Story:
Eines Tages zieht ein weißer
Nebel vom See her auf eine Kleinstadt zu. Die Anwohner ahnen nicht, dass dieser
Nebel ein gefährliches Geheimnis bewahrheitet, deren Ursache im Handhaben der
Menschheit liegt. Als David Drayton (Thomas Jane) mit seinem Sohn Billy (Nathan
Gamble) in einem Supermarkt einkaufen geht, werden die Straßen der Kleinstadt
komplett vom Nebel erfasst. Als dann auch noch ein älterer Mann in den Laden
stürmt und etwas von grausamen Wesen aus dem Nebel redet, geraten die Anwesenden
in Panik und verschanzen sich im Supermarkt. Es dauert nicht lange, da fordert
der Nebel schon sein erstes Opfer und eine vom religiösen Fanatismus gepackte
Frau löst ein großes Chaos aus. Der Kampf ums Überleben beginnt.
regie :
frank darabont
cast :
thomas jane, marcia gay harden, william sadler
kritik :
jan kellermann
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Kritik:
Wir haben es hier
eindeutig mit einem Horrorfilm zutun. Aber Moment… was ist eigentlich ein
„Horrorfilm“? Jeder benutzt dieses Wort und man geht eigentlich auch davon aus,
dass dieser jemand dann auch weiß, wovon er redet.
Horrorfilme gehören dem Filmgenre an, welches dem Zuschauer ein Gefühl aus
Angst, Schrecken und Verstörung vermitteln soll. Oftmals werden in diesen Filmen
dann auch Elemente verwendet, die eine traumatische oder lebensbedrohliche
Situation mit sich führen. Damit auch ein gewisser Effekt des Grauens entstehen
kann, versucht man eine stark emotionale Identifikation des Zuschauers mit dem
Protagonisten des entsprechenden Films herzustellen. Damit dieser Effekt dann
noch größer wird, entfacht man eine Unklarheit zwischen erwarteter Handlung und
überraschender Handlung (Gegenüberstellung von „Regel“ und „Ausnahme“), welche
dann noch durch das so genannte „Wunder“ den Zuschauer erstens verwirren und
zweitens überraschen soll. Unterschieden werden muss natürlich auch noch
zwischen dem mit Gruselelementen bepackten Horrorfilm und dem Splatterfilm, bei
dem es nur ums umgangssprachliche „Abmetzeln“ geht. Ersteres liegt bei diesem
Film wohl näher und wenn man es genau nimmt, dann hat man es hier sogar mit
einem Horrorfilm der besseren Klasse zutun.
Das Wichtigste an dem gesamten
Film sind nicht die Monster, sondern die sich immer im Vordergrund befindende
und eigentlich sehr reale Konfliktsituation, der alle Personen im Supermarkt die
Stirn bieten wollen. Man merkt hier, dass der Regisseur ganz genau darauf
geachtet hat, dass genau diese Konfliktbewältigung immer im Vordergrund steht
und die Nebelkreaturen eher nebensächlich sind. Interessant ist vor allem, dass
diese Situation gar nicht so weit hergeholt ist. Menschen handeln in
Ausnahmesituationen oftmals unbedacht und können nicht mehr Richtig von Falsch
unterscheiden. Ihnen fehlt der rational führende Gedanke, der ihnen eigentlich
durch diese schwierige Situation hinweg helfen sollte. Der Film hat genau aus
diesem Grund eine wohlgemerkt gute Basis und man kann sich unter Umständen schon
mit einigen der Charaktere identifizieren oder auch nachvollziehen, wie sie sich
fühlen, obgleich man solch eine ähnliche Situation schon miterlebt hat, oder
eben nicht. Fakt ist, dass die netten Dialoge und teils auch wirklich gute
Schauspieler mit überzeugenden Leistungen das wesentliche des Films hervorheben
und die Gruselatmosphäre trotz vernachlässigter „Schocker“ vorantreiben.
Marcia Gay Harden hat in diesem Film eindeutig bewiesen, wie gut sie sich an
eine Rolle anpassen kann. Die Vertreterin des religiösen Fanatismus wirkte genau
so, wie sie wirken sollte – nervig, überzogen und total „anders“. Ihre
Handlungsweisen sollten genau so unlogisch und eigentlich genau so verbissen
sein, wie Harden es dargeboten hat. Sehr souveräne Schauspielleistung, denn sie
hat ihrer Rolle genau das verliehen, was nötig war, um sie fast schon zu hassen.
Thomas Jane mimte die Rolle des besorgten und beschützenden Vaters anfangs sehr
gut, doch seine Leistung zentrierte sich eher im Heldentum, als im
Beschützerinstinkt. Er ist einfach kein Mann für so eine Rolle, in der er Vater
und Held unterbringen muss. Er schien leicht überfordert, obwohl man ihm die
Rolle des Beschützers mehr abnahm als die des Rebellen. Gegen Ende wurde seine
Darbietung leider zunehmend schlechter und das eigentlich schon sehr emotionale
Ende hätte er beinahe zerstört.
Eins muss man jedoch sagen: realistisch ist der Film lediglich in der
Konfliktsituation, nicht aber im Bereich der „Schattenwesen“. Diese Wesen wurden
in der Tat recht gruselig entworfen, wirken auch geradezu passend für das
Szenario. Es ist anfangs so gut wie nichts über die Kreaturen bekannt und selbst
eine kurze Erklärung inmitten des Films bringt nur ansatzweise Licht ins Dunkel.
Das Design der Kreaturen ist allerdings schon recht kreativ ausgefallen und man
kann damit sehr zufrieden sein. Die Atmosphäre des Films wird durch die durchweg
passende Musikuntermalung vorangetrieben und so bleibt das Geschehen stets
spannend. Das Ende setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Sehr emotional,
unverwechselbar, allerdings durch einige schauspielerische Mängel leider nicht
ganz so überragend, wie es im Endeffekt hätte werden können.
Fazit:
Stephen King’s „The
Mist“ ist seit „The Green Mile“ der beste Film, der sich auf einer
(Roman)Vorlage des Gruselkönigs stützt. Frank Darabont, der sich bereits schon
zum vierten Mal den (Roman)Vorlagen von Stephen King bedient, liefert mit diesem
Machwerk eine wahrhaftig gute Leistung ab. Unterm Schnitt der bislang beste
Horrorfilm in diesem Jahr, da er durch seine durchweg spannende Atmosphäre, die
sehr schockierenden Handlungsstränge und das tolle Ende komplett überzeugt.
Aufgrund von schauspielerischen Mängel kommt der Film allerdings nicht auf den
Thron, sondern erobert sich lediglich die Silbermedaille.
8 / 10
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