Story:
Aliens sind auf der Erde gelandet, doch statt wie sonst Manhattan vernichten
oder Dan Akroyd heiraten zu wollen, sind die menschlichen Gambas ausnahmsweise
einmal recht ziel- und obdachlos. Zwanzig Jahre nach ihrer Ankunft sollen sie dann eines
Tages aus ihrem herunter gekommenen Wohngebiet in ein kleineres Exil verlegt
werden, wobei sich Aufseher Wikus van der Merwe unfreiwillig in die Lage der
Gäste versetzen darf...
regie :
neill blomkamp
cast :
sharlto coplay
kritik :
christian mester
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Kritik:
Da wird sich Microsoft wohl schwarz
ärgern.
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"Mary-Kate Olson, bitte kommen sie mit uns."
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Nach seinem Erfolg mit den drei
"Herr der Ringe" Adaptationen und dem Remake von "King Kong" nahm sich Regisseur
Peter Jackson wie versprochen vor, in Zukunft auch andere Filmemacher an seinem
Glück teilhaben zu lassen und bislang unentdeckte Talente zu unterstützen. Einer
davon war Neill Blomkamp, der ihm mit eigenwilligen Kurzfilmprojekten
aufgefallen war. Blomkamp stand sodann sofort im großen Rampenlicht, denn da Microsoft
Peter Jackson als Produzent für die Verfilmung der "Halo" Spiele gewinnen konnte,
schlug dieser für die 150 Millionen Dollar teure Produktion direkt seinen
Schützling vor, was das Studio zunächst nicht unbedingt toll fand, aber akzeptieren
wollte.
Das Ding kam aber nicht, wie man weiß, was in erster Linie daran
liegt, dass Microsoft sich trotz schier unendlicher Möglichkeiten und gewaltiger
Fanbase weigerte, sich merklich an der Finanzierung des Films zu beteiligen. Frustriert,
aber weiterhin motiviert schlug Blomkamp also vor, eins seiner eigenen Projekte
in einen Spielfilm zu verwandeln: "Alive in Joburg". Jackson gefiel's, also besorgte
er Blomkamp läppische 30 Millionen Dollar und wünschte ihm alles Gute... eine
Investition, die
sich auszahlen sollte.
Nicht nur, dass der Film bei Release genau so erfolgreich anlaufen konnte wie
fünfmal so teure Blockbuster namhafter Regisseure, er sieht trotz des geringen
Budgets auch noch beeindruckend aus. Ein Großteil des Films zeigt nämlich
besagte Aliens, die mehr oder weniger wie menschliche Garnelen aussehen und
unentwegt Teil der Handlung sind. Erstaunlicherweise sieht man die shrimpigen
Besucher zudem fast immer im hellen Tageslicht, was normalerweise ein Grauen für
jeden Designer ist. Hell erleuchtet zeigt sich nämlich genau, ob eine unechte
Figur glaubhaft bestehen kann oder nicht - bislang schafften das eigentlich nur
Gollum, Kong, Transformers und Davey Jones. Die hatten aber alle stets ein
neunstelliges Budget zur Verfügung, worüber der Südafrikaner wohl nur lachen
kann - was er mit wenig Geld aus seinem Zylinder zaubert, ist besser als weiße
Kaninchen und letztendlich ein gut sitzender Elbow-Drop in die Magengruben
etlicher Produzenten, die aufgrund viel zu überteuerter Budgets zu Grunde
gingen. Und auf Microsofts Schlucke, denn Blomkamp, der ihnen sicher auch aus 70
Millionen einen atemberaubenden "Halo" gemacht hätte, hat jetzt freie Auswahl,
egal was auch immer realisieren zu können.
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Gordon Freeman?
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Was darüber hinaus maßgeblich
Eindruck hinterlässt, ist die Tatsache, dass diese verschrumpelten
Chitinobdachlosen aus dem All echte Emotionen vermitteln können. Anfangs noch als
primitive, affenartige Kakerlaken mit dem Charme eines bissigen Streuners
gesehen, gibt es später Charaktermomente, Dank der man mit den Shrimpfamilien mitfühlen kann und mehr Persönlichkeit
aufbringen
als die gesamte Belegschaft aus "Transformers II".
Bleibt generell die Frage, was das nun überhaupt für ein Film ist? Die Trailer
waren ja noch sehr vage und ließen fast schon ein ruhigeres Drama erahnen, doch
auch wenn "District 9" dramatische Elemente hat, so ist er
hauptsächlich ein abenteuerlicher Science-Fiction Thriller, der nach einer guten
halben Stunde vindieselig aufs Gaspedal tritt und bis zum starken Finale nur
noch hochschaltet. Action gibt es später also einige, die originell und packend,
sowie auch noch reichlich blutig
ausfällt und kein einziges Mal hollywoodtypisch verschönigt wird. Keine
Slow-Motion-Szenen, kein nerviges Quantum-Kameragewackel, keine Oneliner und
keine Money Shots - "District 9" hat Mechs, Aliens und futuristische
Superwaffen, die aber allesamt glaubhaft wirken und Spektakel sind.
Dass die spannende Jagd aber nicht zu trocken und ernst ausfällt, ist
Hauptdarsteller und Neuling Sharlto Coplay zu verdanken, der in seiner Rolle als
schicksalshaftes Bindeglied zwischen Mensch und Krill derart lebhaft und
zerissen agiert, dass man ihm gerne und gespannt zusieht. Er ist ein vielfältiger
Charakter, der einem sympathisch wird, dann mit zweifelhaftem Verhalten abstößt
und später zum Opfer und wackeren Helden mutiert, wobei all sinee Züge immer wieder zum
Vorschein kommen. Eine der interessantesten Actionfilm Figuren der letzten Jahre,
und das auch noch klasse von einem vollkommen Unbekannten gespielt.
Neben all der tollen Technik beweist Blomkamp aber auch Händchen als Regisseur
und Autor, da er nicht bloß saubere Auftragsarbeit zeigt, sondern immer wieder mit Erwartungen
spielt und Szenen anders aufbaut, geschickt manipuliert und nie langweilig
wirken lässt. Der Film trägt insgeheim übrigens auch viele Metaphern und
Sinnbilder auf Apartheid, Rassismus und Intoleranz, die ohne groß im Vordergrund
zu stehen bei näherer Überlegung jede Menge Tiefe haben.
Zu bemängeln gibt es unter dem Strich nicht viel; höchstens, dass einige Fragen offen
bleiben (wieso kann z.B. jeder die aus Nuschel- und Klicklauten bestehende schwierige
Aliensprache flüssig verstehen?) und dass die böse Seite der menschlichen Jäger
ein wenig zu kurz kommt - da Wikus Geschichte aber derart umwerfend ist, stört
es kaum, dass man die Zeit fast nur mit ihm verbringt.
Fazit:
Bezirk 9 ist ein äußerst gelungener Mix aus "Cloverfield" und "City of God", mit
Kampfrobotern,
Laserwaffen, Thrill, Humor, Action, Gore und nach Katzenfutter verrückten Garnelenmenschen.
8 / 10
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