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Film Kritik
 
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Furnace

Story:
Fünfzig Jahre lang war der Südtrakt des Blackgate Hochsicherheitsgefängnisses versiegelt. Jetzt wird der vergessene Flügel, in dem damals Gefängnisdirektor White ermordet wurde und seine Tochter in einem Feuer spurlos verschwand, aus Platzmangel wieder aufgebrochen. Jeder Häftling, der die verfluchten Räume betritt, wird von schrecklichen Visionen heimgesucht und wenig später bestialisch verstümmelt und verkohlt aufgefunden. Die Öffnung des Trakts scheint grauenvolle Wesen zum Leben erweckt zu haben…

regie :
ji-woon-kim
cast  : kap-su kim, jung-ah yum, geun-yeong mun
kritik : tobias hohmann
 

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Kritik:
„A tale of Two Sisters“ ist ein überraschender, intelligenter Horrorfilm, der subtil fesselt und den Zuschauer fordert. Vielleicht DER Horrorfilm Koreas.

William Butler ist kein Unbekannter im Genre Horror. Als Schauspieler war er sowohl in „Freitag der 13, Teil 7“, als auch in „Texas Chainsaw Massacre 3“ zu sehen. Dazu schrieb er die Drehbücher zu „Return of the living dead 4+5“ und führte Regie beim Film „Madhouse“.

Bei „Furnace“ schrieb er das Drehbuch und übernahm auch die Regie und kann dabei auf eine recht beeindruckende B-Movie Darstellerriege zurückgreifen: Michael Pare, der wohl seine neue filmische Heimat bei Uwe Boll gefunden hat, mit dem er zuletzt „Bloodrayne 1+2“, „Postal“, „Seed“ und „Far Cry“ abgedreht hat - und auch bei „Alone in the dark 2“ zu sehen sein wird - ist hier ebenso vertreten wie Danny Trejo, der nicht nur in „From Dusk till dawn 1-3“, sondern auch in Großproduktionen wie z.B. „Con Air“ zu sehen war. Dazu gesellt sich Tom Sizemore, der schon mit Steven Spielberg, Michael Mann und Ridley Scott zusammen gearbeitet hat. Ein Genreerfahrener Regisseur, ein guter Cast – da müsste doch ein guter, spannender B-Movie Horrorfilm heraus springen, oder? Leider stimmt das nicht ganz.

„Furnace“ ist absolut anspruchslose Horror Kost, Innovationen oder neue Ideen wird man hier – selbst wenn man mit der Lupe sucht – nicht finden. Die Story ist nach den üblichen Versatzstücken gestrickt; das macht den Verlauf des Films sehr vorhersehbar. Butler klaut sich einmal quer durch die Horrorhits der letzten Jahre. Seine Vorbilder reichen dabei sehr offensichtlich von „Nightmare on Elm Street“ bis hin zu „The Ring“.

Auch visuell scheut Butler Experimente und bleibt lieber bei alten Erfolgs-mustern, das hat man alles schon gesehen – mal schlechter, mal besser.
Die Charaktere sind formelhaft: Der traumatisierte Polizist, der sich in seine Arbeit vertieft, der Wärter, der Geschäfte mit den Gefangenen macht, die hübsche Pathologin die scharf auf den Detective ist … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Natürlich darf die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen.
Es ist teilweise fast schon ärgerlich, wie sehr man mit altgedienten Klischees abgespeist wird.
 

