Story:
Jason (Derek Mears) ist noch
ein kleiner Junge, als er mitansehen muss, wie eine Jugendliche eines Nachts
seine wahnsinnig gewordene Mutter tötet. Diese hatte nämlich irrtümlicherweise
angenommen, ihr Sohn sei wegen Unachtsamkeit der Aufpasser im See ertrunken, was
jedoch nicht stimmte. Jason, der durch sein deformiertes Aussehen ohnehin schon
litt, versteckt sich daraufhin im Wald und wächst einsam und hasserfüllt auf. Jeder, der nur in die Nähe des alten Ferienlagers kommt, verschwindet auf
merkwürdige Weise.
Eines Tages taucht schließlich ein junger Mann (Jared Padalecki) auf, der seine
beim Camp verschwundene Schwester sucht... dabei stößt er auf eine Gruppe von
Stadtschnöseln, die am See eine wilde Party feiern wollen. Beutezeit.
regie :
marcus nispel
cast :
derek mears, jared padalecki
kritik :
christian mester
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Kritik:
Für einen Freitag
feiert Jason
ein solides Comeback, als Film ist er aber bei weitem nicht der erhoffte
Rundumschlag.
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"Hallo, ist irgendjemand hier zufällig ein
Handtuch?
Ich bin nämlich nur ein Waschlappen."
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Nimmt man Freddy vs Jason hinzu,
kann man nach insgesamt 11 Filmen wohl getrost sagen, dass das Konzept von
Freitag der 13te im Grunde sehr einfach ist - einfach und beliebt. Man nehme
eine Gruppe junger Leute (zwei vernünftige, viele dumme) und bringe sie in die
Nähe eines maskierten Wahnsinnigen, der bis auf eine Überlebende (das Survivor
Girl) alle erledigt. Die vielen Sequels und Nachmacher unterscheiden sich dann
eigentlich nur noch durch drei Nuancen: a) wo das ganze stattfindet (Camp,
Schiff, Weltraum), b) wie originell der Slasher seine Opfer abmurkst (z.B. Tod
durch Gitarre, Schlafsack gegen Baum, Kopf in Stickstoff) und c) ob das ganze
gruselig oder lustig gemeint ist.
Die ersten drei-vier Teile der legendären Serie setzten damals zunächst auf
echten Grusel, denn der jeweilige Killer war eine Art Weißer Hai im Wald, der
unentwegt auftauchte und gnadenlos für Schrecken sorgte. Spätestens nach Jasons
Tod im vierten Film allerdings war die Ernsthaftigkeit allmählig raus, und so
setzten die nachfolgenden Teile verstärkt auf alberne und nervige Figuren,
sodass das Unterhaltsamste letztendlich am Film war, wie Jason diese zum
Schweigen brachte. Genau wie bei Nightmare on Elm Street war der Killer
plötzlich der Held, der zwar keine Witze riss, mit seinen kreativen und
überzogenen Kills aber für Applaus und Gelächter in den Kinosälen sorgte.
Nach Teil 6 gingen den Machern aber so langsam die Variationen im Feriencamp
aus, weswegen Jason in 7 auf ein telekinetisch begabtes Medium traf, in 8 nach
New York reiste, in 9 als eine Art Dämon andere Menschen übernahm und in 10
sogar im Weltraum zu einem halben Roboter wurde.
Nachdem Jason im Jahr 2455 nach Holodecks, Virtual Reality und zerstörten
Raumstationen durch Nanopartikel zu Cyborg-Jason geworden war und sein Körper in
der Atmosphäre eines anderen Planeten verglühte, musste man sich im Studio
jedoch endlich eingestehen, dass die Reihe nicht noch weiter fortsetzbar war;
also: Neustart.
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Wie das Bild ist auch der Film auf den ersten
Blick schick;
bis man bemerkt, was für eine siffige Brühe der Crystal Lake doch ist.
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Der frische Freitag der 13te
macht generell erst einmal jede Menge richtig. Der neue Jason beispielsweise ist
einfach großartig. Mears ist zwar ebenfalls groß und muskulös wie all die
anderen Darsteller vor ihm (1,96m), aber auch schmal und äußerst drahtig,
wodurch sein Jason noch eine Spur gefährlicher wirkt. Es gibt im Film mehrere Szenen, in denen Jason hinter einem Opfer her läuft - und in diesen Momenten will
man auch wirklich nicht mit den Opfern tauschen. Was funktioniert, ist dass
sie seinen Jason zu einem Rambo-haften Waldkämpfer gemacht haben, der Fallen
legt und sogar geschickte Manöver ausführt, um die anderen geschickt hervorzulocken. Fast
jedes Auftreten von Jason macht Spaß, so sehr, dass man gegen Ende statt
mit den Teenies mit ihm mitfiebert, und will, dass er das ganze überlebt.
