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G-Force - Agenten mit Biss


Kritik von Christian Mester

G-Force (2009)
Regie:  Hoyt Yeatman
Cast: Nic Cage

Story:
Darwin, Blaster und Juarez werden von der Regierung ihrer Posten enthoben, doch da ein Bösewicht Böses plant, gibt die G-Force nicht auf. Und dass, obwohl sie alle Meerschweinchen sind.

...

Kritik:
In „G-Force: Agenten mit Biss“ geht es um digital animierte sprechende Jerry Bruckheimer Meerschweinchengeheimagenten, die die Welt retten. Fragen?

Wer sich von CGI-Garfields actionreichen Zelluloidkollegen etwas anderes als das vollkommen Offensichtliche erwartet, wird den geneigten Kinosaal wohl nur mit Kopfschmerzen verlassen, denn „G-Force: Agenten mit Biss“ könnte kaum spezieller auf sein kleines Zielpublikum zugeschnitten sein. Klein vielleicht nicht im Sinne der gewünschten Zuschauerzahlen, aber doch in Sachen vertretener Reife.

Der Plot? Klischeeklatsche. Die Player? Wie aus dem Musterbuch. Der Held. Der Dicke. Der Mann für’s Grobe. Eine Sie. Ein quirliger Querulant. Welch Überraschung. Letztendlich wird wohl niemand in Retrospektive loben, wie gut die Story dieses haarigen Actionklamauks ist, doch vielleicht, wie überraschend gut die kämmbaren Abziehbilder funktionieren. Darwin und Co. mögen platt und oberflächlich sein und längst nicht an liebevoll gestaltete Kollegen wie Sid und Remy heran reichen, doch die Autoren der beiden „Vermächtnisse“ mit Nicolas Cage und „Charlie’s Angels II“ waren nicht gänzlich faul: jede der Figuren hat einen schmacken Schuss Persönlichkeit abbekommen und ist so kurzlebig flott unterwegs, dass man erfreulich autmen kann. Ohnehin ist das eine Stärke, die vielen Kids entgegen kommt: „G-Force“ hält überhaupt nichts von Szenen, die nicht mit Witzen oder Action zu tun haben, weshalb kaum einer der kleinen Kunden unruhig herumrutschen wird.

Während der Spaß größtenteils pennälerpeinlich mit Guinea Pig Flatulenzwitzen in die unteren Schubladen des Niveaus greift, lässt sich auf der anderen Seite allerdings erkennen, wieso das Ding aus dem Hause Bruckheimer kommt. Bruckheimer hat nicht nur die „Fluch der Karibik“ Trilogie entwickelt, er ist Filmfans in erster Linie als Produzent von destruktiven Trümmerorgien ala „Armageddon“ ein Begriff. Das trifft auch auf „G-Force“ zu, denn die Action im Film ist (für Meerschweinchenverhältnisse) dick aufgetragen und teils so spektakulär, dass selbst der ein oder andere mit geschlürte Elternteil für einen Moment vergessen kann, das man den Quark eigentlich gar nicht sehen wollte. Hohe Produktionsmittel sorgen für satte Effektqualität und als Bonus gibt es noch zwei bekannte Gesichter oben drein, die aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sie ub einem „Alvin und die Chipmunks“ ohne Gesang stecken: „Hangover“ Zach Galifianakis als Fisher-Stevens-„Nummer 5 lebt“-Verschnitt und „Underworld“-Bösewicht Bill Nighy als „G-Force“ Bösewicht.

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Die einfache Kaugummiqualität des Films wird musikalisch auch noch fabelhaft unterstrichen, indem in einer Tour die Black Eyed Peas, Lady Gaga und Flo Rida aus den Sprechern dröhnen, womit wir uns still und heimlich qualitativ doch wieder an die Chipmunks heran rudern. Verglichen mit den letzten animierten Pixar-Meisterwerken zieht "G-Force" klar den Kürzeren, aber es scheint, als versuche man gar nicht erst in besagte Gefilde zu reichen. Liebe und Tod kommen zwar kurz vor, werden aber direkt mit Bodycheck ins Nirvana gekickt. Bruckheimers Hamsterarmada ist im Grunde kunterbuntes, harmloses, nicht dummes, aber dümmlich simples Kinderkino, dass das, was es sein will, relativ gut hinkriegt.

Wer sich den Film übrigens in 3-D ansieht, darf in Genuss vieler extra für diese Perspektive gedrehten Szenen kommen, die sehr schick umgesetzt sind, auf Dauer allerdings nur wahren Alzheimerpatienten gefallen dürften, da der Einsatz nur kurzen Atem hat. Ließ „Oben“ vor kurzem noch mit fantastischen Tiefenwirkungen staunen, so gibt es im pelzigen Powerpackstreifen fast nur aus der Leinwand heraus stechende Nager, die spätestens nach 30 Minuten dauerhafter Dauerpräsenz beten lassen, dass der Film maximal 88 Minuten geht. Was er tut. Wer die 3-D Neugier haben mag und bereits mindestens neun Kerzen auf seinem Kuchen auspusten durfte, wartet besser auf Besseres.

Fazit:
Insgesamt ein reichlich banaler Kinderfilm ohne Herz und Gefühl, dafür mit vereinzelten Späßen und akzeptabler Action. Für Kleinkinder ein Riesenspaß, für Eltern überlebbar, für alle anderen allenfalls niedliche Notlösung.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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