Kritik:
Wächter der Nacht/
Wächter des Zwielichts
von
Christian Mester
NOCHNOY DOZOR /
DVECHNOY DOZOR
(2010)
Regie: Timur Bekmambetov
Cast: Konstantin Kabensky, Vladimir Menshov
Story:
Es geht um den immerwährenden Kampf von Gut gegen
Böse in Moskau: als eines Tages ein Mann namens
Anton aufkommt, der das Gleichgewicht der seltsamer
Formwandler, Magier und Vampire zu kippen droht,
beginnt ein gewaltiger Kampf um die Vorherrschaft
auf der Erde...
Kritik:
In Russland spielten die Verfilmungen der Sergei
Lukyanenko Romane mehr als "Herr der Ringe" ein,
doch sind die beiden auf einem Level oder gar besser
als die größte Filmreihe der 2000er? Mitnichten.
Trotzdem bilden beide eine interessante Abwechslung
zu typischen Fantasy Filmen und sind damit einen
Blick wert.
Die Handlung beider Filme ist ziemlich verworren und
selbst nach Sicht beider Teilen noch sehr
undeutlich. Klar ist, dass es eine ziemlich typische
Heldengeschichte ist, in der ein Auserwählter die
Macht wieder gerade rücken darf ("Star Wars"?). Da jedoch selten
klare Worte fallen und Bekmambetov vieles nur
andeutet, darf man sich als Nichtkenner der Bücher
dementsprechend vieles selbst zusammenreimen. Dazu kommt, dass beide Filme,
um es vorsichtig auszudrücken, sehr seltsam sind.
Übliche Figuren wie Vampire und Werwölfe und
typische Szenen wie Verfolgungsjagden und Kämpfe
werden extrem seltsam inszeniert und schrecken
dadurch möglicherweise so manch einen ab, der dem
unkonventionellen nicht gern entgegenkommt.
Konfuse Story und seltsamer
Szenenaufbau - was spricht denn dann
überhaupt für die ersten beiden
Teile der "Wächter" Trilogie, die
irgendwann noch einmal beendet
werden soll?
Primär die Optik. Bekmambetov, der
aufgrund seiner beiden Filme nach
Hollywood geladen wurde und dort
dann "Wanted" drehen durfte, holt
alles aus den wenigen Kröten Budget
heraus und entfacht ein
audiovisuelles Effektspektakel, das
in seiner Eigenart besticht,
beeindruckt, umhaut. Wild wird in
die Farbeimer gegriffen und alles
zusammengeklatscht, sodass das, was
übrig bleibt, zumindest ansehnlich
ist. Es weckt eine Neugier, die
immer wieder mit ausgefallenen
Momenten befriedigt wird. Hauptdarsteller Konstantin Khabensky ist, wie der ganze Rest
relativ wort- und mimikarm,
versprüht jedoch eine gewisse Prise
Charisma, die ihn zumindest im
ersten Teil zum soliden Helden
macht. Teil zwei ist etwas
schwächer, da er noch ein Stück
konfuser und merkwürdiger wirkt als
der Erstling und die schwer
verständliche Handlung schwächlich
fortsetzt.
Fazit:
Die beiden "Wächter" Filme sind
schwer zugängliches Zeug und
eigentlich nur etwas für Kenner der
Bücher. Wer sich aber traut, wird
mit ausgefallenen und
unkonventionell gemachten
Effektszenen belohnt.
WdN:
4 /
10
WdZ: 3,5 /
10
10
- Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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