Auch die Darsteller reissen es nicht wirklich raus: Pare spielt seine Rolle gelangweilt und steif. Ein großer Mime war er noch nie, aber seine mimischen Fähigkeiten begrenzen sich hier auf wirklich nur einen Gesichtsausdruck. Danny Trejo ist zu wenig zu sehen, sein Charakter wird völlig verschenkt, Ja Rule ist halt im Cast – stören tut er nicht, helfen aber auch nicht. Tom Sizemore ist wie erwartet der einzige Lichtblick. Trotz der relativ wenigen Szenen bleibt er in Erinnerung. Er hat einfach eine Präsenz, die weder die schlechten Dialoge, noch das dröge Skript oder seine schlechte Synchronstimme, nachhaltig mindern können. Man kann dem versierten Mimen nur wünschen, das er aus dem B-Moviebereich – nach „Furrnace“ drehte er noch einige Streifen ähnlicher Machart – schnell wieder heraus kommt.

Der Regisseur schafft es einfach nicht, seine Charaktere glaubhaft in Szene zu setzen, sie sind Abziehbilder, nicht mehr. Besonders in den ersten 30 Minuten tut sich Butler extrem schwer, Spannung aufzubauen oder die Geschichte flüssig zu erzählen, da hakt es an allen Ecken und Kanten

Natürlich bleiben auch die Dialoge nicht von dem Klischeeüberladenen Drehbuch verschont. Da passt wenig bis nichts, bei manchen Passagen möchte man am liebsten den Ton ausstellen, so dröge, nichtssagend und peinlich sind die Wortwechssel.

Aber es ist ja nicht alles an „Furnace“ schlecht. Die Gefängnis Location ist gut gewählt und von der Idee her auch noch halbwegs frisch. Nicht viele Filme erzählen eine Horrorstory in einem Knast.
Die Sets sind zwar spartanisch, aber in der Regel gut gewählt, passend ausgeleuchtet und sind daher durchaus atmosphärisch. Auch die Monster werden gut eingefügt und sehen schon ziemlich erschreckend aus.
Generell gilt: Sobald Butler seine Problemzonen Story, Dialoge, Schauspielerführung verlässt, versteht er sein Handwerk. Einige Szenen sind wirklich gruselig und packend, nicht zuletzt Dank der gelungenen Optik der unheimlichen Wesen. Und genau davon hätte der Fan gerne mehr gesehen, doch statt dessen wird er mit einer völlig spannungslosen – da vorhersehbaren – Story abgespeist, die bei allen Klischees nun wahrlich mehr Potential gehabt hätte.

Dass der Film mit sehr wenig Geld an nur 18 Tagen abgedreht worden ist, sieht man ihm größtenteils nicht an. Dafür ist die Location zu gut, die Monster zu gelungen.  Und wenn man die ersten 30 Minuten überstanden hat, schleicht sich sogar hin und wieder Spannung in die vorhersehbare Handlung.
Je länger der Film geht, umso besser wird er. Zwar erfindet Butler das Genre hier auch alles andere als neu, doch zumindest bietet er einige Tempowechsel, die für etwas Abwechslung und Spannung sorgen. Leider ist das Ende dann wieder 08/15 Kost – der Genrefan wusste schon vorher wie „Furnace“ endet. Dazu ist es einfach zu schnell, da war atmosphärisch weitaus mehr möglich.

Der Streifen hat eine FSK 18 Freigabe, doch bis auf ein paar Szenen ist er relativ harmlos, Gore ist praktisch gar nicht vorhanden. Hier hätte es wohl auch eine FSK 16 Freigabe sein dürfen.


Fazit
:
Ärgerliche Klischees und eine vorhersehbare Story stehen einigen durchaus gelungenen Szenen gegenüber. Mit ein paar neuen Ideen hätte „Furnace“ ein kleiner, guter B-Horrorthriller sein können, doch Butlers Abneigung gegen jegliche Innovation, und seine Bereitschaft lieber jeden erfolgreichen Slasher-Horrorfilm der letzten 20 Jahre in Ansätzen zu kopieren, als etwas eigenes zu kreieren, lassen aus „Furnace“ das werden, was es jetzt ist: Dutzendware. Schade um den teilweise guten Cast- besonders Sizemore, der einige Mängel wett macht -, und der Location: Hier war mehr drin.

3
/ 10

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