Story:
Christine (Alison Lohman) ist eine jungen Bänkerin, die schon seit langem darauf
hofft, eine ausstehende Beförderung zu bekommen. Für ihren Vorgesetzten ist das
auch durchaus im Bereich des Möglichen, allerdings verlangt er von ihr, was ihr
leider sehr schwer fällt: dass sie abgebrühter wird. Als Beweis ihrer
Willenskraft lehnt sie also kurzerhand das Bittgesuch einer alten Zigeunerin ab,
die dadurch ihr Haus verliert. Christine bleibt hart, weswegen die unheimliche
Frau sie mit einem bösen Fluch belegt…
regie :
sam raimi
cast :
alison lohman, justin long
kritik :
christian mester
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Kritik:
Stephen King’s Thinner
trifft Jackass; herrlich Verrücktes vom Regisseur von Tanz der Teufel.
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"Mmmmh ich sehe... eine heiße Liebesnacht mit
einem bärtigen Wahrsager."
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Heutzutage kennt man Sam Raimi
hauptsächlich für seine drei großen Spider-Man und die lieblosen
Horrorproduktionen wie Boogeyman, doch angefangen hat das alles mal anders.
Raimi ist in erster Linie ein Horrorfilmfan, der mit seinen drei Teilen von Tanz
der Teufel Filmgeschichte schrieb (zumindest in seinem Genre) und es damals auch
besser als jeder andere verstand, den wilden Klamauk der drei Stooges mit Horror
zu mischen. Deswegen fielen ihm stets auch all die Szenen mit Peter Parker
ausgesprochen leicht, in denen Peter herumkaspert oder sich wie ein völliger
Trottel aufführt.
Nach seinen letzten Ausflügen in die Blockbusterhöhen Hollywoods (und bevor er
nun Spider-Man 4 anfängt) hat er sich jetzt kurzfristig einer kleinen
Horrorkomödie verschrieben, deren Idee er schon vor vielen Jahren mal hatte.
Und wie sehr die Betonung auf Komödie liegt. Wer nach den ersten Trailern und
dem feurigen Poster noch meinen mochte Drag Me to Hell sei eine ernst-gemeinte
Geschichte, der wird sich umsehen müssen. Kleine Momente gibt es zwar auch, aber
von Anfang an wird klargestellt dass es hier insgesamt keineswegs ums Gruseln
geht – sondern um schrägsten Unsinn. Wenn die dämonische alte Zigeunerin ihre
Dritten verliert und die kreischende Christine mit zahnlosem Mund fies
anglibbert, dann kann man eigentlich nur auf zwei Arten reagieren: sich köstlich
amüsieren oder sich angewidert wegdrehen.
Das könnte für manch einen eventuell zum Problem werden, denn ein Großteil des
Films besteht aus diesem Jackass-haftem Ekelhumor, durch den Personen laufend
widerwärtige Dinge sehen oder schlimmer - sie in den Mund bekommen. Wer also
schon beim RTL Dschungelcamp nur schwerlich hinsehen kann, der sollte sich den
Besuch dieses Fluchs besser zwei Mal überlegen. Ebenso sollte man keineswegs
ernstgemeinten Horror erwarten, denn Raimi versucht gar nicht erst, Atmosphäre
oder Spannung aufzubauen.
Wer damit keine Probleme hat, bekommt mit Drag Me to Hell aber definitiv einen
der originelleren Genrevertreter der letzten Jahre zu sehen. Als Ansammlung
verrückter Momente macht er oftmals Spaß, was nicht zuletzt an Raimis starker
Dynamik liegt, die sich pausenlos und präzise punktiert durch den ganzen Film
zieht. Alison Lohman (Tricks) erweist sich dabei als gelungene Wahl für die
traktierte Hauptrolle, auch wenn es manchmal schon ein klein wenig verwundern
mag, wie abgebrüht Christine mit all dem Ekel umgeht. Sie und die ältere
Darstellerin der unaufhaltsamen Gypsy liefern sich fantastisch cartoonhafte
Duelle, die ohne Frage mit zu den schrägsten Momenten des Jahres gehören.
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"Randy the Ram? Verputz ich zum Frühstück!"
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Schade ist, dass unsere Christine
als Figur nicht unbedingt die Sympathischste ist. Sie wird als karrieregeil,
uneinsichtig, oberflächlich, selbstsüchtig und paranoid gezeigt, sodass man
schon nach einiger Zeit einstimimg der Meinung sein darf, dass sie all die
Schrecken wirklich verdient. Spätestens nachdem sie sich eiskalt an ihrem
Haustier vergreift. wünscht man sich, dass Christine kein Happy End bekommt. Da
sperrt sich das ganze auch ein bisschen, denn Lohman spielt es ein wenig so, als
solle man Verständnis und Mitleid mit ihrer Figur haben.
Inhaltlich findet sich insgesamt leider nicht viel Neues. Dass Christine anfangs
verflucht wird und das dann wieder loswerden will, ist leider schon die
komplette Thematik des Films, daher auch sehr vorhersehbar, inklusive
übernatürlichem Ratgeber, ungläubigen Freunden und dem ganzen Pipapo. Langweilig
wird das zwar nicht da die kurze Story nonstop mit vielen Comedy-Momenten
gefüllt ist, aber dem ein oder anderen aufmerksamen Zuschauer wird sicher
schnell auffallen, dass sich doch Vieles recht auffällig wiederholt - und dass
es Raimi ausschließlich darum geht, einen bescheuerten Sketch nach dem anderen
zu bringen.
Genau genommen hinterlässt Drag Me to Hell abschließend den Eindruck einer
typischen, aber überdurchschnittlichen Folge Outer Limits / Twilight Zone, die
gut ist, aber gute 30 Minuten zu lang geht und auch eher fürs Fernsehen geeignet
ist. Was es auch bestätigt? Die langen Zweifel, dass Raimi besser keinen vierten
Tanz der Teufel mehr machen sollte. Zwar wäre Bruce Campbell ohne Frage sofort
besser als Leitfigur, aber ob Raimi den Film drumherum noch einmal so gut
hinbekäme wie bei Tanz der Teufel 2 und 3…. es lässt sich sehr anzweifeln.
Fazit:
Drag Me to Hell ist solider, schneller Horrorspaß für alle, die für gewöhnlich keine
Geduld für gruselige Filme aufbringen können und sich lieber einen Scary Movie als
Texas Chainsaw ansehen. Ganz so platt ist er nicht, aber Genrefans sollten
gesunde Skepsis mitbringen.
6 / 10
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