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Der unglaubliche Hulk


Kritik von Christian Mester

The Incredible Hulk (2008)
Regie: Louis Leterrier
Cast: Edward Norton, Tim Roth, Liv Tyler

Story:
Bruce Banner (Edward Norton) wurde vor Jahren unfreiwillig hoch verstrahlt und hat seitdem ein Problem: wird er wütend, verwandelt er sich in einen unbesiegbaren Muskelberg, der kaum aufzuhalten ist. Die Army versucht ihn zu fangen, doch als das nicht klappt, stellt man ihm einen ehrgeizigen Supersoldaten (Tim Roth) entgegen...

Hat nichts mit dem Film von 2003 zu tun

Kritik:
Erinnern wir uns kurz mal an den ersten Film von 2003. Ang Lee's Interpretation des Hulk war ein guter, aber zu überladener und anstrengender Comic-Film, der einiges an Geduld forderte und in den Action-Szenen oft sehr schräg ausfiel. Hulks Reise in den Orbit? Hulk-Pudel? Hulk gegen eine fliegende Energiewolke (den Absorbing Man)? Das war für viele zuviel des Guten. Lee's Versuch, die Geschichte anspruchsvoll und gleichzeitig massentauglich zu erzählen, schlug fehl, und so plante man für den neuen Hulk (der erst als direkte Fortsetzung fungieren sollte) schlicht weniger Gerede und dafür Action, Action, Action. Jetzt war die Skepsis also groß, dass der Neustart ein hirnloser Klopper wie etwa der alte Lundgren-Punisher werden würde, aber weit gefehlt.

Das merkt man schon in der Eröffnungsszene. Mit größter Liebe zum Detail wird kurz gezeigt, wie der Hulk in dieser neuen Version entstanden ist: Banner probierte ein neuartiges Serum mit Strahlung an sich, nicht ahnend, dass es ein geheimes Experiment zum Erschaffen von Supersoldaten war. Banner reagierte, wurde unkontrolliert zum Monster und verletzte bei der Flucht auch noch unwillens seine Freundin. Aus dieser kurzen Anfangsgeschichte ergibt sich ein starkes Gerüst, das den gesamten restlichen Film trägt. Solide ist Edward Norton als Bruce Banner, der Hulk als Fluch sieht und diese Macht wieder loswerden will. Verzweifelt arbeitet er mithilfe eines Forschers (Dr. Sterns) an einem Gegenmittel, das ihn vielleicht ein für alle Mal davon befreien könnte. Würde er es schaffen, könnte Ross ihn eventuell in Ruhe lassen und er zu seiner geliebten Betty zurück.

Norton spielt die Rolle mit Intensität. Statt kalt und emotionslos wie Bana im ersten ist Norton mit höchstem Eifer dabei und zeigt die Figur ein wenig wie Bill Bixby in der alten TV-Serie: zurückhaltend, aber nett; genial, aber mutig, wenn es darauf ankommt. Ebenfalls gut ist John Hurt als General Tad "Thunderbolt" Ross, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Zum einen peinlich berührt über seine eigenen Fehler, ist er in der Pflicht des Militärs gefangen und versucht zugleich, seine Tochter auf diese Art zu schützen. Dass sie ihn dafür hasst, akzeptiert er stillschweigend im Glauben, das richtige zu tun. Hurt, der in History of Violence und Mr Brooks zuletzt sehr losgelassen war, agiert im neuen Hulk streng und starr, kann aber viel mit seiner Mimik anstellen. Insgesamt etwas zu schweigsam, dennoch sehr treffend.

Edward Norton schrieb selbst am Drehbuch mit

Gut ist Tim Roth als Emil Blonsky, der sich als Soldat kurz vor der Zwangspension unbedingt nochmal ins Gefecht stürzen will. Während Banner die Macht in sich loswerden will, will er sie um jeden Preis bekommen. Nicht etwa, weil er Rache oder Besitz will, sondern weil Kämpfen und Herausforderungen das einzig wichtige in seinem Leben ist. Roth spielt die Rolle des verbissenen Altkriegers einfach hervorragend. Böse glänzen seine Augen bei dem Gedanken an mehr Macht, und sein Zusammenspiel mit dem Hulk ist jedes Mal ein packendes Duell. Auch wenn er Banner persönlich nicht kennenlernt, sieht man Blonsky in jeder Szene an, dass er sich Hulk zu einer äußerst persönlichen Sache macht. Schade ist, dass Liv Tyler als Banners Freundin wenig zu tun bekommt und meistens nur als verzweifelt dreinschauende Beobachterin dabei stehen darf.

Effekttechnisch haben wir hier das gleiche Problem wie beim Hulk von 2003. Die Actionszenen sind allesamt ganz unterhaltsam, doch der Hulk selbst sieht einfach noch zu unecht aus, zu seltsam. Wirkte er im letzten Film optisch sehr kleinkindhaft, sieht dieser Hulk wie ein extremer Superbodybuilder aus, der allerdings nicht viel mit seiner Basis Banner gemein hat. Besser klappt das beim Gegner Abomination, der überzeugender, da unrealistischer ausschaut.

Fans der Comics dürfen sich zudem über so einige Goodies freuen: Shield wird erwähnt, es taucht ein Superheld auf, ein berühmter Bösewicht des Hulks wird im Film erschaffen, es gibt einen Wink in Richtung eines berühmten Schildträgers und dann gibt es sogar noch "Hulk smash!" und einige bekannte Moves des großen Grünen.

Fazit:
Grünes Licht: Marvels Hulk Film ist ganz passabel geworden. Ein nicht ganz ausgereiftes Hulk Design und ein etwas zu stumpfes Endgekloppe halten den Film von höherem ab, dennoch kann man sich den Film gut anschauen.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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