Story:
Chev
Chelios (Jason Statham) hat den Sturz aus dem Hubschrauber
überlebt - allerdings nur, um anschließend
unfreiwilliger Organspender für einen uralten Triadenboss
(David Carradine) zu werden. Natürlich lässt der
abgebrühte Chaot mit Dampfhammer-Temperament das nicht auf
sich sitzen und setzt alles daran, sein bereits transplantiertes Herz
wieder zurückzuholen. Sein einziges Problem? Er hat einen
künstlichen Platzhalter in der Brust, der laufend wieder
elektrisch aufgeladen werden muss...
regie :
neveldine / taylor
cast
: jason
statham, amy smart
kritik : christian mester
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Kritik:
Crank 2
greift mit den bloßen Händen in den Schaltkasten und
ist mit Abstand der verrückteste Film des Jahres.
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Selbst bei Dungeon Siege war Statham mit ganzem Herz dabei.
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Halsbrecherische
Stunts, Sex in der Öffentlichkeit, absurdes Alltagschaos und
Highspeed-Action im Style wilder Skate-Videos - das war das gewagte
Konzept von Crank, der auf DVD wie eine Bombe einschlagen konnte. So bot
sich also die Idee einer Fortsetzung an, doch da Held Chelios am Ende
des ersten Films aus einem Hubschrauber gefallen und damit eigentlich
definitiv tot sein musste, gab es nur eine wirkliche mögliche Richtung
für den Nachfolger: er musste noch abgedrehter, noch
schräger, noch verrückter werden - und da trifft
Crank 2 voll ins Schwarze.
Machte Chev im ersten noch halbwegs glaubwürdige Dinge wie
gefährliches Balancieren auf einem Motorrad,
schmeißt Crank 2 Realismus weit aus dem Fenster um
das verrückteste Zeug des Jahres zu zeigen. Hier wird sich an
Autobatterien angeschlossen und in Stromkasten gegriffen, als
wäre es Kinderkram - und das ist unfassbar lustig. Spätestens wenn Chev sich im Park ein verbotenes
Elektrohalsband eines Hundes umlegt, und dann den Besitzer provoziert immer
wieder den Knopf zu drücken, kann man sich vor Lachen kaum im
Sitz halten. So absurd und ausgefallen ist fast jeder der Momente, in denen
Chev sein elektrisches Platzhalterherz mit neuem Saft versorgen muss.
Die erste Hälfte des Films ist dadurch extrem temporeich
geworden und lässt keine Sekunde den Fuß vom
Gaspadel, sodass man kontinuierlich darüber lachen kann was Chev
als
nächstes macht. Größtenteils ist Crank 2 übrigens
wie ein Videogame aufgebaut, da er laufend neue Waffen bekommt und sein
Aufladen jedes Mal wie ein Powerup einsetzt. Teilweise dreht der Film
sogar soweit auf, dass man sich nicht wundern muss, wenn Chev
plötzlich als Godzilla-Verschnitt in einer Miniaturstadt
kämpft..
Statham ist in seiner Rolle mal wieder große Klasse, und es
macht Spaß, Cameos diverser B-Promis und Musiker zu
entdecken (u.a. Maynard Keenan, Chester Benington, Corey Haim, Jenna
Haze, Lauren Holly).
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"Megatron? Ess ich zum Frühstück!"
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So
gelungen die meisten Sachen und der Anfang auch sein mögen
muss man aber leider feststellen, dass Crank 2 seine High Voltage nicht
den ganzen Film über halten kann. Vor allem in der zweiten
Hälfte fallen Chev's gute Szenen ab, was die Regisseure und
Autoren Brian Taylor und Mark Neveldine immer wieder dazu zwingt,
diverse lahme Füllerszenen einzubauen. Gehört der
Anfang fast nur Chelios, gibt es später immer wieder
eingeschobene Szenen mit Nebenfiguren wie seiner abgewrackten White Trash Freundin,
einem Latino-Gangster und einem unter Ganz-Körper-Tourette
leidenden Bekannten, die aber alle von Chev ablenken und den
Spaß drosseln. Einige Witze wollen auch gar nicht funktionieren, wie etwa ein fiktiver Streik von Pornodarstellern.
Ohne Sinn und Verstand wird auch plötzlich zu ekliger
Gewalt gegriffen (muss man zeigen, wie sich jemand beide Brustwarzen
abschneidet?), und der ganze spätere Showdown des Films -
bis auf sein feuriges Ende - wirkt im Vergleich zum Anfang
überraschend einfallslos
und kann kein einziges Mal an den großartigen Startschuss 90
Minuten zuvor zurückfinden. Schauspielerisch kann von allen nur
Statham
überzeugen, der Rest der Cast besteht leider nur aus tumben,
großmäuligen Möchtegern-Gangstern und
schrillen Prostituierten. Den Tiefpunkt seine Karriere erwischt
David Carradine (Kill Bill), der hier als grinsender
Über-100jähriger Klischeecartoncharakter auftaucht.
Crank 2 ist unter dem Strich definitiv abgedrehter und besser als der
erste,
lässt aber die Konformität des
ersten vermissen. Konnte man den ersten noch als Film bezeichnen, wenn
auch einen sehr ungewöhnlichen, ist 2 eher ein Non-Stop Miike
/ Jackass
Sketchmarathon-Trash mit Freak-Stunts, derber Gewalt im
Überfluß, cartoon-haften Charakteren und nackten
Brüsten - für Fans des ersten eine
Heidengaudi, qualitativ gesehen aber weit entfernt von einer
Topbewertung.
Fazit:
Wer
offen für völlig abgedrehten Mumpitz ist, darf sich
Crank 2 nicht entgehen lassen - ohne Frage einer der
lustigsten Filme des Jahres. Wer hingegen Wert auf Figuren und Story
legt, Realismus und Dialoge bevorzugt, die nicht unentwegt aus
"Fuck" bestehen, sollte vielleicht besser einen gewaltigen Bogen drum
machen.
7,5
/ 10
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