Story:
Evey (Maria Bello) und Rick O'Connell (Brendan Fraser) denken, ihr Sohn (Luke
Ford) würde schön zur Universität fahren, doch stattdessen buddelt er in China
das Grab des antiken Tyrannen Han (Jet Li) aus und wird als Archäologe gefeiert.
Als ein paar schmierige Gangster die Mumie des Kaisers wieder
zum Leben erwecken, müssen die drei kurzerhand mit zwei mysteriösen Frauen
(Michelle Yeoh, Isabella Leong) die Welt retten gehen, bevor Han seine
unbesiegbare Tonarmee zurückholen kann...
regie :
rob cohen
cast :
brendan fraser, jet li
kritik :
christian mester
____________________________________________________________________________
Kritik:
Die neue Mumie
mit Brendan Fraser wandelt auf altbekannten Pfaden, bleibt aber hinter den ersten beiden zurück.
|

"Was, dein Vater war George? Du weißt schon,
der
aus dem Dschungel kam?"
|
|
Drückt man ein Auge zu, so macht
Das Grabmal des Drachenkaisers eigentlich alles richtig. Die Sets sind
beeindruckend, die Effekte sind fantasievoll, die Action ist wie auch schon bei den
Vorgängern groß und imposant; es gibt lauter lustige Sprüche, eine neue richtig
böse Mumie, verrückte Kreaturen, viele Kämpfe, drei gutaussehende Frauen und
einen beinharten Helden in der Hauptrolle.
Teil 1 und 2 funktionierten super mit diesem Konzept, welches in 2 lediglich durch
einen unfertigen Effekt-Showdown etwas getrübt wurde, aber leider will es beim
dritten Teil insgesamt nicht mehr so hinhauen.
Das größte Problem ist zu anfang Maria Bello als neue Evey. Es ist schwer, sich
nach der tollen Rolle aus den ersten beiden Filmen an ein neues Gesicht zu
gewöhnen, aber umso schwerer, weil diese Evey sich überhaupt nicht mehr so
verhält wie die alte. Rachel Weisz spielte sie als liebenswertes
Schusselchen, die mal eine gesamte Bücherei vernichtet und dann niedlich trippelnd auf
einer Leiter balanciert. Die neue Evey ist hingegen vollkommen abgebrüht und
unerschrocken. Sie
hat keine Schwäche mehr und damit leider auch keine Chemie mit ihrem Ehemann, dem man
oft ansieht, dass er sich seine alte Partnerin zurück wünscht. Über Rachel als
Evey konnte man schmunzeln; sie war liebenswert und brachte mit ihrer
Unsicherheit Spannung in so manche Actionszene - kurzum, man wollte nicht, dass
Mumie Imhotep sie in die Finger bekommt. Bei der neuen ist es einem einfach
egal, denn sie ist schlichtweg völlig falsch besetzt. Das wiederum färbt auch auf Star
Brendan Fraser ab, der diese eine Rolle eigentlich im Schlaf spielen kann. In allen
Actionszenen ist er natürlich wie immer überzeugend und gleichzeitig lustig, aber werden
mal keine Untoten verprügelt oder Drachen gejagt, so quält er sich mühsam durch
zu viele schwachbrünstige Dialoge mit seiner Frau und seinem Sohn. Nett ist dagegen
John Hannah's Rückkehr als Schwager Jonathan, der erneut für viele Lacher sorgt,
leider aber kaum miteinbezogen wird.
|

"Da unten ist noch so ein Kritiker."
|
|
Sohnemann Luke Ford hat Talent das tief im Hintergrund ansatzweise mal
durchschimmert, aber größtenteils nimmt er Fraser einfach nur Szenen weg und
kann weder als echter Actionheld, noch als mutiger Beschützer seiner neuen
chinesischen Freundin überzeugen. Die allerdings, gespielt von Newcomerin
Isabella Leong, ist nicht nur hübsch, sondern auch mit Leib und Seele dabei
und sollte für die Zukunft mal im Auge behalten werden.
Besser noch ist ihre Mutter, die von Actionlegende Michelle Yeoh sehr einfühlsam
gespielt wird, mehr sogar, als dass es der Film verdient hätte. Eifrige Augen
entdecken dann noch Russell Wong als untoten Rebellenanführer, der in Romeo Must
Die der Böse war und da auch auf Jet Li traf. Dann wäre da halt Jet Li, der in seinen wenigen Momenten als Mensch knallhart und mächtig
erscheint und ordentlich Präsenz hat, die meiste Zeit jedoch nur als Special Effect
zu sehen ist.
Das ist allerdings recht gut gelungen, denn als Mumie setzt er jede Menge Magie
ein die zu reichlich Spektakel führt.
Effektemäßig gibt es bei der neuen Mumie beides: Nieten und Volltreffer.
Die Sets sehen fast immer umwerfend aus und die Yetis, der Drache und der
Shanghai-Hund passen ins Bild, aber einzelne Szenen stechen trotz der teuren
Produktion immer wieder heraus, als wären sie noch längst nicht fertig gewesen.
Unübersehbar ist, dass das Fehlen von Regisseur Stephen Sommers auffällt: Rob
Cohen versucht zwar ihn so gut wie möglich zu imitieren, aber trotz all der
gleichen Elemente wirken die beiden Vorgänger drahtiger, voller und
zufriedenstellender. So ist etwa der große Endkampf am Ende kein wirkliches
Highlight und die Riesenschlacht so eine Randerscheinung, dass man sie fast
übersehen könnte.
In Sachen Story braucht man nichts erwarten: Mumie wacht auf und sucht Artefakt,
mit dem sie unbesiegbar wird; O'Connells müssen sie aufhalten. Zwar ist noch
eine kleine Love-Story und etwas Tragik mit im Boot, aber beides ist so
kurzweilig und unwichtig, dass es keinerlei Rolle spielt - bis auf Teil 4.
Sollte es nämlich noch einen geben, und die momentanen Einspielzahlen sprechen
dafür, könnte der Ausgangspunkt für Nummer 4 sehr interessant werden.
Fazit:
Wie auch die Teile 1
und 2 bietet der neue Film der Mumiensaga Action am laufenden Band,
abwechslungsreiche Gemäuer, lustige Sprüche und jede
Menge Kampf und Effekte, doch der Pepp ist irgendwie nicht mehr da. Wer die
Vorgänger mochte soll es wagen, dann aber bitte mit gedämpften Erwartungen.
6 / 10
_____________________________________________________________________________
:::::...: Diskussion im Forum
|