Story:
Goku (Justin Chatwin) möchte eigentlich nur ein normales Teenagerleben führen,
geht aber nicht, da er der auserkorene Retter der Welt ist, der als einziger in
der Lage zu sein scheint, den außerirdischen Superdämon Piccolo aufzuhalten...
regie :
james wong
cast :
justin chatwin, chow yun fat
kritik :
christian mester
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Kritik:
Es hat schon seine guten Gründe, wieso Wongs
US-Fantasy-Actioner letzten Endes nur
limitiert in den deutschen Kinos lief. "Dragonball", so muss man wissen, ist ein
wahres Phänomen, das in den 90ern kaum zu übersehen war. Basierend auf den 8.000
Seiten eines beliebten Manga-Comics gab es zwei insgesamt rund 450 Folgen lange
Animé-Serien, die Millionen von Fans begeisterten und mit einer gelungenen, wenn
auch sehr eigensinnigen Mischung aus krudem Humor, theatralischer Gigantaction
und gewitzten Charakteren Must-Have für jeden Fan des Genres wurde. Ein
Selbstläufer so gesehen, den man nach derart viel Vormaterial kaum verfehlen
müsste.
Weil man in Amerika gerne Konzepte klaut, bzw. sich davon inspirieren lässt oder
auch mal direkt übernimmt, was in Sachen verwestlichtem Asia-Material schon mit
"Godzilla" nicht sonderlich funktionieren wollte, ist "Dragonball: Evolution"
jetzt ein dreister Versuch, in neuer Interpretation ähnliche Publikumsmassen
(und damit: Dollarmengen) zu erreichen. Das Resultat? Einer der schlechtesten
Mainstream-Actionfilme des Jahres, und das nicht nur, weil er sich kaum an die
Vorlage hält.
Chatwin, den man bislang aus den Remakes von "Krieg der Welten" und "Unsichtbar"
kennen dürfte bemüht sich in seiner Rolle und ist als Held Goku sympathisch,
aber leider nichts als ein Schneeball im Backofen. Wong steckt ihn in dämliche
Dialogwechsel mit einem schrecklich verulktem Chow-Yun Fat, panscht liebloses
Liebesgekrösel ala "High School Musical" hinzu und lässt ihn darüber hinaus im
Wichtigsten - in der Action - gnadenlos versagen.
War die Action in der Vorlage immer gewaltig, ausufernd und mit wuchtiger
Dramatik versetzt, so bleibt der knapp 50 Millionen Dollar teure Film in jener
Hinsicht eine Lachnummer. Die Kämpfe, wenn man sie denn überhaupt so nennen
darf, sind albernes Gehampel, man prügelt sich in völlig unecht aussehenden
Papplandschaften und weil das so noch nicht reicht, dürfen grausig grottig
schlechte Computereffekte natürlich auch nicht fehlen.
James Marsden (Spike aus "Buffy - Im Bann der Dämonen") hat eigentlich ein
gesundes Maß an Talent, wird aber vergleichbar schlimm abgestraft. Seine
Kostümierung als Bösewicht Piccolo sieht aus wie die S&M Bondage Fassung von
Gazoo, dem fliegenden Marsmensch aus "Familie Feuerstein", womit er sich auch
direkt als Bösewicht für die nächste Staffel "Power Rangers" qualifizieren
könnte (er hat sogar ähnlich debile Kohorten in petto).
Insgesamt eine blamable, überzogene Comedy-Action-Mumpitz-Nummer mit MTV
Date-my-Mom-Humor, Volltrashactionakrobatik und einer Spannungskurve, die so
sprunghaft wie der Herzmonitor eines Verblichenen ausfällt.
Fazit:
Die US-Vergewaltigung des beliebten Stoffes dürfte Fans und Nichtkennern
zugleich die Haare raufen lassen - eine alberne, schlecht gemachte Tölpelei.
2 / 10
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