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KRITIK:
COMMAND PERFORMANCE
Regie:
Dolph Lundgren
Darsteller: Dolph Lundgren
Release: 2010
von Christian Mester
Story:
Ein Konzert wird eines Abends zu einer
Geiselnahme, als bewaffnete Terroristen auftauchen
und das Publikum schießend in ihre Gewalt nehmen.
Das Ziel? Der russische Staatspräsident, der mit
seiner Familie als Gast geladen ist. Eine knifflige
Lage, aus der sie nur eine reichlich abgebrühte
Kante befreien kann: Schlagzeuger Joe (Dolph
Lundgren)…
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Lundgren heißt eigentlich
Hans Dolph Lundgren |
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Kritik:
Dolph Lundgren kennt jeder, allerdings hat der Star
aus „Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“ und
„Universal Soldier“ mittlerweile ein unabwendbares
Klischeebild aufgestempelt. Die meisten halten ihn
für einen dummen, einsilbigen Russen, der seit Äonen
in zweitklassigem DVD-Schrott spielt; die anderen
wissen, dass der schwedische Ex-„He-Man“ und
Karatemeister einfach konsequent Erfolge feiert.
Lundren-Titel gehören seit Jahren mit zu den
erfolgreichsten DVD-Veröffentlichungen des Genres
und lassen ständig Videothekenkassen (und damit auch
seinen Geldbeutel) anständig klingeln. Dass er seit
1995 („Vernetzt - Johnny Mnemonic“) nicht mehr im
Kino zu sehen war, stört ihn daher wohl kaum: seit
jeher veröffentlichte er fleißige 23 Titel, die fast
allesamt großen Anklang fanden.
„Command Performance“ sticht nun aus der Reihe der
letzten Lundgrens heraus, da der Film
überdurchschnittlich positive Kritik bekam. Zusammen
mit „The Tournament“ (Kritik),
„Universal Soldier 3: Regeneration“, „Blood and
Stone“ und „Ninja“ (D-VÖ steht noch aus) gehört er
mit zu den berüchtigten Highlights der DVD-Action
Sparte, die gerade in letzter Zeit aufgrund
fehlender „echter Action“ im Kino stark an Publikum
gewann. Zu Recht?
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Lundgren hat ein Diplom als
Chemie-Ingenieur. |
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Dass „Command
Performance“ auf dem Papier bloß später Abklatsch
von „Stirb Langsam“ ist, braucht wohl nicht extra
erwähnt zu werden. Genau wie „Sudden Death“,
„Alarmstufe Rot“, „Passagier 57“ und anderen
Nachmachern geht es auch hier um einen No-Nonsense
Helden, der durch Zufall Zeuge eines
Terroristenangriffs wird. Genau wie in allen anderen
Filmen ist es also auch hier Hauptthematik, wie man
nach und nach diverse kleinere Handlanger erledigt,
Frauen beeindruckt und sich gegen Ende dem Sprüche
klopfenden Boss annimmt. Ein geklautes Konzept, das
sich offensichtlich oftmals bewährt hat und demnach
funktionieren dürfte, right?
Ja und nein. Vor allem nein, wenn man ihn gegen
besagte Vorgänger hält, die fraglos alle besser
gemacht sind, größere Ausstattung haben und mit
talentierteren Nebenrollen besetzt sind. In seinem
Rocker-Actioner ist Lundgren einmal mehr selbst die
einzige positive Auffälligkeit, der Film meilenweit
davon entfernt, es annähernd ernsthaft mit der
angestaubten Konkurrenz aufnehmen zu können. Ein
saftloser Actiontitel, der an fast allen Ecke
günstiger DVD-Action mangelt: abgesehen vom Helden
sind sämtliche anderen Darsteller dritt- und
viertklassige No-Name Darsteller, die keine
Ausstrahlung und auch kein wirkliches Miteinander
haben. Jedes Mal, wenn Lundgren nicht im Bild ist
darf man getrost die Krise kriegen, da sowohl die
Terroristen, die Bandmitglieder und auch die
Bekannten des Präsidenten leere Nullnummern sind
(über die auch pralle Dekolletes nicht hinweg
täuschen lassen / seltsamerweise ist Dolphs
Hardrockband Vorband eines Pussycat
Dolls-Verschnitts). Die Musik ist unbekanntes 0815
Gedrösel, die Location eins dieser typisch kahlen
Gebäude, die Action: müde. Meistens amateurhaft und
temperamentlos inszeniert (kein Vergleich zu den
Geheimtipps „Undisputed 2“, „Revenge of the Warrior“
und „Ghettogangz“ 1+2), ist wenigstens erfreulich,
dass Lundgren alle seine Szenen selbst macht. Heute
keine Selbstverständlichkeit, lassen sich Kollegen
wie Seagal tatsächlich am laufenden Band doublen.
Lundgren, der ursprünglich übrigens Leatherface im
„Texas Chainsaw Massacre“ Remake spielen sollte,
gewinnt also keinen Publikumspreis und wird sein
Image damit nicht ändern. Wie uden werten Kollegen
von bereitsgetestet.de zudem zu entnehmen ist, fällt
die dt. Fassung gekürzt aus.
Es funktioniert aber für
Fans und für alle diejenigen, die den B-Movie
Actionbereich kennen. Nichts im Film trifft in
diesem Fall auf Enttäuschungen, da der Film - wie
viele Lundgrens - durch einige Markenzeichen
merklich heraus sticht. Seine Regie ist nichts, was
man als "gut" betiteln könnte, aber schaubarer als
die vieler Hauptberufler. Vor der Kamera gibt er
eine ungewöhnliche Rolle ab – sonst immer stumm,
ernst und kühn, gibt er hier den lässigen Musiker
mit amüsanter „whatever“-Einstellung, der seine
Gegner mit viel Eigenironie und Onelinern erledigt.
Im Film ist er selbst sogar am Schlagzeug zugange
und auch wenn die begleitende Band subjektiv gesehen
relativ grottig ist, ist sein Spaß an der Sache kaum
zu übersehen.
Sympathie ist das Manko, das ihm damals längeren
Erfolg an den Kinokassen verwehrte: mit Charme
ließen Kollegen wie Van Damme und Seagal ihn lange
zurück, bis auch sie von den großen Leinwänden
verschwanden. Dass Lundgren jemals nun wieder
Kinofilme anführt, erscheint unwahrscheinlich,
allerdings wird man in im Gegensatz zu Van Damme
dieses Jahr kurz wieder auf der großen Leinwand
sehen: Stallone ludt ihn zu The Expendables (Kritik)
ein (Van Damme lehnte es ab, damit ist es übrigens
der einzige Alt-Actionstar, der 2010 nicht im Kino
zu sehen ist – Steven Seagal hat einen Auftritt in
Machete (Kritik)
und Wesley Snipes in „Gesetz der Straße“), aber
sollte Lundgren seine neugewonne Leichtigkeit in
weiteren Titeln beibehalten, wäre es eine angenehme
Abwechslung zum lundgrenesquen Gesichtsbolzen;
nichtsdestotrotz ist und bleibt der Schwede reines
Fankino.
Fazit:
„Command Performance“ lässt nie vergessen, dass es
„nur eine von diesen Van Damme / Seagal“
Videothekenregaltiteln ist, ist nichts für
gewöhnliche Zuschauer, dafür aber ein sauberer
Ableger für sein Zielpublikum.
3 / 10 |