Story:
Theo,
ein
Vergewaltiger,
kommt
nach 9
Jahren
aus dem
Maßregelvollzug.
Seine
Angst
vor
Frauen
und die
damit
verbundene
unerfüllte
Sehnsucht
machen
sein
Leben in
der
Normalität
zu einem
Martyrium.
Nettie
schafft
es mit
27
Jahren
endlich,
sich von
ihrem
Vater zu
lösen,
der sie
ihr
ganzes
Leben
lang
psychisch
missbraucht
hat.
Theo und
Nettie
begegnen
sich.
Als sie
anfangen,
sich zu
lieben,
beginnt
ihre
gemeinsame
Reise an
die
Grenzen
des
freien
Willens.
regie :
matthias
glasner
cast
:
jürgen
vogel
kritik
:
christian
westhus
____________________________________________________________________________
Kritik:
Es fällt
schwer,
diesen
Film als
eben
Solchen
zu
beschreiben.
Es fällt
schwer,
das
Gesehene
nüchtern
in einer
Rezension
wiederzugeben.
Es fällt
schwer,
dieses
Erlebnis
in Worte
zu
fassen.
„Der
freie
Wille“
ist
ungeheuer
intensives,
brutales,
freies,
europäisches
Emotionskino
in
seiner
radikalsten
Form. –
So
könnte
ein
Versuch
aussehen,
den Film
wiederzugeben
und doch
sind es
bloß
leere
Worte,
die
nicht
beschreiben
können,
wie man
sich
nach 163
Minuten
fühlt,
in denen
man
Jürgen
Vogel
und
Sabine
Timoteo
durch
menschliche
Abgründe
gefolgt
ist.
Regisseur
Matthias
Glasner
inszenierte
ein
ultrarealistisches
Psychogramm
eines
Vergewaltigers:
Wir
erleben
Theo in
einer
Großküche
beim
Abwasch,
bis er
entlassen
wird und
nach
draußen
stapft,
wo wir
einen
Moment
brauchen
um zu
erkennen,
dass die
ausgeblichenen,
von der
wackeligen
Handkamera
eingefangenen
Bilder,
tatsächlich
Farbe
beinhalten.
Der
Begriff
„trist“
trifft
die
Stimmung
nicht
mal im
Ansatz.
Theo
wirkt
hektisch,
mitunter
paranoid
und
zornig
und
plötzlich
ist es
eine
Radfahrerin,
die zur
Eskalation
führt.
In
schonungsloser
Härte
und
nahezu
ohne
zeitüberbrückende
Schnitte,
erleiden
wir die
Vergewaltigung
mit. In
einer
beängstigenden
Gegenlichtaufnahme
schlägt,
missbraucht
und
vergewaltigt
Theo die
Frau,
deren
abgehakte
Hilferufe
im
Nichts
der
Natur
verhallen.
Kein
fühlender
Mensch,
kommt
aus
dieser
Szene
unverändert
heraus.
Es wird
Nacht
und Theo
wird
gefunden.
Neun
Jahre
später
gilt
Theo als
geheilt.
Geheilt
auf
Bewährung,
den
Trieb
angeblich
unter
Kontrolle.
Neuanfang
nennt
man das
wohl,
doch mit
solchen
Illusionen
räumt
man
direkt
auf. Es
ist der
Anfang
vom
Ende,
nur
einsehen
will man
das noch
nicht.
Wir
folgen
Theo,
den wir
gerne
als
Monster
sehen
würden,
doch für
den wir
schon
bald
Mitleid
empfinden
und mit
ihm
durchschreiten
wir die
graue,
scheinheilige
Welt der
ottonormal
Bürger
mit
ihren
Karohemden,
ihrer
unterkühlten,
falsch-freundlichen
Art und
dem
Egoismus,
der in
uns
allen
wütet.
Wir sind
so
nicht,
wir sind
gesund,
wir sind
gut und
anständig.
Noch
eine
Illusion.
Und
plötzlich
sehen
wir
unsere
Welt aus
einer
anderen
Perspektive,
aus der
eines
Vergewaltigers
und
Triebtäters,
die uns
überdeutlich,
hin und
wieder
plakativ
und zu
deutlich,
zeigt,
dass wir
in einer
Reizüberfluteten,
sexuell
überbelasteten
Welt
leben.
Überdimensionale
Werbeplakate
mit
halbnackten
Frauen,
Striplokale,
junge
Frauen,
bauchfrei
und in
engen,
knappen
Tops und
mittendrin
Theo,
der
Vergewaltiger,
der als
geheilt
gilt, es
aber
nicht
ist, was
er
selbst
auch
noch
erkennen
wird.
