Story:
Bei der Abschiedsfeier eines
Freundes fängt die Erde auf einmal an zu beben; unheimliches Gebrüll ertönt in
der Stadt und Feuerwalzen kündigen eine Katastrophe an: ein riesiges Monster ist
in Manhattan gelandet. Cloverfield
zeigt aus Handkamera-Perspektive, wie der junge Rob und seine Freunde nun
versuchen, aus der Stadt zu entkommen...
regie :
matt reeves
cast :
mike vogel, tj miller
kritik :
matthew sole
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Kritik:
Entweder, man liebt
"Cloverfield" abgöttisch, oder man kann überhaupt nichts damit anfangen.
Ohne Frage wird Matt Reeves
Cloverfield bei manchen für Frust sorgen, denn es gibt drei größere Aspekte, die
vielen nicht gefallen werden. Zum einen wäre da einmal die Tatsache, dass der
komplette Film über Handkamera aufgenommen wurde. Das heißt automatisch
ständiges Gewackel, ständige Unruhe und niemals glasklare Bilder, wie man sie
aus jedem anderen Hollywood-Film gewohnt sind. Zuweilen wird sogar mehr
geschwankt als bei Blair Witch Project, so das Seekrankheit durchaus auftreten
könnte.
Apropos Sicht, Cloverfield wackelt zwar nicht 90 Minuten an einem Stück, aber
die Macher positionieren die Kamera meistens so, das man immer nur am Rande was
mitbekommt. Da gibt es vereinzelt ein paar Newsfetzen, kurze Statements von
Soldaten, kurze Blicke auf Teile des Monsters (und später
auch mal einen guten auf sein Gesicht), aber die meiste Zeit ist man
ahnungslos mittendrin und rätselt selbst, was gerade der Stand der Dinge ist.
Dann wäre da das noch große Fragezeichen, denn Reeves und Abrams beantworten
keineswegs alle Fragen, die man als Zuschauer schon beim ersten Trailer hatte.
Welche beantwortet werden, sei an dieser Stelle nicht verraten, aber wer eine
genaue Erklärung der Situation, des Endes und des Anfangs erwartet, irrt. Als
ich aus der Vorstellung kam, hatten vier meiner Kollegen unterschiedliche
Interpretationen der Lage... es bleibt also einiges offen. Es würde mir auch
schwer fallen, das Monster aus meiner Erinnerung mit einem Stift nachzuzeichnen.
Hat man das verdaut, lässt sich
grinsend sagen das Cloverfield einfach ein fantastisches Erlebnis ist. Reeves
Monsterepos ist unglaublich intensiv, authentisch und mitreißend. Es erinnert
teilweise an den elften September,
mit einstürzenden Wolkenkratzern, deren Staubwolken durch die Straßen jagen und
dem gleichen Gefühl der Panik. Cloverfield mag ein Film über ein gewaltiges
Monster sein, doch insgesamt wirkt es eher wie ein sehr authentischer
Katastrophenfilm. Die Effekte sind erstklassig und lassen niemals dran
zweifeln, dass das Gesehene wirklich gerade passiert.
Zwar sind die Hauptfiguren nicht besonders auffallend, aber das spielt keine
große Rolle, da man über die Kamerasicht im Grunde selbst die Hauptfigur ist.
Das Wählen unbekannterer Gesichter stellt sich als gute Wahl heraus, denn zum
einen hätten Namen wie DeNiro den Film weniger realistisch wirken lassen, zum
anderen bleibt es so jeweils überraschend, wenn einer der Mitläufer sein Leben
verliert.
Bei der hautnahen Optik mitten im Geschehen fühlt man sich ständig wie in
den Gräben im zweiten Weltkrieg, wie inmitten eines großen Terroranschlags,
dessen Unwissen und Unberechenkeit einen unentwegt mitfiebern lässt. Cloverfield
ist eher wie Flug 93 als wie Emmerich's Godzilla, und das ist auch gut so.
Musik gibt es offensichtlich
nicht viel, aber Reeves gelingt es mit Leichtigkeit, die Story bis zum Ende hin
gehörig anzuziehen. Die Action und Zerstörung wird schlimmer, die Lage
aussichtsloser und immer wieder bringt man kleinere Überraschungen mit ein, die
die Lage meistens noch aussichtsloser macht.
Wer Helden, Oneliner oder große Bombastaction erwartet, muss sich auch umsehen,
denn die jungen Leute verhalten sich nicht wirklich kinohaft. Keine
unrealistischen Rettungsmomente, keine Superwaffe, mit der der Held am Ende das
Monster besiegt und auch keine witzigen Sprüche im Angesicht des Todes.
Cloverfield ist ein No-Nonsense Monster-Action-Thriller, der auch nicht hätte
länger sein dürfen und auch keine Fortsetzung braucht.
Fazit:
Wow! Popcorn hat schon
lange nicht mehr so gut geschmeckt. Ein Film,
der alle mitreißt und besser ist
als Achterbahnfahren. Super!
9 / 10
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