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Kritik: Flightplan - Ohne jede Spur
Jodie Foster verliert in 30,000 Fuß Höhe den Kontakt zu ihrer Tochter, und niemand will sie überhaupt an Bord gesehen haben...

Flightplan - Ohne jede Spur
cast.
  jodie foster, sean bean
regie. robert schwentke
kritik. joey

Inhalt:
Zu Beginn des Filmes lernen wir die traurige Vergangenheit von Kyle (Jodie Foster) kennen, die ihren Mann erst kürzlich durch einen Unfall verloren hat, ihr Mann sprang vom Dach eines Mehrfamilienhauses. Zusammen mit ihrer Tochter Julia (Marlene Lawston) und verschiedenen Medikamenten versucht sie ihren Schmerz und ihren Kummer zu bewältigen und entschließt sich zu ihren Schwiegereltern nach Florida zu fliegen um dort gemeinsam ihren Mann zu beerdigen.

Doch schon auf dem Berliner Flughafen gibt es die erste Aufregung, sie hat ihre Tochter für den Bruchteil einer Sekunden aus den Augen gelassen findet sie jedoch glücklicherweise wieder. Im Flugzeug angekommen, lassen sich beide erschöpft von dem ganzen Stress und des kürzlichen Abschieds ihres Familienmitglieds in die Sitze fallen und schlafen ein. Als Kyle wieder aufwacht ist ihre kleine Tochter Julia verschwunden. Sie starte eine große Suchaktion, verwirrt und verärgert das Flugpersonal wie Gäste mit dem einzigen Ziel ihre verschwundenen Tochter zu finden.


Kritik:
Neben Roland Emmerich und Wolfgang Petersen welche beide sehr erfolgreich in Hollywood Filme drehen, versucht nun seit langem mal wieder ein deutscher Regisseur in der Traumfabrik Fuß zu fassen, die Rede ist von Robert Schwentke. Mit seinem erfolgreichsten Film “Tatooo” lenkte er die Aufmerksamkeit der amerikanischen Studios und Produzenten auf sich und gibt nun mit dem Flugzeug-Thriller “Flight Plan” mit Jodie Foster in der Hauptrolle in 10 000 Metern Höhe sein Hollywooddebüt.

Die Story ist anfangs interessant gestaltet, die Location des Flugzeugs wird imposant in Szene gesetzt und ausführlich vorgestellt. Die Maschine gehört zu den größten Flugzeugen der Welt, neben zwei Stockwerken gibt es mehr Räume und Gänge als man sich vorstellen kann. Geschickt offenbart der Regisseur hier die Leichtigkeit in dieser Masse unter zu gehen. Der Zuschauer erkennt nach einigen sehr gekonnten Kamerafahrten gleich, das es sich hier nicht um ein gewöhnliches Flugzeug handelt und dass hier schneller etwas verloren gehen kann als einem Lieb ist. Mit dem Einsetzten des Verschwindens der kleinen Julia gerät man als Zuschauer mehr und mehr in einen Wirbelsturm der Verwirrungen.

Zusammen mit der immer panischer werdenden Jodie Foster die verzweifelt ihre Tochter sucht, breitet sich dies auch auf den Zuschauer aus, der nicht so recht weiß in wie Weit er Jodie Foster trauen kann. Regisseur Schwentke spielt hier sehr gut mit den Gedanken und Gefühlen des Zuschauers, kann man ihr trauen, was ist mit dem Flugpersonal, in wie weit spielt der Sicherheitsbeauftragte Carsen (Peter Sarsgaard) eine Rolle. Wahnvorstellungen oder doch Kindesentführung in 10 000 Metern Höhe? Das alles geistert einem im Kopf herum wenn man den Film sieht, gespannt und wie angewurzelt sitzen man regungslos im Kinosessel, fiebert mit und ist gespannt wie der Film ausgeht.

 Hinzu kommen komplexe Wendungen während des Filmes, sehr spannende Momente und ein sehr gelungenes Finale. Auch Vorhersehbarkeit kann man dem Film in keinster Weise vorwerfen, im Gegenteil wird man andauernd hin und her gestoßen von immer wieder neu auftauchenden Vermutungen die einen bis ans Ende mitfiebern lassen.

Einen großen Teil ist natürlich Hauptdarstellerin und zweimalige Oscarpreisträgerin Jodie Foster zuzuschreiben. Sie verkörpert die psychisch instabile und trauernde Mutter sehr gut. Mit ihr steht und fällt der Film. Die Rolle der am Rande der Verzweiflung stehenden Mutter die ihre Tochter sucht scheint ihr wie auf den Leib geschnitten zu sein. Ihr Charakter der niemals aufgibt und seinen Dickkopf versuchen durchzusetzen lässt jeden Zuschauer mitfühlen, man kann sich perfekt in die Situation versetzten, und wird so förmlich mitgerissen.

 Aber auch Sean Bean spielt seine rolle als Pilot gewohnt ordentlich. Schwentke hat sich Bean sicher nicht ohne Grund ausgesucht denn neben seiner Großartigen Schauspielerei ist er von seinen früheren Filmen bekannt, dass er zwiespältige Personen spielt, was hier im Film einfach perfekt reinpasst. Auch der Sicherheitsbeamte, verkörpert von Peter Sarsgaard lässt einen mehr als nur ein Mal zweifeln, nie ist man sich sicher wer doch Dreck am Stecken haben und hinter einer möglichen Verschwörung stecken könnte oder doch unschuldig.

Regisseur Robert Schwentke gelingt mit seinem Hollywooddebüt ein Thriller erster Klasse. Gekonnte Kamerafahrten durch das Flugzeug, tolle Schnitte und v.a. die Übertragung der Spannung auf den Zuschauer heben den Film klar vom Durchschnitt ab. Doch damit nicht genug, so bietet der Film eine überragende Jodie Foster, in den Nebenrollen starke Besetzungen wie z.B. Sean Bean, tempogeladene Einlagen sowie clevere Handlungswendungen und Hinweise die einen des öfteren gekonnt auf eine falsche Fährte locken.

Schwentke kann man hier nur ein großes Lob aussprechen, denn alles was Wes Craven’s kürzlich in den Lichtspielhäusern erschienener “Red Eye” nicht hatte, wird hier nicht nur ergänzt sondern immer noch mindestens eine Schippe draufgelegt. Adrenalin und Hochspannung pur ist angesagt, wenn der deutsche Regisseur Robert Schwentke diesen Flugzeugthriller der Extraklasse auf einen loslässt. Mein Tipp: Schnallen sie sich gut an!
 



 

Wertung: 7.5 | 10

 
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