Story:
Die große Zombie-Invasion ist
im vollen Gange, weswegen sich mehrere Leute eines Tages verzweifelt in einem
großen Mall-Kaufhaus verschanzen. Was anfangs noch eine clevere Idee zu sein
scheint, wird zum Problem, als auch andere auf die Idee kommen und die Zombies
irgendwann ebenfalls vorbei schauen...
regie :
george romero
cast :
ken foree
kritik :
christian mester
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Kritik:
"Dawn of the Dead"
wird von vielen älteren Horrorfans als der heilige Gral der Zombie-Filme
betitelt, was wohl damit zu erklären ist, dass er für die damalige Zeit eine
echte Sensation war. Kaum ein Kinofilm war derart blutig und da er sich durch
gewisse Qualitäten zusätzlich enorm vom restlichen kursierenden Genre-Trash
abhob, erlangte er im Handumdrehen einen echten Sonderstatus.
Wie bei vielen zweifelhaften Kultfilmen stellt sich jedoch die Frage, ob
"Zombies im Kaufhaus", wie er hierzulande auch heißt, tatsächlich ein wirklich
guter Film ist.
Die Story an sich fällt zunächst vielversprechend aus. Die Hauptfiguren sind
mehr als nur potentielle Opfer, und statt Love-Story samt Duschszenen oder
Teeniegeschmalz versucht Regisseur Romero, vollends entschlossene erwachsene
Männer mit unbeirrbarem Überlebenswillen zu zeigen. Genre-Liebling Ken Foree
("Rob Zombie's Halloween", "Texas Chainsaw Massacre 3") führt diese Bande
Stubenhocker auch relativ sympathisch an, ist aber wie seine beiden Co-Stars
David Emge und Scott H. Reiniger im Großen und Ganzen schauspielerisch bloß in
Ordnung - wer sich richtig gute Darstellungen erhofft, wird enttäuscht. Der
recht vorhersehbare Plot ist mit über zwei Stunden (die längste Fassung geht 140
Minuten) auch offensichtlich viel zu lang, da die Länge absolut nicht von Nöten
ist. Die umständliche Länge schreit nach Epik, kann aber nicht bestehen. Ein
gutes Zeichen für suboptimale Auswahl beim Schnitt.
Romeros Regie ist leider ebenfalls nur okay, da dieser zweite Teil weitaus
weniger Charme als noch sein Vorgänger versprüht. Bleibt eventuell die Frage, ob
der gute Mann schon immer qualitativ so mittelmäßig war und es die fehlende
Farbe des Original damals nur verschleierte, oder ob er bei all dem Kunstgore
sein Auge für gute Bilder verlor? Werden wohl die Kritiken zu den späteren
Romeros zeigen, die einen Überblick über sein Schaffen geben werden.
Jedenfalls kann man zustimmend sagen, dass "Dawn" von allen Romeros bis heute
zweifellos der blutigste ist und so tunlichst auf seine Zombieattacken setzt,
dass sie für den Film so wichtig wurden wie Tanzszenen in "Step Up"... mit dem
kleinen Problem, dass der Gore bei all seinem Exzess schlecht gemacht ist. Unter
Zombie Make-Up verstand man hier hauptsächlich blau angemalte Menschen, die
Ketchup und Gummiarme mampfen, was dazu führt, dass man das ganze nicht
sonderlich ernst nehmen kann. Was das betrifft, muss George sich dem zeitgleich
gemachten Möchtegern-Sequel "Zombi 2: Woodoo - Schreckensinsel der Zombies"
beugen, der nicht nur schickere Zombies, sondern auch noch die besseren Effekte
hat.
Hoch gelobt wird die Dämmerung der Toten heutzutage vor allem weil er zu einigen
sozialkritischen Interpretationen aufruft. Menschen, die hirnlos ins Kaufhaus
marschieren um dort zu konsumieren? Ist notiert, aber der ein oder andere
Horrorfan geht sicherlich zu weit mit der Ansicht, "Dawn" sei ein zutiefst
intelligentes Werk - das ist es sicherlich nicht. Muss er auch nicht, denn als
das was er sein will - gutes B-Movie mit Untoten - macht er seine Sache gut.
Gut, nicht grandios.
Unter dem Strich ist es ein moderat gespielter, teils spannender, oftmals
schlecht gemachter Zombie-Thriller mit relativ viel Action, passablen Figuren
und viel Leerlauf.
Fazit:
Der zweite Themen-Romero
ist ein Fest für geduldige Anhänger des gepflegten Zombie-Films, unter dem
Strich bleibt er aber nichts als Mittelmaß.
4 / 10
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