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Gesetz der Rache


Kritik von Christian Mester

Law Abiding Citizen (2009)
Regie: F Gary Gray
Cast: Gerard Butler, Jamie Foxx

Story:
Clyde Shelton (Gerard Butler) erlebt eines Abends einen Albtraum: bewaffnete Gangster brechen in seine Wohnung ein und töten seine gesamte Familie. Vor Gericht bekommt einer der Hauptschuldigen daraufhin aufgrund anscheinend mangelnder Beweiskraft ein nur mildes Urteil. Entsetzt sieht Shelton nach dem Prozess, wie der Angeklagte die Hand seines verlogenen Anwalts (Jamie Foxx) schüttelt. Zehn Jahre später erklärt er allen Beteiligten den Krieg...

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Kritik:
Er werde der nächste große Actionstar, schrieben diverse Magazine über Gerard Butler - allerdings nicht erst nach seinem Riesenhit 300 im Jahr 2006, sondern schon drei, vier Jahre zuvor. Nach erstem Auffallen in Dracula 2000 stand Butler 2002 hoch im Kurs, als er markante Rollen in den potentiellen Blockbustern Die Herrschaft des Feuers, Timeline und Tomb Raider 2: Die Wiege des Lebens bekam.

Das Schicksal meinte es jedoch damals nicht gut mit ihm, denn alle drei waren in den USA alles andere als erfolgreich, womit Butler bis zum Spartaner-Epos wieder verschwand. Seitdem hat der äußerst sympathische Darsteller erneut Pech gehabt. Die Actionfilme Gamer und Rock'N'Rolla floppten beide, nur mit weicherem Material wie Die Insel der Abenteuer, P.S. Ich liebe dich und Die nackte Wahrheit konnte er müde klatschend Erfolge feiern. Der recht gute Psychothriller Spiel mit der Angst mit Pierce Brosnan - erschien nur auf DVD.

Ändern soll das nun Gesetz der Rache, der sehr drastisch zu Werke geht. Er spielt einen von Vergeltung zerrissenen Mann, der sich zehn Jahre lang haargenau auf einen schonungslosen, extrem durchdachten Racheplan vorbereitetet hat. Dass er Ingenieur und zufällig auch noch Ex-Elitesoldat ist, macht die Sache umso leichter - und damit generell umso unterhaltsamer. Butler ist großartig, der Intellekt seiner Figur fasziniert und die lachende Selbstsicherheit, die er ausstrahlt, steckt einfach an. Dass er bei seinem Tun teils sehr blutig und gnadenlos zur Sache geht und dabei auch Unschuldige mit einbezogen werden, macht ihn als Figur weiterführend sogar interessanter. Er ist kein Held mit weißer Weste, er ist ein Killer, der gnadenlos arbeitet und sich nicht ins Gewissen reden lässt... und zufällig charismatisch ist. Man ertappt sich demzufolge öfters bei dem Gedanken, ob man nun für - oder gegen ihn sein soll.

Immer wieder überraschen seine genialen Rachepläne, die er auch noch fortsetzt, als er längst scheinbar wehrlos im Gefängnis sitzt.

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Leider steht ihm nichts Ebenbürtiges gegenüber. Jamie Foxx, der in Ray eine Glanzleistung zeigte und in Collateral, Miami Vice und Operation Kingdom sehenswert war, kann nur wenig aus seiner Rolle machen. Sein Anwalt Nick Rice ist eine recht einsilbige Figur, mit der man weder sonderlich mitfühlen noch sympathisieren kann. Er fängt als korrupter Rechtsverdreher an und wird zum völligen Unverständnis im späteren Verlauf des Filmes plötzlich zur neuen Hauptfigur befördert, wodurch F. Gary Grays ansonsten solider Thriller nach hohem Tempo nach zwei Dritteln plötzlich langsamer wird.

Das Finale, ein abgeschwachtes, aufgesetztes Happy-End, das eher nach Zweitwahl aussieht, enttäuscht, und es fällt schwer ins Gewicht, dass der Fokus gegen Ende unbedingt verändert werden musste. Mit etwas mehr Mut zur Kontroverse hätte Gesetz der Rache besser sein können, doch der Film hat nicht den Mumm eines Death Sentence.

Fazit:
Fängt stark an, verliert gegen Ende dann seine überzeugenden Argumente und ist dann leider nur noch gut. Mit etwas mehr Mumm zur Kontroverse hätte dieser Justizthriller zu einem der markantesten der Dekade werden können.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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