Story:
Auf der Erde kommt es zu
merkwürdigen Erscheinungen. Seltsame Kugelsphären tauchen auf und sorgen für
Unruhen und Massenpanik. Zusammen mit ihnen erscheint Klaatu (Keanu Reeves), der
Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die Erde und
Menschheit schon seit geraumer Zeit beobachten. Klaatu hat eine wichtige
Botschaft - und einen Kampfroboter namens Gort bei sich...
regie :
scott derrickson
cast :
keanu reeves, jennifer connelly
kritik :
christian mester
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Kritik:
Keine Frage, das
Original ist einer der bekanntesten Sci-Fi Klassiker überhaupt, aber hat auch
der neue das Zeug dazu? Ganz klar: nein.
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"Uhm, Sir, ich glaub, wir haben das Script
verloren."
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Der neue Tag funktioniert leider
nur innerhalb seines ersten Abschnitts, in dem es geheimnisvoll um die Landung
der außerirdischen Sphären und Klaatu geht. Kaum ist er den amerikanischen
Mächten zum Opfer geworden und wieder entflohen, flieht nämlich gleichzeitig
auch das Niveau, das bis zum Ende nicht mehr zurückzuholen ist. So vieles klappt
nicht, das man sogar weit ausholen muss, um überhaupt alles schief gelaufene
ausreichend abzudecken.
Jennifer Connelly z.B. ist ohne Frage eine der hübschesten und talentiertesten
Aktricen Hollywoods, doch hier stolpert sie mit einer tierisch eindimensionalen,
leeren Rolle durch den Film, mit der sie rein gar nichts anfangen kann. Ihre
wenigen dramatischen Momente bestehen aus stümperhaft geschriebenen
Klischeeszenen, die man sogar schon besser in Filmen wie Independence Day
gesehen hat.
Ein Grauen ist Jaden Smith, der ihren Filmstiefsohn spielt und im Laufe des
Films immer mehr an Bedeutung bekommt - ein gewaltiger Fehler, denn der Kleine
vermag es überhaupt nicht, seine geschauspielten Momente glaubhaft
rüberzubringen. Im Gegenteil, er wird sogar immer nerviger und unterstreicht mit
seinem Vorabend Soap-Talent, wie gut und glaubwürdig Dakota Fanning in Krieg der
Welten war.
In den Nebenrollen finden sich noch Kathy Bates, die sich mit der Rolle einer
engstirnigen und dummen Verteidigungsministerin keinen Gefallen tut; Robert
Knepper (Prison Break), der sinnfrei als General verheizt wird und kein einziges
Mal zum Zuge kommt (und der Mann ist eigentlich gut, wirklich gut); sowie John
Cleese, der im großen und ganzen tatsächlich zu überraschen weiß. Der sonst so
lustige Monty Python-Comedian verleiht dem Film einen der wenigen Lichtpunkte
als sympathischer Professor, der eine kurze, nette, aber recht unwichtige Szene
mit Klaatu hat.
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"Wie wärs wenn ich ihnen den Finger gebe, und sie
mir meinen Anruf?"
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Da liegt eins der nächsten
Probleme, denn so passend Keanu auch als außerirdischer Botschafter Klaatu sein
mag: er bekommt fast keine einzige nennenswerte Szene. Die meiste Zeit über
steht er nur stoisch herum oder führt versimpelte und idiotische Dialoge, die
Kopfschmerzen bereiten - die einzig etwas interessantere Darstellung findet sich
während des Verhörs, was allerdings schon fast komplett im Trailer zu sehen war.
Gort? Sci-Fi Fans kennen und lieben den riesigen Kampfroboter aus dem Original,
der damals mit geliebter Trashnote inszeniert wurde, aber der neue ist nichts
anderes als ein schlechter Witz. Wer sich einen haushohen Kampfroboter in Rage
wünscht, wird enttäuscht sein, denn Gort macht nur einmal ganz kurz etwas und
löst sich danach in Nanopartikel auf - ist kein Spoiler, denn diese Nanopartikel
fliegen darauf hin los, um die eigentliche Zerstörung zu starten. Wobei wir
schon seit Lost wissen, dass fliegende Staubwolken nur dann gruselig sind, wenn
sie merkwürdige Geräusche von sich geben. Wieso man Gort selbst, der übrigens
größtenteils sehr unecht aussieht, nicht einsetzte, bleibt fraglich.
