen, jeder kennt die Musik und
jeder weiß, dass R2D2 kein piepender Mülleimer, sondern ein heldenhafter Roboter
ist.
Was sollte nun also dabei rauskommen, wenn ein Team erfahrener und begabter
Designer mit nahezu unendlich Budget einen animierten Film zur erfolgreichsten
Science-Fiction Reihe aller Zeiten gestalten, der als Aufhänger für eine 100
Episoden lange TV-Serie fungieren sollte? Alles, nur das hier nicht.
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"Jemand Star Wars Monopoly spielen will?"
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Schon nach den ersten Minuten
wird klar, dass der Film eine völlige Katastrophe ist. Anstatt in Ruhe mit dem
typischen Lauftext in die Geschichte einzuweisen, gibt es einen hastig erzählten
Überblick über die aktuelle Lage von der man wirklich nur wissen muss, dass die
gelben Roboter immer noch gegen die weißen Sturmtruppen kämpfen (Anmerk.: Clone
Wars spielt zeitlich zwischen Episode 2: Angriff der Klonkrieger und Episode 3:
Die Rache der Sith).
Der schon auf Standbildern und Postern schwache Eindruck des Animationsstils
fällt gänzlich in den Keller als man zum ersten Mal sieht, wie die Figuren sich
bewegen und wie sie sprechen. Sie sehen aus wie Puppen aus der Augsburger
Puppenkiste, die wie geschnitzt wirken und sich hölzern und abgehackt bewegen.
Emotionen sucht man vergebens, denn all ihre Gesichter sind so ausdrucks- und
seelenlos, das man nicht für einen einzigen von ihnen Sympathie aufbauen kann. Besonders
CGI-Christopher Lee lässt einen tief im Sessel versinken.
Wäre nur der Style daneben, wäre das ja noch zu verschmerzen gewesen, aber auch
der gesamte Rest des Films ist eine Riesenenttäuschung. Die Figuren an sich sind
alle oberflächlich und nervig, extrem kindisch überzeichnet und haben nichts von
den (ohnehin schon schwachen) Persönlichkeiten aus den letzten drei Filmen. Ein
Grauen ist der neue Charakter Ahsoka, eine zwölfjährige, neunmalkluge, unendlich
nervige Jedi-Schülerin, die Anakin unentwegt SkyGuy ruft (er nennt sie Snips)
und auch noch im tödlichsten Kampf noch brainschmerzende Sprüche wie "Hallo
SkyGuy, pass auf, du weckst das Baby auf" in den Raum wirft. Sie ist so schlimm
wie Jar-Jar Binks und zieht als Hauptrolle die ganze Story hinunter auf das
Niveau der beiden Ewok-Filme.
Apropos Story, die ist fast nicht-existent. Ohne wirkliche Einleitung oder
Aufbau oder Wendungen oder sonstige Überraschungen ist es eine komplett lineare
Jagd nach Jabbas (hässlichem) Baby Stinky, über den am laufenden Band Furz-,
Stink- und Rülpswitze gemacht werden. Weil einem die Figuren allesamt egal sind,
sieht man die meiste Zeit dann auch nur noch zu, wie die Roboter der
Seperatistenarmee (die nicht einmal bis 4 zählen können) gegen die charakterlich
leeren Sturmtruppen (kein Wunder, es sind ja auch alles nur Klone) kämpfen; wie
Obi-Wan diese befehligt und hin und wieder eingestreut, wie Anakin und sein
nerviger Anhang Babysitter spielen.
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"Hier ist so ein Sith, ich muss das erstmal
putzen."
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Dazu kommt, dass der Style
einfach nur schlecht ist. Verglichen mit den Animationsfilmen der letzten Zeit
reiht sich Clone Wars optisch noch unter zweitklassigen Sachen wie "Jagdfieber"
ein, denn die Hintergründe sind größtenteils detailarm und so versimpelt, dass
die Faulheit der Macher deutlicher nicht heraus stechen könnte. Es wird auch
optisch kaum Neues gezeigt; wieder geht es zum Beispiel nach Tatooine, auf dem
man zum siebenundzwanzigsten Mal die kleinen Sandleute sieht; alle Roboter im
Film sind bekannte Variationen auf C3PO, R2D2 und allen Kampfdroiden aus den
vorherigen Filmen und der einzig neue Planet (auf den Stinky verschleppt wurde)
... ist rosa mit rosa Nebelwolken. Eine Blamage, bedenkt man, wie
richtungsweisend Star Wars mal in Sachen neuer Ideen war.
Wenigstens die Laserschwertkämpfe haben sie hinbekommen, oder? Nein, auch die
nicht. Es gibt einen kleinen zwischen Dooku und Anakin und einen mit der neuen
(Glatze tragenden) Sith Asajj Ventress, doch beide sind unspektakulär inszeniert
und dank der fehlenden Persönlichkeit Ventress' vollkommen überflüssig. Ventress
ist eine lahme Kopie von Darth Maul, die man als schlechteste Sith von allen im
Kopf behält. Die Musik? Ebenfalls verunstaltet, denn statt John Williams'
Fanfaren gibt es schwachen Sound von Kevin Kiner, der bisher meisterhaftes wie
TV-Filme von Chuck Norris und David Hasselhoff, Leprechaun, Wing Commander: The
Movie und Tremors 3 untermalt hat.
Es ist unfassbar. Schaut man auf der anderen Seite mal in Videogames wie
Jedi Knight und Shadows of the Empire, oder in ein paar der unzähligen
Erweiterungsromane, so finden sich dort neue Bösewichte, neue Waffen, starke
neue Figuren, neue Kreaturen, neue Planeten, aufregende Kämpfe, faszinierende
Sachen zu den Jedimächten und nette Winks an die alten sechs Filme. Clone Wars
aber hat nichts davon, gar nichts.
Fazit:
Statt interessanter Erweiterung des beliebten Universums ist Star Wars Clone
Wars eine faule, ideenlose und anstrengende, nervend kindische Cashmaschine, die
den Namen Star Wars nicht verdient hat.
2 / 10
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