Story:
ATF- Detective Doug Carlin (Denzel Washington) steht vor einer großen
Herausforderung. Nach einem explosiven Anschlag auf ein vollbesetztes Schiff
mitten in New Orleans steht er vor einem Haufen unbeantworteter Fragen. Vom
Sprengstoff-Attentäter fehlt jede Spur und auch die mysteriös aufgetauchte
Leiche bringt ihn zu Beginn auf keine richtige Spur.
Doch die verbrannte Leiche
wurde vor der Explosion des Schiffes gefunden und könnte somit eine heiße
Fährte sein um auf die Spur des Mörders zu kommen, denn dieser scheint
einiges mit dem Schiff-Attentäter gemein zu haben. Gemeinsam mit einer neuen
High- Tech Ausrüstung einer streng geheimen Spezialeinheit versucht er dem
Täter auf die Schliche zu kommen. Eine Ausrüstung, die die Reise in die
Vergangenheit ermöglicht ...
regie :
tony
scott
cast :
denzel washington, jim caviezel
kritik :
frederic garz
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Vorwort:
Denzel mag Tony. Tony mag Jerry und Jerry mag wiederum
Denzel. Ist das nicht schön? Jetzt werden sie sich berechtigterweise fragen,
warum erzählt er mir das? Nun, ganz einfach. Finden sich ein Mal Zwei
erfolgreich zusammen, so werden sie sich immer
mal wieder zusammenschließen und erneut versuchen an ihre alten Erfolge
anzuknüpfen.
Das ist in Hollywood gang und gebe und so beschlossen
Oscar-Preisträger Denzel Washington (Training Day), Star-Regisseur Tony Scott
(Staatsfeind Nr.1) und Blockbuster Produzent Jerry Bruckheimer (Fluch der
Karibik) sich für ihren neusten Hit "Deja Vu" zu vereinen und den
Zuschauer mit einer spannenden "Wurmloch-Theorie" den Atem zu
rauben. Washington drehte mit Scott bereits
zwei Filme (Crimson Tide und Man on Fire), Bruckheimer produzierte stolze vier
Filme (u.a. Staatsfeind Nr1 u. Top Gun) und somit lag einer erfolgreichen
Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Im Ernst, wer hat hier noch Zweifel an
einem Erfolg? Und doch beschleicht den ein oder anderen Cineasten ein mulmiges
Gefühl. Man nehme Scott's letzten Streich "Domino" mit
Keira Knightley. Hier versuchte Scott seinen ausgefallenen und extravaganten
Stil aus "Man on Fire" noch extremer um zu setzten und legte beinahe
eine Bruchlandung hin. Kritik:
Mit "Deja Vu" sollte daher alles
anders werden. Alles? Nein, der mittlerweile unverkennbare Stil eines Tony
Scott's Films, seine extravagante Art der Kamerafahrten, hastige Schnitte,
verrauschte Szenen und verfremdete Farben sind bereits Markenzeichen und
bescheren auch "Deja Vu" ein MTV-artiges Erscheinungsbild - im
positiven Sinne. Positv
gerade deswegen, da er sich wieder an "Man on Fire" orientierte und
keinen zwei Stunden langen Clip ala "Domino" drehte. Bloß nicht
übertreiben und wenn, dann richtig einsetzen um den Zuschauer in einen
abgedrehten Bilderrausch zu schicken. Weniger ist eben doch manchmal mehr.
Mit einem Bruckheimer-
typischen üppigen Budget machte man sich nun auf, Denzel Washington durch
einen spannenden Wurmloch-Thriller voller High-Tech, Raum-und-Zeit-Theorien
und sorgfältig platzierter Actioneinlagen zu schicken. Nachdem es in New
Orleans ein vollbesetztes Schiff kurz nach Ablegen in tausend Stücke zerreist
und die Explosion mehrere hundert Opfer forderte, beginnt für ATF-Agent Doug
Carlin (Denzel Washington) eine Ermittlung ohne Anhaltspunkte. Doch
mit Auftauchen einer verbrannten Leiche, die scheinbar Opfer der Explosion
geworden ist, beginnt für Carlin eine Ermittlung ungeahnten Ausmaßes. Das
weibliche Opfer wurde eine Stunde vor der Explosion gefunden und ist somit
Carlin's einzige Spur zu ihrem Mörder und dem potentiellen Attentäter.
