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Film Kritik
 
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Flyboys - Die Herren der Lüfte

Story:
Der junge Pilot Blaine Rawlings (James Franco, der Harry Osborn aus den Spider-Man Filmen) meldet sich zusammen mit ein paar anderen jungen amerikanischen Soldaten bei der französischen Luftflotte, um zurzeit des ersten Weltkrieges gegen die Deutschen aufzusatteln. Während seine Crew sich mit dem skurrilen General Thenault (Jean Reno) herumärgern und das deutsche Fliegerass schwarzer Falke die Lüfte unsicher macht, verliebt sich Rawlings in ein französisches Mädchen...

regie :
tony bill
cast  : james franco, jean reno
kritik : christian mester
 

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Kritik:
Der von Dean Devlin produzierte Ur-Top Gun badet zwar gänzlich im Kitsch, hält sich nach vielen Luftlöchern aber noch mutig in den Wolken.

Spider-Man 3 ist nicht gerade die Kirsche seines Kuchens, aber der bis dato eher blasse James Franco zeigte darin eine wirkliche Steigerung zu seinem letzten Film, dem Militär-Akademiedrama Annapolis. Als aalglatter Gegner von Tobey Maguire überzeugte Franco da erstmalig mit etwas Charaktertiefe, was er in Flyboys leider nicht auszubauen vermag.

Sein gelackter US-Kampfflieger erfüllt beinahe so viele Fliegerfilmklischees wie der ganze Film an sich: selbstredend ist er der Mann, der heraussticht, das unwegsame Talent mit dem Hang zur Selbstüberschätzung, der beste Kumpel für die schwächeren Freunde und, welch Überraschung, Brecher der Herzen der jungen Frauen.

Der Grund, wieso Flyboys jedoch nicht völlig verloren zu Boden trudelt, liegt dann aber teilweise in der Zurückhaltung. So wird die Liebesgeschichte zwischen ihm und der Französin beispielsweise dadurch interessanter gemacht, das die beiden sich aufgrund der verschiedenen Sprachen nicht miteinander verständigen können. Aus der ewig gleichen Gefühlsduselei wird so ein harmloses Techtelmechtel, eine wahrlich sympathische (kleine) Liebesgeschichte. Ein Zweikampf mit einem der gefürchtesten Flieger des Krieges endet unerhofft überraschend nachdenklich, und es sind Momente wie diese, in denen Flyboys besser wird als er es verdient.

Neben einer dezent zurückhaltenden Darstellung von Jean Reno als liebenswerter Aufpasser der Jungs hat der Film seine wahren Stärken aber fraglos in den Luftkämpfen. Diese sind sensationell gut inszeniert und entfachen zwischen Sturzflügen, Kugelhagel und halsbrecherischen Rollen ein wahres Feuerwerk für guten Surround-Sound und große Leinwand. In Schwindel-erregenden Höhen liefern sich Franco und seine Jungs fulminante Flugmanöver, die auf höchstem Niveau in Szene gesetzt sind.

Der größte Kritikpunkt von Tony Bill's Streifen, der jedoch den meisten kritisch ins Auge fallen wird, ist die betuchte Leichtigkeit, mit der der Film das Thema Weltkrieg behandelt. Es wird sehr verhamlost, sehr ausgeschmückt und sehr zahm dargestellt. Selbst Tode und eingekesselte Schusswechsel erscheinen wie ein Spaziergang in den Park, und nicht ein Mal sieht man in Franco's Augen eine glaubhafte Reaktion oder Darstellung eines jungen Mannes im Krieg.

Junge Amerikaner der 20er Jahre hatten sich Krieg vielleicht derart heldenhaft und abenteuerlich spannend vorgestellt, vor den realen Grausamkeiten verschränkt der Film jedoch seine Augen. Wer einen zweiten Apocalypse Now oder Memphis Belle erwartet, der wird den Saal nach platter Oberflächlichkeit enttäuscht verlassen. Die Herren der Lüfte erwecken keine Erinnerungen und werden selbst nie welche werden, dafür nährt der Film zu knapp.

Sieht man davon aber mal ab, und versucht sich Flyboys als geschönte Version eines WW1-Fliegerabenteuers vorzustellen, kann man ihm mit zugedrücktem Auge einiges vergeben. Die Regie ist ansprechend, die Besetzung annehmbar, doch Star-Producer Dean Devlin schafft es nicht, den Popcornfaktor seiner früheren Zusammenarbeiten mit Roland Emmerich (Independence Day, Godzilla) zu erreichen.

Fazit:
Zugegeben, Flyboys wird seinem Thema nicht gerecht, ist gleichzeitig aber nicht völlig verwerflich - insgesamt dürfte er sich besonders für Pärchen eignen, da er für beide Zielgruppen kurzweilig ansprechende Bilder birgt.

5
/ 10
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