Und Theo
müht
sich,
zwar
stets
unterkühlt,
aber
zumindest
mit der
bloßen
Vorstellung
von
Hoffnung,
obwohl
er stets
von dem
Monster
in ihm
weiß und
harrt in
seiner
kargen
Wohnung
dem
wieder
aufkeimenden
Verlangen.
Ablenkung
durch
Sport,
durch
Kampf
und
Disziplin.
Den
Trieb
unterdrücken,
durch
Schweigen,
durch
Masturbation,
durch
Ablenkung.
Der
Wille,
Liebe zu
empfinden,
Liebe
für eine
Frau und
der
Wille
geliebt
zu
werden.
Das ist
essentiell,
das ist
menschlich.
Und dann
ist da
Netti,
die mit
27 bei
ihrem
psychisch
labilen
Vater
auszieht,
der sie
wohl
etwas zu
lieb
hatte,
seit die
Mutter
fort
ist.
Netti
leidet,
zieht
sich
zurück,
vermeidet
Emotionen,
hat ihre
eigene
Psychose,
kann
nicht
gut mit
Menschen.
Die Wege
der
Beiden
gestörten
Persönlichkeiten
kreuzen
sich,
laufen
immer
wieder
parallel.
Es ist
Nettis
Leben,
in das
sie Theo
einlädt,
dass
sich in
Belgien
plötzlich
bessert
und was
dazu
führt,
dass die
Mundwinkel
zum
ersten
Mal nach
oben
zeigen.
Der
kleine
Funke
Hoffnung
wird vom
Zuschauer
sofort
angenommen
und doch
wissen
wir,
dass er
wieder
erlischen
wird.
Und man
lässt
sich
Zeit
dabei.
Momente
des
Schweigens,
absoluter
Stille,
Musik
nur aus
der
Handlung
heraus,
nichts
Künstliches,
nichts
Filmisches.
Quälend
lange
Einstellungen,
der
Alltag,
langsame
Handlungen,
unterkühlte
Emotionen
– ein
Psychogramm
in
Echtzeit,
möchte
man fast
sagen
und doch
überbrückt
die
Handlung
mehrere
Monate.
Es ist
schließlich
eine
Affekthandlung,
die
Alles in
Richtung
Finale
steuert
und es
ist der
freie
Wille,
der Theo
dazu
führt.
Es ist
der
freie
Wille,
der
Netti
verstört
zurücklässt,
der
freie
Wille,
der sie
zu einem
Opfer
Theos
führt,
dessen
Narben
nicht
verheilen
können,
die
verändert
wurde.
Es ist
der
freie
Wille,
der
Netti zu
Theo
trieb
und das
Schicksal
beider
besiegelte.
Keine
Anzeichen
von
Spiritualität,
von
Schicksal,
vom
Wandel
auf
gelenkten
Bahnen.
Gottes
Wille
oder der
freie
Wille
des
Menschen?
Im
letzten
Drittel
wechselt
der
Protagonist
und wir
folgen
Netti,
auf der
Suche
nach
Theo,
nach
Berlin
und an
die
Ostsee
und wir
klammern
uns an
irreale
Hoffnungsschimmer,
an
verzweifelte
gute
Taten
und an
den
guten
Menschen
im
Menschen.
Wir
leiden
und das
schon
seit 2
Stunden
und wir
werden
nicht
erlöst.
Es ist
am Ende
die
logische
Konsequenz
einer
chronologischen
Studie
der
Hoffnungslosigkeit.
Theos
Entscheidung
steht
und uns
dreht
sich
innerlich
Alles
um.
Purer
Schmerz.
Und
nicht
einmal
der
Abspann
gönnt
uns eine
Verschnaufpause,
oder
lässt
uns
langsam
das
Gesehene
verarbeiten.
Der Film
ist aus.
Die
Realität
hat uns
wieder.
Welcher
Film
eigentlich?
Wir
sahen
unmenschlich
intensive
Darsteller
und eine
unbeschreiblich
emotionale
Handlung,
trotz
Gewalt
und
frostigen
Emotionen.
Was man
hier
erlebt
hat,
geht
über
filmische
Empfindungen
weit
hinaus.
Wir
werden
weder
belehrt,
noch
sehen
wir den
erhobenen
Zeigefinger
oder gar
so etwas
unrealistisches
wie
Hoffnung,
man
wurde
Zeuge
einer
menschlichen
Studie.
Das kann
nicht in
einer
Bewertung
wiedergegeben
werden,
dass
muss man
fühlen
und
erleben,
da muss
man sich
durchkämpfen,
durchbeißen,
dass
muss man
erleiden.
Ein
intensives
Stück
Schmerz,
das sich
als Film
tarnt.
Unglaublich.
keine
Wertung
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