Fans des Originals werden auch mit Grauen feststellen, dass die Macher des Films
den Namen Gort tatsächlich versuchen zu erklären, in dem sie ihn
"Genetisch-organische Robotertechnologie" nennen. Das und die Tatsache, dass der
berühmte Satz "Klaatu Barada Nikto" nur kurz geflüstert wird und nahezu nicht zu
verstehen ist, sorgen für Kopfzerbrechen.
Wer sich von den Postern her Action oder Spektakel gewünscht hat, wird übrigens
genau so enttäuscht sein wie diejenigen, die sich lieber Anspruch und ruhige
Bilder zur Gemüte führen. Zu schnell inszeniert um jemals Ruhe zu finden, gibt
es auch nur vereinzelt kleine Momente mit Effekten, in denen es aber nie
wirklich zu echter Action kommt. Stattdessen versteift sich der Film auf seine
so wichtige Message und Sozialkritik, die kindisch und übervereinfacht so plump erwähnt
wird, dass selbst die Sommerkatastrophe The Happening in der Hinsicht keinen
Deut schlechter abschneidet.
Dazu kommt, das die Story viele dämliche Momente und Entwicklungen aufweist, die
völlig unverständlich sind. So stellt sich zum Beispiel die Frage, wieso wieder
einmal nur die Weltpolizei Amerika ganz allein mit den Aliens in Kontakt steht,
wieso sie nach vergeblichen Erstangriffen immer noch weiter angreifen oder es
vehement ausschlagen, mit Klaatu zu verhandeln. Oder wieso - wie schon in der
anderen Kritik erwähnt wurde - das Product Placement so nervtötend penetrant
angebracht werden musste.
Abgeschlossen wird
dann alles durch ein übertrieben glattes Happy End,
das ohne größeren Konflikt,
dafür aber mit seelenlos gespielter Tragik ala Fantastic Four 2 abschließen will
- und dann auch noch in einen deutschen Rapsong übergeht! Man muss zweimal
hinhören um seinen Ohren zu
glauben, aber im Anschluss an den Film läuft tatsächlich ein deutscher Rapsong
von Thomas D! Eine cineastische Greueltat, für die man das verantwortliche
deutsche Studio noch lange böse ansehen sollte.
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"Gozer?"
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Zum Schluss lässt sich sagen,
dass Regisseur Scott Derrickson, der mit
Der Exorzismus der Emily Rose schon einen netten kleinen Film abgelegt hat,
hiermit keine wirklichen Lorbeeren einheimsen kann. Der Film sieht solide aus, ist aber von
der Optik her nichts Besonderes und bis auf die Sphären - die sich nach einiger
Zeit andauernd wiederholen - von der Regie her ziemlich uninspiriert. Tyler Bates' Score ist
gut, ist aber so schlecht platziert, das man nur selten darauf aufmerksam wird.
Über Keanu selbst lässt sich nicht viel sagen. Der sympathische Frontmann passt
gut
zur Rolle und macht seine Sache gut, kriegt aber wie schon Connelly keine
wirklich guten Szenen. Des öfteren scheint man ihm auch anzusehen, dass er nicht
viel von seinem kleinen Co-Partner hält. Street Kings war dieses Jahr sein klar besserer Film.
Fazit:
Wer gute Sci-Fi sucht, der sollte weiterschauen, denn der neue Tag ist
allenfalls mittelprächtig.
Wenig Highlights, riesige Logiklöcher, keinerlei Spektakel und chancenlose
Darsteller sorgen für Enttäuschung.
4,5 / 10
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