Mittels modernster High- Tech Ausrüstung gelingt es ihm sich an die Versen
des Mörders zu heften ohne zu ahnen, wie tief greifend jeder Schritt den er
macht wirkt. Einen solch
komplexen Thriller hätte man Tony Scott und v.a. Produzent Bruckheimer
wirklich nicht zugetraut. Scott, der Mann für Neues und Ausgefallenes und auf
der anderen Seite Bruckheimer, der Inbegriff für anspruchsloses Actionkino
ohne Sinn und Verstand. Doch ausgerechnet dieses Gespann gelang ein
anspruchsvoller Thriller dem der Zuschauer viel Aufmerksamkeit schenken muss
um ihn vollkommen zu verstehen. "Deja
Vu" dreht sich um die bekannte Wurmloch Theorie. Reisen durch Raum und
Zeit mittels futuristischer Technik. Doch die daraus resultierende Gefahr, die
Zukunft zu verändern und alles noch schlimmer zu machen, dreht den
Spannungsbogen des Filmes erst in die Höhe. Eine Reise in die Vergangenheit
um das Opfer zu retten und den Attentäter zu überwältigen. Welchen Preis
bist du bereit zu zahlen, wie weit willst du gehen? Fragen
denen sich Denzel Washington mit Bravour stellt und allesamt erstklassig
löst. Es ist kein Geheimnis mehr, welch grandioser Schauspieler in Washington
steckt und so liefert er auch mit "Deja Vu" erneut eine erstklassig
Performance ab. Ein Agent, der sich seinem Beruf hingibt, ihn inne hat, und
alles für das Wohl der Bevölkerung tut, und damit mehr als ein Mal sein
Leben riskiert.
Er fesselt den Zuschauer und
reist ihn in einen High-Tech Sumpf voller Hinweise, Rätsel und jeder menge
spannungsgeladener Momente. In der einen Szenen noch extrem spannend, reist
sie sogleich um in eine actiongeladene Verfolgungsjagd mit meterhohen
Blechschäden und einer abgefahrenen High-Speed-Kamera-Perspektive. Hier
stecken jahrelange Erfahrungen und Können drin, ein Augenschmaus für
Actionfans. Die Drehorte
geben diesem futuristisch wirkenden Thriller ebenfalls wichtige Impulse und
spannende Atmosphäre, die restlichen Schauspieler, u.a. Val Kilmer als FBI
Agent, gefallen ebenso und unterstreichen einen rundum guten Gesamteindruck. Gut
nur deshalb, weil bei all dem spannenden Rätselraten doch die ein oder andere
Länge dem Film etwas am nötigen Tempo nimmt. Ein guter Thriller, keine
Frage, aber dennoch teilweise etwas arm an Tempo. So hätte es dem Film
sicherlich gut getan, etwas weniger Zeit vor der High- Tech Maschinerie zu
verbringen und auf mehr actiongeladenen Verfolgungsjagden oder
abwechslungsreichere Szenerie zu setzen. Ebenso
fallen dann doch ein paar Logiklöcher bei genauerem Betrachten der
verstrickten Geschichte auf die mehr oder weniger schwer wiegen, teilweise die
Szenen dann aber doch als etwas zu unlogisch enttarnen. Wer dem Zuschauer so
zum Nachdenken anregt muss damit rechnen, dass er sich lange damit
beschäftigt und da deckt man dann doch einiges an Ungereimtheiten auf.
Schade.
Fazit:
Dennoch ist der Mix
aus anspruchsvoller Story und action- sowie spannungsgeladenen Szenen
erfolgreich gelungen und dem Gespann Scott/ Bruckheimer/ Washington ein
erstklassiger High-Tech-Thriller geglückt. Intelligentes Thrillerkino mit gut
aufgelegtem Washington und einer Story, die zum nachdenken /-recherchieren
anregt.
7,5 / 10
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