Die Sets sind - wie bei einer Bay Produktion zu erwarten war - sehr gelungen und
durchaus
glaubhaft, mit vielen kleinen Details, die teilweise Easter Eggs für wahre Fans
beinhalten (beispielsweise steht im Camp ein verlassener Rollstuhl von einem der
Opfer aus Teil 2). Einige der blutigeren Momente sind auch durchaus gut
inszeniert und makaber lustig, und insgesamt ist Jason's Jagd auf die
Jugendlichen eigentlich nettes Kurzweil.
Wenn das Wort "eigentlich" mal nicht wäre. Geht man etwas ins Detail, so fallen
einem beim neuen Freitag nämlich durchaus viele Macken und Ungereimtheiten auf,
die nicht hätten sein müssen. In erster Linie betrifft das den Ton des ganzen
Films, denn auch wenn Nispel und Mears sich Mühe geben, das ganze so ernsthaft
wie möglich zu machen, arbeiten Drehbuch und Besetzung erheblich dagegen.
Es gibt wie gesagt zwei Arten einen Jason zu machen: entweder gruselig, und man
will dass die Teenies es überleben, oder lustig, und man ist eher für den Mann
mit der Machete. Dummerweise gibt es im neuen Film keine klare Linie, denn die
Suche nach der Schwester wird so trocken aufgezogen, dass man vermuten muss dass
die Autoren wirklich wollten, dass man sich für sie und ihren Bruder
interessiert. Das ist aber schier unmöglich, da deren Schauspiel langweiliger
nicht hätte ausfallen können. Supernatural-Star Jared Padalecki erscheint erneut
absolut blass und emotionslos wie schon in House of Wax und beweist damit einmal
mehr, dass seine Hitserie nicht wegen ihm, sondern wegen Kollege Jensen Ackles
enorm erfolgreich ist (der mit Blutiger Valentinstag übrigens ebenfalls ein
kommendes Slasher-Remake in der
Mache hat). Die einzigen wirklich unterhaltsamen Charaktere außer Jason sind ein
Schwarzer und ein Asiate, die beide jedoch leider nur kleine Szenen kriegen.
Die anderen Teens sind nur tumbe, silikongefüllte Blondinen und Drogenfreaks,
die klischeehafter und leerer nicht sein könnten... was dem Rest des Films
vollkommen widerspricht. Während der Film halbwegs versucht, Jason als
glaubwürdig und die Schwestersuche als tragisch und dramatisch zu verkaufen,
gibt es auf der anderen Seite Szenen, in denen Playmates oben ohne Wasserski
fahren.
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Sogar Peyton Westlake ließ sich blicken.
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Auch nicht so gelungen ist der
Soundtrack des Films, denn während die Neuauflage der Freitag Theme kaum hörbar
im Hintergrund schippert, wird der Film immer wieder von nervigen MTV
Musikstücken traktiert. Hier hat man sich offensichtlich keine Mühe gegeben,
ganz besonders wenn man es mit dem Texas Remake vergleicht. Das betrifft auch
die Optik, denn Nispels Neuling ist kein Vergleich zu seinen Vorfilmen TCM und
Pathfinder, die wesentlich besser aussahen.
Fans der Reihe sei dazu gesagt, dass der Bodycount recht hoch ist, im Überblick
aber eher sehr unspektakulär ausfällt. Wenn jemand etwa in einer prall gefüllten
Werkstatt mit zig verschiedenen Gartengeräten landet und Jason dort dann nur zu
einem langweiligen Schraubenzieher greift, dann spricht das Bände. Auffällig ist
dagegen der recht hohe Anteil an nackter Haut, denn das Freitag Remake beinhält
gefühlt locker mehr Sex und Nacktheit als alle Horrorfilme der letzten 5 Jahre
zusammen. Ob das so nötig war, sei mal dahingestellt.
Um es mal so zusammenzufassen: der neue Jason Voorhees als Horrorfigur ist genau
so furchteinflößend und gelungen wie Herr Leatherface aus dem Texas Chainsaw
Massacre Remake und die Mutanten aus dem The Hills have Eyes Remake, der dazu
gehörige Film ist es aber nicht. Er ist schwächer gefilmt, bleibt weit hinter
seinem Potential zurück, ist beileibe nicht so popcornig wie Freddy vs Jason und
hat Figuren und Dialoge, bei denen man selbst einen deformierten Kopf bekommen
könnte. Klang und Optik sind ebenfalls schwächer als bei den Remake-Kollegen,
und neben diversen großen Logiklöchern endet der Film auch noch mit einem Twist,
der langweilig vorhersehbar ist und nichts mit dem umwerfenden Abschluss des
ersten Teils gemein hat.
Fazit:
Der neue Freitag der 13te ist in Ordnung, jedoch längst nicht der erhoffte
ultimative Superfreitag, den sich Fans vielleicht erhofft hätten. Natürlich ist
er als neuer Teil willkommen, aber für den definitiv kommenden Nachfolger kann
man sich getrost Besseres wünschen.
5,5 / 10
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